Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Grünen-Kandidat Michael Kunte will die Mobilitätswende

Michael Kunte.
Michael Kunte.

Michael Kunte will, dass sich vor allem in der Klimapolitik nachhaltig etwas verändert. Deshalb möchte der Mathematiker für die Grünen das Direktmandat gewinnen. Und geht mit gutem Beispiel voran.

Das Pendeln nach Berlin wäre für Michael Kunte ein eher kleines Problem. Mit Ortswechseln kommt er gut klar. Während er noch als Finanzberater bei der Commerzbank in Frankfurt arbeitete, kam seine heute achtjährige Tochter auf die Welt. Seine Frau Imke, Physikerin, hatte damals gerade ein Stipendium in Oxford. Da hat er spontan Elternzeit genommen und ist mit ihr nach England umgezogen.

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Der 42-Jährige, der in Kaiserslautern Mathematik studiert hat und an der Universität des Saarlandes promovierte, ist seit 2017 Dozent und Geschäftsführer eines Sonderforschungsbereichs am Fachbereich Mathematik an der Technischen Universität. „Für mich ist das die perfekte Arbeitsstelle, weil mich Lehre schon immer fasziniert hat, ich aber auch gut organisieren kann“, sagt der gebürtige Wiesbadener, der mit seiner Familie auf dem Lämmchesberg lebt.

Risikomanagement für die Commerzbank gemacht

„Mut zur Veränderung“ ist sein Lebensmotto. „Ich habe in der Finanzkrise Risikomanagement für die Commerzbank gemacht“, erzählt er. Diese Zeit habe ihn auch politisiert. Heute dränge er auf eine starke Bankenaufsicht. Wobei er sich bei den Grünen vor allem wegen seiner beiden Töchter (6 und 8) engagiert. „Ich will, dass sie eine gute Zukunft haben.“

Und weil er durch seine Arbeit für die Grünen im Kaiserslauterer Stadtrat erkannt hat, dass die zentralen Fragen auf Bundesebene entschieden werden, will er in den Bundestag. „Sich lokal zu engagieren reicht nicht aus. Wir müssen den Klimawandel aufhalten, die Landwirtschaft muss ökologischer werden, Umweltgifte müssen reduziert werden“, nennt er als Beispiele. „Auf die großen Probleme haben nur die Grünen Antworten.“ Als Mathematiker sei er ein rationaler Typ, pragmatisch, gehe die Herausforderungen nicht emotionsgeleitet an. Das qualifiziere ihn. „Ich weiß, dass man auch Kompromisse schließen muss und kann, ohne dabei seine Ideale aufzugeben.“ Wichtig sei ihm, dass Kommunen finanziell besser ausgestattet werden. Das habe zuletzt das Ringen um einen Haushalt für die Stadt Kaiserslautern gezeigt. „Wir brauchen zudem einen Schuldenschnitt.“

„Es geht nicht um Verbote oder Verzicht“

Kunte besitzt zwar ein Auto. Weil er will, dass die Mobilitätswende kommt und beispielsweise der ÖPNV und die Fahrrad-Infrastruktur ausgebaut werden, bleibt es aber meistens stehen und er schreitet mit gutem Beispiel voran: „Wir machen fast alles zu Fuß oder mit dem Rad, auch Einkäufe auf dem Wochenmarkt oder beim Bäcker in der Innenstadt.“ Das sei auch Lebensqualität, dazu müssten die Radwege aber noch viel besser ausgebaut werden. „Es geht uns nicht um Verbote oder Verzicht, aber weniger Autos in den Städten, das schafft nun mal mehr Raum für Menschen.“ Die Doppelhaushälfte, in der er wohnt, sei energetisch saniert, verfüge über eine Photovoltaikanlage, geheizt werde mit einem wasserführenden Holzofen.

In der Freizeit steht viel Sport auf dem Programm: Radfahren, Joggen, oft ist er mit der Familie im Pfälzerwald unterwegs. Kunte, der auf der Grünen-Landesliste auf Platz 12 steht, rechnet sich gute Chancen aus, das Direktmandat zu gewinnen. „Ich spüre viel Rückenwind, weil wir glaubwürdig sind und wir nachhaltig etwas verändern wollen, das 1,5-Grad-Ziel, das die Erderwärmung stoppen soll, fest im Blick haben.“

Drei wichtige Themen

Familien, Kinder und Jugendliche: Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Politik wertschätzender wird für Familien, Kinder und Jugendliche. Sie haben während der Pandemie besonders viel zurückstecken müssen.

Starke Kommunen mit digitaler Verwaltung und finanzieller Perspektive: Hier vor Ort ist es, wo sich entscheidet, ob unsere Demokratie begeistert. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Schwimmbäder, Zoos und Eisbahnen zukunftsfest werden.

Mobilitätswende: Wir brauchen eine echte Mobilitätswende, die vor Ort für alle funktioniert. Das heißt für mich eine Reaktivierung von Bahnstrecken, guten ÖPNV, Park-and-Ride-Parkplätze am Rande der Städte, gute Radinfrastruktur und ausreichend E-Ladestationen.

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