Fussball
Rechenspiele und Endrundenpläne der drei Verbandsligisten
Der SV Steinwenden tritt am Sonntag um 15 Uhr zum Abschluss der Vorrunde beim Tabellenzweiten SC Idar-Oberstein an. Durch den Sieg des FK Pirmasens II in Bad Kreuznach kann er die Aufstiegsrunde und dadurch den erhofften vorzeitigen Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Doch das Team will beim Spitzenklub gewinnen, denn mit Schützenhilfe kann es immer noch die Aufstiegsspiele erreichen.
Helfen könnte dabei eine pikante Liga-Konstellation, die durch die diesjährige Regelung entstanden ist: Nur Punkte aus den direkten Duellen werden in die Aufstiegsrunde mitgenommen. Idar-Oberstein nimmt unabhängig vom Spielausgang deshalb definitiv nur sechs Punkte mit. Absurderweise kann der SCI aber durch eine Niederlage gegen Steinwenden dem SV Morlautern drei Punkte klauen: Zieht dadurch der SVS anstatt des FKP in die Endrunde ein, zählt für Morlautern plötzlich die Heimniederlage gegen Steinwenden. Gegen Pirmasens hatte der SVM beide Spiele gewonnen.
Rechenspiele
Wird Idar-Oberstein auf den Platz gehen, um das Spiel zu verlieren und so den Abstand auf Morlautern zu reduzieren? Wer die Beteiligten kennt, wird nicht ernsthaft davon ausgehen. „Ich glaube nicht, dass sich das wirklich positiv für uns auswirken wird. Idar-Oberstein wird eher alles dran setzen, die Schlappe gegen Morlautern vor heimischem Publikum wieder gutzumachen. Der Abstand zum SVM ist mit zwölf Punkten schon so deutlich, dass solche Rechenspiele wohl keine große Rolle mehr spielen,“ glaubt SVS-Trainer Daniel Meisenheimer nicht an einen Vorteil.
Geschenke sind wohl für den SVS nicht zu erwarten, der auf die verletzten Anton Artemov und Moritz Rödel verzichten muss. Zudem ist Steinwenden auf Schützenhilfe des VfR Baumholder angewiesen, der den FKP II in einer Partie mit ähnlich komplizierter Rechnerei empfängt. Bei Punktgleichheit wird der SVS bereits am kommenden Mittwoch in einem Entscheidungsspiel in Rieschweiler auf den FKP II treffen. Wie Siege in solchen Situationen klappen, hat das Team von Daniel Meisenheimer eindrucksvoll bewiesen, als der Aufstiegsrundenplatz nach der bitteren Heimniederlage gegen Hohenecken bereits verspielt schien. Steinwenden kämpfte sich eindrucksvoll zurück und besiegte den direkten Konkurrenten FKP II auf dessen Platz.
Auch das Hinspiel gegen Idar-Oberstein bietet trotz der Last-Minute-2:4-Niederlage durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit Anlass zu Optimismus. Der SVS war eher an der eigenen Chancenverwertung als an einem übermächtigen Gegner aus der Spitzengruppe gescheitert.
Hohenecken im Abstiegsduell
Zum Abschluss der Hauptrunde geht es für den Fußball-Verbandsligisten TuS Hohenecken noch einmal ums Ganze. Das Team von Trainer Benny Hassenfratz empfängt am Sonntag (15 Uhr) die SG Rieschweiler und will in dieser Partie unbedingt mit einem Sieg drei wichtige Punkte gegen den Abstieg erobern.
Beide Mannschaft stehen nach 15 Spielen in der Gruppe I im Tabellenkeller. Der TuS auf dem siebten und die SG auf dem achten und damit vorletzten Platz. Da für die beiden Kontrahenten der erste Saisonteil alles andere als gut gelaufen ist, steht ihnen nach der Haupt- in der Abstiegsrunde der Kampf um den Ligaverbleib bevor. Im Hinblick darauf sind die Punkte am Sonntag für den TuS und die SG wichtig. Der Sieger nimmt sie nämlich in die Abstiegsrunde mit und verbessert damit seine Chancen, auch in der nächsten Spielzeit noch in der Verbandsliga mit von der Partie zu sein.
Darauf zielt TuS-Trainer Hassenfratz ab, wenn er betont, dass seine Mannschaft dieses Abstiegsduell „auf keinen Fall“ verlieren dürfe. An Selbstvertrauen sollte es den Hoheneckern nicht fehlen. Landeten sie doch am vergangenen Wochenende einen 4:1-Sieg beim VfR Baumholder. Dass seine Mannschaft dabei mit vier Toren eine vorher nicht gekannte Offensivstärke zeigte, stimmt Benny Hassenfratz zuversichtlich, die SG diesmal bezwingen zu können. In der Vorrunde trennten sich beide Mannschaften 1:1 unentschieden.
Primus Morlautern
Als haushoher Favorit geht der Verbandsligist SV Morlautern in die letzte Partie der Hauptrunde. Der souveräne Tabellenführer der Gruppe I gastiert am Samstag (16.30 Uhr) beim Schlusslicht SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach.
Alles andere als ein deutlicher Sieg der Morlauterer wäre eine dicke Überraschung. Zu eindrucksvoll präsentierten sie sich in den bisherigen Saisonspielen, als dass sie gerade in der Partie gegen die SG straucheln könnten. Am vergangenen Wochenende deklassierten sie im Spitzenspiel den Ligazweiten SC Idar-Oberstein mit 4:0 und setzten damit ihre phänomenale Erfolgsserie fort. Zum 14. Mal in Folge bezwangen sie da einen Ligakonkurrenten und unterstrichen damit ganz dick ihre Ambitionen in Sachen Titelgewinn und Aufstieg in die Oberliga. Letzteres wird sich aber erst in der Meisterschaftsrunde entscheiden. Bevor es da um die Wurst geht, sind die Schützlinge von Daniel Graf also noch einmal bei der SGM gefordert, in einem Spiel, in dem es bloß noch in einem statistischen Sinn um wertvolle Punkte geht. Denn weder kann sie der SVM in die Meisterschaftsrunde mitnehmen, noch die SGM in die Abstiegsrunde. Angesichts dieser nicht gerade motivierenden Ausgangslage kann man Trainer Graf verstehen, dass er ein Problem darin sieht, „die Spannung aufrechtzuerhalten“. Aber das heißt nun nicht, dass dem Primus diese Partie egal ist. Da ist ja noch die imposante Serie, die den Ehrgeiz der Morlauterer sicherlich anstacheln dürfte.