Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Werner Liebrich: FCK-Freunde gedenken des Weltmeisters zum 95. Geburtstag

Annemarie Liebrich hat ihres Mannes am Dienstag in angenehmer Gesellschaft gedacht. Repräsentanten des 1. FCK und der Museums-In
Annemarie Liebrich hat ihres Mannes am Dienstag in angenehmer Gesellschaft gedacht. Repräsentanten des 1. FCK und der Museums-Initiative hatten sich am Grab von Werner Liebrich eingefunden.

Weltmeister und zweifacher Deutscher Meister mit der legendären „Walter-Elf“: Seine wichtigsten Triumphe sind ungezählten Fußballfreunden weit über seine Heimatstadt hinaus geläufig. Dass Werner Liebrich mal „Löwe von Wembley“ genannt wurde und sogar im Lauterer Stadtrat saß, ist hingegen weniger bekannt. Dies und mehr kam am Dienstag zur Sprache. Anlass: Liebrich wäre 95 Jahre alt geworden.

Dies und mehr kam am Dienstag zur Sprache. Anlass: Liebrich wäre 95 Jahre alt geworden. Annemarie Liebrich hat gestern leicht verspätete, aber von Herzen kommende Glückwünsche entgegennehmen dürfen. Fast drei Jahrzehnte lang hat sie ihrem Lebensgefährten und späteren Ehemann stets am Tage nach ihrem eigenen Geburtstag gratulieren können. Am Montag hat Annemarie Liebrich ihr 84. Wiegenfest feiern können. Dass sie tags darauf mit Blumen am Grabe ihres 1995 verstorbenen Mannes stehen würde, war keinerlei Frage. Dass sie aber auch bei der kleinen Ehrenfeier mit dabei war, freute die Initiatoren ganz besonders.

Führende Köpfe der Museums-Initiative und des Vereins hatten sich auf dem Hauptfriedhof eingefunden, um des Weltmeisters zu gedenken. Wolfgang Erfurt, Vorstandsvorsitzender des 1. FCK e.V., wertete dies zum Abschluss der Zusammenkunft als schönes Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der FCK-Familie. Dass die Erinnerung an die „Helden von Bern“, aber auch an so einige weitere sportliche Wegbegleiter keineswegs verblasst, dafür bürgen Menschen wie Hans Walter und Rolf Conrad. Jeder für sich kommt als eine Art wandelndes Lexikon daher, beide sammeln und bewahren sie akribisch Fakten, Anekdoten und Memorabilien rund um den pfälzischen Traditionsverein.

Klar, dass das ehrenvolle Gedenken an einen der Weltmeister von 1954 Anlass bot, mit Fakten aufzuwarten und in Erinnerungen zu schwelgen, Geschichtchen zu erzählen, auch einige weniger bekannte Aspekte zu beleuchten. Hans Walter würdigte den Sportler wie den Menschen Werner Liebrich. Er erzählte vom Bemühen der Mutter, den beiden Buben – Werner und dem vier Jahre älteren Ernst – den Weg ins Leben zu ebnen, während der Vater im Gefängnis saß. Liebrich senior war als KPD-Sympathisant den Nazis ein Dorn im Auge.

Werner Liebrich habe sich vieles erkämpfen müssen, und das habe ihn geprägt. Auch auf dem Platz sei er Kämpfer und Antreiber gewesen. Der Abwehrchef auf der damaligen „Stopper“-Position hat 355 Oberliga-Spiele für den FCK bestritten, insgesamt 440 Mal das Trikot der Roten Teufel getragen. „Eine ungeheure Zahl“, meinte Walter, der auch Liebrichs Auftritt als „Feuerwehrmann“ erwähnte: 1965 war der vormalige Kapitän nach seinem Karriereende als Trainer eingesprungen und hatte es geschafft, seinen Verein vorm Abstieg aus der Bundesliga zu retten.

Walter und Rolf Conrad, ebenfalls eine Stütze bei der Initiative Fritz-Walter-Museum, warfen sich die Bälle zu. Conrad streute Zitate ein, berichtete etwa davon, dass ein englischer Reporter Werner Liebrich bei einem Länderspiel auf der Insel hochachtungsvoll als „Löwen von Wembley“ bezeichnet hatte.

16 Mal trug der Pfälzer das Trikot mit dem Bundesadler, ansonsten war er seinem FCK stets treu geblieben. Dabei habe es gegen Ende sogar ein lukratives Angebot aus Kanada gegeben. Dies aber habe Liebrich ausgeschlagen – „das war zu weit“, vollendete Annemarie Liebrich Walters Satz versonnen.

Sie selbst aber hatte den berühmten Fußballer erst nach seinen großen Erfolgen kennengelernt. „Fragen Sie mich deshalb bloß nichts über das WM-Endspiel ’54. Dazu kann ich nämlich überhaupt nichts erzählen“, sagte die Witwe lächelnd.

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