Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Vater Michael Wolter vererbt seinem Sohn Leon die Leidenschaft

Zwei Fußballer, eine Familie: Michael Wolter hat sein Fußballgen an seinen Sohn Leon weitergegeben.
Zwei Fußballer, eine Familie: Michael Wolter hat sein Fußballgen an seinen Sohn Leon weitergegeben.

Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Bei Michael Wolter und seinem Sohn Leon passt dieses Sprichwort. Ersetzt man den Apfel noch durch einen Ball, dann weiß man, worin sich die beiden gleichen. Der Vater hat seinem Filius das Talent und die Leidenschaft für den Fußball vererbt.

In der Fußballstadt Kaiserslautern ist Michael Wolter schon seit vielen Jahren eine feste Größe. Jeder, der sich nicht nur mit dem großen 1. FC Kaiserslautern beschäftigt, sondern auch ein Herz für die in den Amateurklassen spielenden Vereine der Stadt hat, kennt ihn. Seine große Zeit als Fußballer erlebte der gebürtige Lauterer als Stürmer des TuS Hohenecken. Unvergesslich ist die Leidenschaft, mit der er auf Torjagd ging. Hatte er einmal nicht getroffen, war ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Wolter wollte immer treffen, und er traf auch, schoss Tore wie am Fließband und hatte großen Anteil daran, dass der TuS im Jahre 2006 in die Oberliga aufstieg. „Das war damals ein Wahnsinn“, erinnert er sich an das Meisterjahr und den triumphalen Aufstieg. Später brachte er seinen gerade auf die Welt gekommenen Sohn Leon mit nach Hohenecken und ließ ihn auf dem Sportgelände des TuS Fußballluft schnuppern. Stolz hielt er ihn damals auf dem Arm.

Und stolz ist der kürzlich 44 Jahre alt gewordene Michael Wolter noch immer auf seinen Sohn. Leon, mittlerweile 16 Jahre alt, ist auch Fußballer geworden. Was ja bei diesem Vater nicht allzu verwunderlich erscheint. Doch Michael Wolter legt Wert darauf, dass er Leon nicht dazu gedrängt habe, es ihm gleichzutun und dem Ball hinterherzujagen. „Er hat von selbst angefangen zu kicken“, beschreibt er die ersten Ballkontakte seines Sohnes.

Auf dem „Erbse“

Schnell stellte sich heraus, dass Leon großen Spaß am Fußballspielen hatte. Und da war es naheliegend, Michael Wolter wohnt mit seiner Familie in Sembach, den ballverliebten Sprössling in Mehlingen in einem Bambini-Team trainieren und spielen zu lassen. Da Michael Wolter nach seinem Abschied vom TuS Hohenecken auch weiterhin dem Ballsport frönte, hatte seine Ehefrau Larissa zwei Fußballer im Haus.

Nach einigen Zwischenstationen bei der SG Meisenheim und dem TuS Altleiningen zog es Wolter wieder zurück nach Lautern, und er stieg beim traditionsreichen VfR Kaiserslautern als Spielertrainer ein. Damit begann eine für ihn und seinen Sohn prägende Zeit. „Leon ist auf dem Erbsenberg groß geworden“, erzählt Wolter von diesem neuen Lebensabschnitt. Wenn der VfR auf dem „Erbse“ ein Heimspiel bestritt, wollte Leon unbedingt dabei sein und seinen Vater spielen sehen. „Ich habe mich immer darauf gefreut“, erinnert sich Leon gerne an diese Zeit, in der sein Papa den VfR von der A-Klasse zunächst in die Bezirks- und dann in die Landesliga führte. Was ihn dabei besonders am Spiel seines Vaters beeindruckt habe, sei dessen Schnelligkeit und Drang zum Tor gewesen, sagt Leon, der bis zur C-Jugend in Mehlingen kickte, dann zwei Jahre zum ASV Winnweiler wechselte und jetzt beim JFV Fritz-Walter-Jugend spielt, eine der besten Adressen in Sachen Jugendfußball im Kreis Kaiserslautern, wie sein Vater findet.

Eiskalt vor dem Tor

Klar, dass der, wann immer es geht, die Spiele Leons in der B-Junioren-Landesliga verfolgt. Natürlich ist in seinem Blick viel Vaterstolz, aber er ist zu sehr Fußballfachmann, als dass er sich dadurch in seinem Urteil über die fußballerischen Fähigkeiten des Juniors beeinflussen ließe. „Leon ist ein anderer Spielertyp als ich. Er ist technisch sehr begabt“, sagt Michael Wolter und nennt noch eine Qualität seines Sohnes, die er besonders bemerkenswert findet: „Er ist eiskalt vor dem Tor.“ Verständlich, dass ihm diese Eigenschaft gefällt, die er ja als ehemaliger Goalgetter auch in großem Maß besaß. Im Unterschied zu seinem Vater spielt Leon aber nicht ganz vorne, sondern im offensiven Mittelfeld.

Auch in einem anderen Punkt unterscheiden sich die beiden, und zwar in der Wahl ihres Vorbilds. War es für Michael der begnadete französische Stürmer Thierry Henry, dem er nacheiferte, so ist es für seinen Filius ein noch Größerer der Fußballkunst, nämlich Lionel Messi. Als er den Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar spielen gesehen habe, sei er außer sich vor Begeisterung gewesen, sagt Leon. Sah er den siebenmaligen „Weltfußballer des Jahres“ und Weltmeister da nur im Fernsehen, so hat er sein Vorbild auch schon zweimal leibhaftig in Aktion gesehen. So reiste Leon vor einigen Jahren mit seinen Eltern nach Barcelona und sah dort Messi im Camp Nou in einem Spiel der Primera Division. Dass dann Messi auch noch den FC Barcelona mit seinem Tor zum 1:0-Sieg schoss, ließ dieses Spiel für den Jungfußballer zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. „Das hat mir sehr viel gegeben“, sagt Leon Wolter, der im vergangenen Jahr noch einmal Gelegenheit fand, den Wunderstürmer im Stadion zu sehen, und zwar in einem Spiel von Paris Saint-Germain, dem neuen Klub von Lionel Messi.

„So hoch wie möglich“

Inwieweit er den Spuren seines großen Idols folgen kann, wird sich zeigen. An Ehrgeiz fehlt es Leon jedenfalls nicht. „Ich will so hoch wie möglich spielen“, sagt er und gleicht darin seinem Vater, der ja auch vor Ehrgeiz brannte und noch immer brennt. Nicht mehr als Spieler, sondern als Trainer. In der kommenden Saison wird Michael Wolter, der in Kaiserslautern einen Laden, „Michel’s Brotkorb“, betreibt, die SG Veldenzland coachen, und natürlich will er auch da erfolgreich sein.

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