Trippstadt
Kunstschmied Heinz Denig im Alter von 86 Jahren gestorben
Damaszener oder Damast-Stahl ist eine Schweißverbund-Legierung, deren Fertigung bereits in vorchristlicher Zeit im Orient perfektioniert wurde. Damals diente der Werkstoff vor allem zur Waffen-Herstellung. Wegen seiner dekorativen Musterung ist er in den vergangenen Jahrzehnten erneut in Mode gekommen.
Heinz Denig – 1934 in Kaiserslautern geboren – durchlief eine Ausbildung als Schmied und Kunstschlosser. Nachdem er 1959 die Meisterprüfung bestanden hatte, wandte er sich der Rückentwicklung der Damaszener Techniken zu und fand in der so genannten Archäometallurgie ein breites Betätigungsfeld.
Mit Museen in aller Welt zusammengearbeitet
Die Teilnahme an archäologischen Symposien in aller Welt trug ihm internationale Anerkennung ein. Unter anderem arbeitete er mit dem British Museum, dem Nationalmuseum Kopenhagen sowie zahlreichen Universitäten in Polen, Schweden und Norwegen zusammen – Hochschulen also, die vor allem die Eisenverarbeitung der Wikinger erforschen.
Denig gestaltete Ausstellungen und hielt Vorträge vor Fachpublikum, ehe er sich schließlich 1987 in Trippstadt eine eigene Werkstatt einrichtete. Seine beiden Bücher über „Alte Schmiedekunst“ – herausgegeben von der Heimatstelle Pfalz, dem späteren Institut für pfälzische Geschichte – gelten bis heute als Standardwerke.
Er selbst sprach stets von einem „außergewöhnlich faszinierenden Thema“ und „lebendiger Geschichte zum Anfassen“. Seine Basisarbeit wurde unter anderem mit dem Alfred-Habermann-Preis gewürdigt, der nach dem 2008 verstorbenen „Schmiedepapst“ benannt ist. Wie jener war auch Heinz Denig ein mitreißend mitteilungsfreudiger Amboss-Artist, der seine schwung- und eindrucksvollen Vorführungen durch Begeisterungsfähigkeit befeuerte. Jetzt ist die Esse am Heidenkopf erloschen.