Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Monika Wagner-Gödtel nimmt als Leiterin der Integrierten Gesamtschule ihren Hut

Freut sich auf neue Perspektiven: Monika Wagner-Gödtel. Die bisherige Leiterin der Integrierten Gesamtschule in Landstuhl verabs
Freut sich auf neue Perspektiven: Monika Wagner-Gödtel. Die bisherige Leiterin der Integrierten Gesamtschule in Landstuhl verabschiedet sich in den Ruhestand.

19 Jahre lang war Monika Wagner-Gödtel Lehrerin mit Leib und Seele in Landstuhl. Erst an der einstigen Konrad-Adenauer-Realschule, dann als Schulleiterin der neuen Integrierten Gesamtschule (IGS). Nun verabschiedet sie sich in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Es ist der letzte Tag im Juli. Nur noch wenige Stunden, dann geht für Monika Wagner-Gödtel eine Ära zu Ende. Wenn sie die Schultür hinter sich schließt, eröffnet sich für sie ein neuer Lebensabschnitt. „Darauf freue ich mich, obwohl ich sicher einiges vermissen werde. Besonders die Kinder“, sagt die 62-Jährige. „Aber nun ist der Moment gekommen, mehr Freiraum für das Privatleben und die Dinge, die bisher hinten anstehen mussten, zu haben.“

Mitnehmen wird sie einen reichen Erfahrungs- und Erinnerungsschatz. Immerhin war sie seit 1984 im Schuldienst. Die erste Planstelle nach dem Politik- und Theologiestudium in Mainz und dem Referendariat führt sie an eine Ludwigshafener Realschule. Es folgt der Wechsel an eine Realschule in Pirmasens. Dort bleibt sie zwölf Jahre lang. Bis sie 2001 als zweite Konrektorin an die Konrad-Adenauer-Realschule in Landstuhl geht, 2003 stellvertretende Schulleiterin wird und zwei Jahre später Rektorin.

Schulreform bringt große Herausforderung mit sich

Noch ahnt sie nicht, welche Herausforderungen auf sie zukommen sollten. Die ersten großen bringt die Schulreform 2007/08 mit sich. „Da mussten wir uns überlegen, wie es mit der Schule weitergehen soll. Schließlich fiel im Schulterschluss mit der Verbandsgemeinde die Entscheidung, eine IGS entstehen zu lassen. Das hat natürlich viel Vorbereitungsarbeit erfordert.“ Die übernimmt ein Kollegenteam als Planungsgruppe unter der Leitung von Wagner-Gödtel. „Es ging darum, wie das Profil der Schule und die Umsetzung aussehen sollen.“

Gleichzeitig müssen in einer Fusion die Konrad-Adenauer-Realschule und die Friedrich-Ebert-Schule auslaufen. Deren Schüler bis zur endgültigen Abwicklung zum Abschluss zu bringen und parallel dazu die IGS bis zu ihrem Start im Schuljahr 2009/10 aufzubauen, erweist sich als Kraftakt. „Das war eine anstrengende, vor allem aber spannende Sache, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Mit der IGS konnten wir die Vision einer Schule verwirklichen, die Kindern, die noch Entwicklungsbedarf haben, Zeit lässt.“

Viel Überzeugungsarbeit für die IGS geleistet

Für die Position der Schulleiterin musste Monika Wagner-Gödtel noch einmal den offiziellen Weg gehen und sich darum bewerben. „Dass ich den Zuschlag bekommen habe, hat mich sehr gefreut. Es war ein Zeichen des Vertrauens.“ Doch wird die neue Schule auch angenommen und genügend Zulauf haben? „Diese Fragen haben wir uns natürlich gestellt, und ich war viel unterwegs, um in Grundschulen und auf Infoveranstaltungen Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Eine arbeitsintensive Zeit, die dem Privatleben abgeht. „Aber meine Familie hatte viel Verständnis, außerdem waren meine beiden Söhne schon größer. Als dann 2015/16 auch noch die Oberstufe eingeführt werden konnte und schließlich eine stolze Schülerzahl das Abi gemacht hat, war unser Plan aufgegangen. Es ist schön zu sehen, dass junge Menschen ihren Weg nehmen.“

„Man muss um jeden einzelnen Schüler kämpfen“

Schüler eng zu begleiten, sie zu fördern, die Eltern mit ins Boot zu nehmen und eine gute Kommunikation auf allen Ebenen zu pflegen, sei wichtig, wenn Schule gelingen soll. Im Umgang mit Kindern brauche es Geduld, Empathie und Einfühlungsvermögen. „Man darf nicht so schnell aufgeben, muss um jeden Einzelnen kämpfen. Wenn es sich am Ende lohnt, ist es ein Stück Glück“, sagt Wagner-Gödtel, und ihre leuchtenden Augen unterstreichen die Aussage. „Die Beziehung zu den Kindern hat mich getragen, wir sind miteinander gewachsen.“

Umso drastischer werden die Konsequenzen erlebt, die die Corona-Krise mit sich bringt. „Das war eine völlig neue Situation, die sich plötzlich gestellt hat. Zum Glück konnten wir das mündliche Abi noch über die Bühne bringen. Dann waren alle Schüler zu Hause, und die Schule erschien mir wie ein Geisterhaus. Die Kollegen und ich haben alles getan, um untereinander und mit den Schülern per Telefon oder Internet in Kontakt zu bleiben.“ Vor der schrittweisen Öffnung Anfang Mai musste von den Stundenplänen bis zu der Belegung der Räumlichkeiten alles neu geplant werden. „Das war angesichts der Sicherheitsauflagen nicht einfach. Dazu noch die tägliche Anspannung, was zu tun ist, wenn ein Coronafall auftreten sollte.“

Schulfest mit Abschied fällt Pandemie zum Opfer

Die Pandemie macht auch dem großen Schulfest zum zehnjährigen Bestehen der IGS einen Strich durch die Rechnung. „Es sollte vor den Ferien steigen, und dabei wollte ich mich offiziell verabschieden. Das war nun leider nicht möglich. Dennoch war es ein intensiver Abschied, ich hatte viele Gespräche mit Kollegen.“

Die Unwägbarkeiten, die Corona mit sich bringt, werden auch in nächster Zukunft das Schulleben begleiten. „Das macht mir den Weggang etwas leichter, auch wenn er mit Wehmut verbunden ist. Ich war sehr gern Lehrerin und würde den Beruf immer wieder ergreifen. Aber nun bin ich gespannt auf die neuen Perspektiven, die sich auftun.“

Reisen, lesen, etwas Sport treiben, Tage, die nicht der Terminkalender bestimmt und neugierig sein auf das, was kommt. Darauf freut sich Monika Wagner-Gödtel, wäre aber nicht sie selbst, würde sie sich nicht eine neue Aufgabe suchen. „Die eine oder andere Idee habe ich schon“, meint sie lächelnd, behält Details aber erst mal für sich.

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