Bruchmühlbach-Miesau RHEINPFALZ Plus Artikel Petra Stemler ist mit Leib und Seele beim UVB

Hier ist Petra Stemlers zweites Zuhause: Im Kostümfundus fühlt sie sich so richtig wohl, denn vielen der Kleidungsstücke hat sie
Hier ist Petra Stemlers zweites Zuhause: Im Kostümfundus fühlt sie sich so richtig wohl, denn vielen der Kleidungsstücke hat sie beim Nähen den letzten Pfiff verpasst.

Solche helfenden Hände wie die von Petra Stemler würde sich wohl jeder Verein wünschen. Sie steht immer dann parat, wenn der Unterhaltungsverein Bruchmühlbach (UVB) Unterstützung benötigt. Dabei wirkt sie meist im Hintergrund. Nur dann, wenn die Bruchschneppen rufen, ist ihr Platz während der Fastnachtskampagne auf der Bühne inmitten der weiblichen Tänzerinnen.

Tanzen hat Petra Stemler schon immer Spaß gemacht. Das Mackenbacher Mädel zog Mitte der 1980er Jahre mit Ehemann Wolfgang und den beiden Kindern nach Bruchmühlbach-Miesau. Für die Mutter war es von 2001 an keine Frage, Chauffeuse für ihre damals sechs Jahre alte Tochter Michelle zu sein und sie regelmäßig zum Training der Gardemädchen zu bringen. Schon damals packte sie überall dort an, wo Hilfe nötig war. Als sie dann 2008 am Rosenmontag im Schützenhaus auf die gut gelaunten Bruchschneppen traf, verbrachten die Frauen einen lustigen Abend miteinander. Da dauerte es nicht lange, bis die entscheidende Frage gestellt wurde: „Willst du nicht bei uns mitmachen?“

Aufräumen, Nähen und Kostüme aufhübschen ...

Seitdem ist die 52-Jährige nicht zu halten, wenn es um „ihren“ UVB geht. Kuchen backen, Theken- und Helferdienste, Putz- und Renovierarbeiten, Auf- und Abbau bei Veranstaltungen, Dekorieren, Aufräumen, Nähen und Kostüme aufhübschen und selbst dem Unkraut auf dem Platz vor dem Vereinsheim hat sie den Kampf angesagt. Außerdem ist sie Ausschussmitglied und damit in planerische und organisatorische Entscheidungen involviert, etwa was das Jahr 2024 und das elf-mal-elf-jährige UVB-Bestehen angeht. „Schleichend ist es immer mehr geworden“, erzählt sie schulterzuckend. „Für mich ist das selbstverständlich.“ Und zwar so sehr, dass sich die Büroangestellte auch mal Urlaub nimmt, wobei sie ohnehin den Großteil ihrer Freizeit dem Verein widmet.

Dabei war Stemler, wie sie eingesteht, nicht immer ein Fan der Fastnacht. Zwar hat sie ihre Tochter bei den Gardeauftritten stets begleitet, aber der Funke hat sich erst mit der Zugehörigkeit zu den Bruchschneppen entzündet und noch einmal mehr, als ihre Michelle in der Kampagne 2018/2019 die Krone trug. Mit dieser Begeisterung hat sie schließlich auch ihren Mann angesteckt, der mittlerweile dem Elferrat angehört und seit einem Jahr als Hausmeister im UVB-Domizil nach dem Rechten sieht.

Der „brasilianische Obstladen“

Für Stemler ist der UVB mehr als ein Hobby. „Da vermischen sich Vereins- und Privatleben und alles macht Spaß.“ Die Gemeinschaft untereinander, die Treffs, Ausflüge und Aktivitäten nicht nur zur Fastnachtszeit, sondern im Jahresverlauf, oder auch der Urlaub mit anderen UVBlern sind für sie zu einem Teil in ihrem Alltag geworden, den sie nicht missen will. Schon jetzt freut sie sich auf die zweitägige Fahrt nach Köln im Mai zum 20-jährigen Bestehen der Bruchschneppen.

Zu ihren persönlichen Höhepunkten zählen die Prunksitzung am Samstag, 4. Februar, 19.31 Uhr, in der Turn- und Festhalle, der örtliche Fastnachtsumzug am Samstag, 18. Februar, ab 11.11 Uhr und die gemeinsame Fahrt zur Frankenthaler Fernsehsitzung am 19. Februar. „Dort sind wir mit einem Einheitskostüm, dem ,brasilianischen Obstladen’“, erzählt sie lachend im Hinblick darauf, dass sie noch nicht weiß, wie die Bruchschneppen daherkommen werden. „Wir müssen noch konkrete Ideen entwickeln und ausarbeiten.“

„Ich bin überall dabei“

Aktuell ist sie mit dem Kartenvorverkauf für die Prunksitzung beschäftigt und mit dem Herrichten der kunterbunten Kostüme für den Auftritt ihrer Tanzmädels. Überhaupt hat sie bei all den anstehenden Terminen alle Hände voll zu tun. „Ich bin überall dabei – vom Anfang bis zum Schluss. Und mein Mann packt, wann immer möglich, ebenfalls mit an“, sagt sie und schaut mit strahlenden Augen nach vorne.

Für UVB-Vorsitzende Sinika Walter-Haselbauer steht fest: „Ich würde Petra Stemler nicht mehr hergeben. Solche engagierten und zuverlässigen ehrenamtlichen Mitglieder sind unverzichtbar. Man muss sie sogar manchmal ausbremsen.“ Dabei hätte sie die Allrounderin schon gerne einmal als Tollität mit Krone und Zepter gesehen. Dagegen wehrt sich Stemler aber vehement: „Ich mache alles mit, nur Prinzessin will ich nicht sein.“

x