Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist TuS Dansenberg feiert Befreiungsschlag gegen die Bergischen Panther

Routinier und Spielmacher Jan Claussen dirigierte das TuS-Angriffsspiel und traf selbst sechsmal.
Routinier und Spielmacher Jan Claussen dirigierte das TuS-Angriffsspiel und traf selbst sechsmal.

Drittligist TuS Dansenberg meldet sich zurück. Beim Heimsieg gegen die Bergischen Panther zeigt das Team unbedingten Willen. Und lässt sich diesmal auch von einer Schwächephase nicht verunsichern.

„Oh, wie ist das schön“, schallte es am Samstag von den Rängen der Layenberger-Sporthalle, als Sebastian Bösing vier Minuten vor dem Ende der Partie gegen die Bergischen Panther zum 37:31 (56.) getroffen und damit den fünften Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht hatte. Als Jonas Dambach per Siebenmeter zum 40:32 (18:15)-Endstand traf, brachen alle Dämme. Der Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft könnte sich im Kampf um den Klassenverbleib t noch als Faustpfand erweisen.

An das obligatorische Trainerinterview war im Anschluss an die Partie nicht zu denken. Theodoros Megalooikonomou versuchte gar nicht erst, gegen die lautstarken Fangesänge anzureden, denn es hätte ihm in diesem Moment ohnehin niemand zugehört. Hallensprecher Boris Flesch packte sein Mikrofon wieder ein und gratulierte „Theo“ zu seinem ersten Heimsieg als Cheftrainer der Drittligamannschaft. Der Coach der Dansenberger Oberligamannschaft hätte das Team eigentlich erst in der kommenden Spielzeit übernehmen sollen, zögerte nach der Demission von Harald Weber aber keine Sekunde, als er darum gebeten wurde, vorzeitig in die Bresche zu springen.

Unbedingter Wille zu spüren

Während seine Mannschaft mit den Fans auf der Stehplatztribüne ausgelassen den sportlich überlebenswichtigen Heimsieg feierte, gefiel sich der Trainer in der Rolle des stillen Genießers und beobachtete das Geschehen mit gebührendem Abstand: „Der Sieg war sehr wichtig, sie sollen ruhig feiern.“ Der gebürtige Grieche hatte sein Team nach der vermeidbaren Pleite im Keller-Duell beim TV Homburg hervorragend eingestellt und von Anfang an mit offenem Visier agieren lassen. Dansenberg drückte von Beginn an aufs Gas. Der unbedingte Wille, die zeitweise zum Selbstbedienungsladen für auswärtige Mannschaften degradierte Heimspielstätte an diesem Abend zu einer Festung zu machen, war jedem einzelnen Spieler anzumerken.

Beim Stand von 6:6 (10. Minute) hatten sich bereits sechs verschiedene Torschützen auf dem Spielberichtsbogen verewigt. Ihre stärkste Phase hatten die Schwarz-Weißen Mitte der ersten Halbzeit, als sie von 8:8 über 15:10 auf 18:12 (28.) davonzogen. „Wir beginnen oftmals gut, sind dann aber nicht konstant genug. Auch heute hatten wir rund um den Seitenwechsel eine Schwächephase, haben uns aber nicht unterkriegen lassen“, sagte TuS-Torhüter Michel Fiedler mit Blick auf den halbzeitübergreifenden 7:1-Lauf der Gäste zum 18:19 (33.). „In so einer Situation geht dann das Kopfkino wieder los“, räumte der Keeper ein.

Knackpunkt in der 45. Minute

Doch anstatt den Glauben an die eigenen Stärke zu verlieren, schlugen die Westpfälzer zurück und gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Die Panther blieben zwar bis Mitte der zweiten Halbzeit auf Tuchfühlung, schafften es aber nicht, das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Der Knackpunkt der Partie war die Szene, als der potenzielle Anschlusstreffer der Gäste an die Latte krachte und Luca Stolze im direkten Gegenzug zum 28:25 (45.) traf. Von nun an spielte nur noch eine Mannschaft: Dansenberg. Beflügelt vom neunfachen Torschützen Sebastian Bösing und dem bärenstarken Jan Claussen (6), der seinen Kreisläufer gleich mehrfach hervorragend in Szene setzte, zogen die Hausherren auf 33:28 (50.) davon und bauten ihre Führung in den letzten zehn Minuten weiter aus.

„Seit Theo das Training leitet, ist die Verzahnung mit unserer Oberligamannschaft deutlich besser geworden. Wir haben mehr Spieler aus der zweiten Mannschaft im Training, was es deutlich einfacher macht, gewisse Abläufe einzustudieren“, hob Bösing hervor. Durch den Sieg zog der TuS Dansenberg an der TSG Haßloch vorbei und ist nun punktgleich mit seinen beiden oberen Tabellennachbarn TV Homburg und Ratingen-Düsseldorf, die allerdings den direkten Vergleich auf ihrer Seite haben. Weiter geht es für die Westpfälzer am Samstag (20 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den Tabellensechsten Longericher SC Köln.

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