Kommentar
Lieber vorsichtig sein

Aus einst militärisch genutzten Flächen hätte ein prosperierendes Gewerbegebiet werden sollen. Dann aber stoppten per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), die 2017 in einem Brunnen in Mehlingen nachgewiesen wurden, das Projekt „Gewerbepark Sembach“. Seither wird gerätselt, woher die giftigen Stoffe kommen. Der Verdacht: Der Boden des früheren Flugplatzes könnte kontaminiert sein. Dass es nun eine gründliche Untersuchung gibt, ist daher gut. Zwar gibt es keinen Grenzwert, ab dem die PFC als bedenklich für den Menschen gelten, gesundheitsfördernd sind sie jedoch auf keinen Fall. Solange unklar ist, ob nicht schon kleinste Mengen schaden können, sollte nicht leichtfertig damit umgegangen werden. Zumal der Mensch über viele Produkte ohnehin schon mit diesen Chemikalien in Berührung kommt. Jede weitere mögliche Kontaminationsquelle sollte daher ausgeschlossen werden. Noch besser wäre es, wenn im Fall einer PFC-Belastung auch eine echte Sanierung erfolgen würde. Das aber ist unwahrscheinlich. Zu teuer. Selbst die Behörden erachten daher eine Versiegelung verseuchter Flächen für sinnvoll. Verständlich also, dass der Ortsbürgermeister lieber sofort weitere Unternehmen ansiedeln würde. Er denkt an Steuereinnahmen und daran, dass am Ende ja doch einfach zugebaut werden soll. Das Gift, so es denn im Boden steckt, bliebe dann aber erhalten.
