Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Eisenbahnviadukt: Deutlich teurer, aber immerhin ist ein Ende in Sicht

Es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Läuft alles nach Plan, rollt Ende 2024 im Viadukt wieder der Verkehr.
Es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Läuft alles nach Plan, rollt Ende 2024 im Viadukt wieder der Verkehr.

Der Neubau der Eisenbahnüberführung – des Viadukts – ist also keine unendliche Geschichte: Ab Mai 2024 übernimmt die Stadt die Baustelle von der Deutschen Bahn. Sie kümmert sich um die Fahrbahn, die Rad- und Fußwege. Bevor dann die Trippstadter Straße in Richtung Logenstraße erneuert wird, soll das Viadukt für den Verkehr freigegeben werden.

Von einer „kleinen neverending Story in Kaiserslautern“, einer fast unendlichen Geschichte, sprach Sebastian Staab im Bauausschuss am Montagnachmittag. Denn bis die Arbeiten wirklich begannen, war es ein weiter Weg, weshalb der Leiter des Referats Tiefbau zurückblickte: Die erste Vereinbarung zum Neubau zwischen Stadt und der Deutschen Bahn (DB) Netz AG wurde im Jahr 2010 getroffen, ein erster Baubeginn folgte im Jahr 2013. Drei Jahre später kündigte die Bahn der Baufirma. Es folgten mehrere Neuausschreibungen der Gewerke am Viadukt. Im Juli 2020 wurden die Bauarbeiten schließlich wieder aufgenommen.

Die sind laut Staab gut vorangekommen. Der Neubau nähere sich allmählich seinem Abschluss – zumindest was das neue Gewölbe unter den Schienen angeht. Das Brückenbauwerk ist beinahe fertig, Arbeiten an Mauern und einer Fluchttreppe stehen noch aus. Laut Stadtverwaltung dauern die Bauarbeiten der DB Netz AG bis spätestens 30. April 2024. Dann werde das Baufeld in die Verantwortung der Stadtverwaltung übergeben.

Kreuzung mit Ampel statt Kreisverkehr

Wie Staab ausführte, soll direkt im Anschluss mit den Arbeiten an der Straße begonnen werden, außerdem werde noch an Versorgungsleitungen gearbeitet. Läuft alles nach Plan, rollen bereits im Mai die Baufahrzeuge für den Straßenausbau: Im ersten von zwei Bauabschnitten geht’s um die Fläche von der Zollamtstraße bis zur Karcherstraße, wo eine neue Kreuzung samt Ampelanlage entsteht.

Staab erläutert die Situation nahe dem SWK-Gelände: „Da hatten wir einen Kreisverkehrsplatz vorgesehen, aber wir befürchten, dass sich der Verkehr häufig bis zur Zollamtstraße staut.“ Mit einer Ampel lasse sich das entschärfen. Zudem ließe sich der Radverkehr nun besser leiten, die Radfahrer stünden nicht nach der Eisenbahnüberführung unvermittelt an dem Kreisverkehr.

Im Viadukt selbst werden Autos und Lastwagen auf drei Spuren durch das Bauwerk geführt, links und rechts der Fahrbahn finden sich, räumlich durch Stützpfeiler davon getrennt, Fuß- und Radwege in beide Richtungen. Dieser erste Bauabschnitt zwischen Kreuzung Zollamtstraße, Kreuzung Karcherstraße und Einmündung Katharinenstraße soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Staab: „Das Viadukt soll so schnell wie möglich aufgehen.“

Aus zehn werden letztlich rund 44 Millionen Euro

Die Kosten für die Baumaßnahme (Brücken- und Straßenbau) sind seit der Planung kräftig gestiegen: Waren laut Staab im Jahr 2010 Gesamtkosten von rund 12 Millionen Euro kalkuliert, sind es nun bis April 2023 fast 44 Millionen Euro. Kostentreiber seien vor allem die Baupreissteigerungen im vergangenen Jahrzehnt, allerdings auch Planungsfehler und geänderte Voraussetzungen. Die rund 44 Millionen Euro teilen sich Stadt (59 Prozent) und Bahn (41 Prozent), wobei der Anteil Kaiserslauterns vom Land mit 65 Prozent gefördert wird. Bleibt laut Staab unterm Strich ein städtischer Eigenanteil von gut 8,5 Millionen Euro.

Darin allerdings noch nicht eingerechnet sind die Kosten eines Gerichtsverfahrens, das zwischen der DB Netz AG und der ersten Baufirma ausgetragen wurde und mit einem Vergleich endete. Staab: „Wir waren da nur als Beobachter dabei.“ Gleichwohl muss die Stadt ihren Anteil (59 Prozent) an der Vergleichssumme von 3,5 Millionen Euro zahlen – also fast zwei Millionen. Derzeit werde geprüft, so Staab, ob der Betrag förderfähig ist.

Zweiter Bauabschnitt soll 2026 fertig sein

Im zweiten Bauabschnitt wird die Trippstadter Straße zwischen Katharinenstraße und Logenstraße ausgebaut. Dort bleibt die Straße zweispurig und erhält in jede Richtung einen Radweg auf der Fahrbahn (je 1,5 Meter breit). Fußgänger werden auf dem Gehweg an der Häuserseite laufen können. Gegenüber wird der Bahndamm durch eine aufwendige Gabionenmauer gestützt – nur so könne die Fahrbahn breit genug angelegt werden. Spielt das Wetter mit, sollen die Bauarbeiten bis Frühjahr 2026 komplett abgeschlossen sein, kündigt Staab an.

Im Bauausschuss kam anschließend die Frage auf, wann der Lückenschluss zwischen Trippstadter Straße (entlang der Universität und den Instituten) und der Trippstadter Straße beim Viadukt und in der Brandenburger Straße radfahrerfreundlich ausgebaut wird. Elke Franzreb vom Referat Stadtentwicklung gab die Antwort: „Da hat es Gespräche mit Grundstückseigentümern gegeben, ein Bebauungsplan ist angestoßen.“ Allerdings habe sich in den vergangenen fünf Jahren nichts getan. Sie kündigte an, dass sich das nun ändern werde.

kaibruecke
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