Kreis Kaiserslautern
Corona-Tests sind bisher noch nicht knapp
„Wir haben pro Tag etwa 200 Anrufer am Telefon, die nach einem Testtermin fragen. Das können wir gar nicht bewältigen“, schildert Barbara Braun, Apothekerin in der Moorapotheke in Bruchmühlbach-Miesau, die Situation. Die vergangenen zwei Wochen, seit der Einführung der 3G Regel am Arbeitsplatz seien „heftig“ gewesen und die Nachfrage nach wie vor ungebrochen.
14 Tests pro Stunde
Zwölf bis 14 Antigentest-Abstriche macht das Team der Moorapotheke pro Stunde, dazu kommen noch einige PCR-Tests. Das sei nicht einfach zu bewältigen, da die Testzeit auf zwei mal zwei Stunden pro Tag begrenzt sei und der normale Apothekenbetrieb ja daneben weiter laufe. Mittwochs und samstags werde nur am Vormittag getestet. „Wir wollen niemand wegschicken, möchten diesen Service aber überwiegend für die Bürger vor Ort anbieten“, stellt Braun klar. Wegen Krankheit fehlten zurzeit Mitarbeiter, es sei derzeit generell sehr schwierig, Personal zu bekommen, schildert die Apothekerin die Situation. Etliche Kunden empfänden es als unfair, dass sie sich trotzdem testen lassen müssen, obwohl sie bereits geimpft sind.
Dass die Tests knapp werden könnten, befürchtet die Apothekerin zurzeit noch nicht – obwohl sie sich jetzt selbst um deren Einkauf kümmern müsse. Bisher habe sie die Tests vom Land beziehen müssen. Dieses gebe seit kurzem nur noch Tests an kommunale Bürgertestzentren aus. „Ich habe jetzt noch Tests für drei Wochen und hoffe, dass sich der Markt bis dorthin wieder entspannt hat“, so Braun.
Insgesamt 1294 Abstriche seit November
Insgesamt 1294 Abstriche haben ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter des DRK-Kreisverbands, der mehrere Teststellen im Kreis betreibt, im Zeitraum vom 1. November bis zum vergangenen Montag genommen, informiert DRK-Pressebeauftragte Ute Müller. Beim Ortsverein Enkenbach-Alsenborn wurden 299 Tests gemacht, davon waren zwölf positiv. Beim Ortsverein Reichenbach-Steegen waren
Situation bei den Wartenden angespannt
Seit Beginn der 3G Regel am Arbeitsplatz nutzten die Bürger die kostenfreien Corona-Schnelltests in den DRK Bürgertestcentern wieder vermehrt. Diese hätten ihre Öffnungszeiten inzwischen wieder erweitert.
Seit der Wiedereröffnung ihres Abstrichzentrums in Mackenbach Anfang Dezember sei das Testen wieder gut angelaufen, teilt Malteser-Pressesprecher Jens Simon mit. In den drei Testkabinen könnten die Helfer zwischen 40 und maximal 70 Personen pro Stunde testen. Aktuell seien sie noch nicht maximal ausgelastet. „Wir hatten seit dem 3. Dezember im Schnitt im 100 bis 200 Testungen pro Tag. Wobei der Sonntag mit knapp 200 Testungen bisher am stärksten frequentiert war“, so Simon. Derzeit seien sie mit Testkits, die sie vom Zentrallager des Landesamtes für Jugend und Soziales bezögen, noch versorgt. Nachschub sei bestellt. Über eine Verknappung oder Lieferschwierigkeiten lägen ihnen derzeit keine Informationen vor.
Dreimal Geimpfte brauchen Test für Pflegeheim
„Viele Leute brauchen den Test für die Arbeit“, beobachtet Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt (CDU), die auch Erste Vorsitzende des SV Alsenborn ist, einen „stetigen Andrang“ beim kommunalen SVA-Testzentrum, das sonntags von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung Abstriche nimmt. „Letzte Woche haben wir 200 Tests gehabt. Wir müssen schon immer zusehen, dass wir rechtzeitig neue Testkits beim Land vorbestellen, damit wir in der nächsten Woche genügend haben“, so Heß-Schmidt. Lieferprobleme habe es aber bisher noch nicht gegeben. „Die meisten Leute warteten geduldig in der Schlange“, schildert die Beigeordnete die Stimmung. Dass die Nachfrage mit der Zeit geringer wird, glaubt sie allerdings nicht. „Die Regeln sind jetzt noch mal verschärft worden: So brauchen jetzt auch doppelt geimpfte und geboosterte Personen einen Test, wenn sie Angehörige im Pflegeheim und im Krankenhaus besuchen wollen.“