10 Dinge ...
Der Gelterswoog – ein Stück Karibik in der Pfalz
„Gibt es was Schöneres in der Region?“ Boris Zeller hebt leicht die Arme und dreht sich kurz nach links, dann nach rechts. Er deutet aufs Wasser, auf dessen Oberfläche die Sonne glitzert, und auf die zum Dösen einladenden Strandstühle auf der Sandfläche am Wasser. Irgendwo in der Ferne singt leise Bob Marley. Sicher: Die Karibik ist weit weg von Kaiserslautern. Wer aber das Gefühl von Urlaub, von Strand, von Wasser haben möchte, bekommt rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum, am „Hohenecker“ einen ersten Vorgeschmack.
Es ist wenig los an diesem Freitagvormittag, auf dem Minigolf-Platz messen die Schüler einer Grundschulklasse ihre Fähigkeiten mit Schläger und Ball, im Strandbad verlieren sich gerade mal eine Handvoll Menschen. Nicht ungewöhnlich für Freitagfrüh, wie Zeller beim Rundgang berichtet. „Aber sicher, es könnten gerne ein paar mehr Gäste sein.“ Sonntags sei naturgemäß der stärkste Tag.
Bevor die Besucher kommen, gibt’s viel zu tun
Bevor sich die Tore am Strandbad (oder an der Minigolf-Anlage) öffnen – montags um 12 Uhr, ansonsten immer um 10 Uhr, laufen Routinen ab. Sonnenliegen gerade rücken, Beachmöbel arrangieren, Betten der Bambus-Lounge beziehen, Wassertemperatur messen. Meist sind Boris Zeller oder Peter Wirrer mit dabei, unterstützen die regulären zwei, drei Kräfte, die quasi die Frühschicht übernehmen. Denn zu tun gibt es immer etwas: Kabinen und Toiletten kontrollieren, Bestellungen aufnehmen, die Presse rumführen …
Premieren-Saison als Strandbad-Pächter
Zeller und sein Geschäftspartner Wirrer gehen in die dritte Saison mit dem Minigolf-Platz am Gelterswoog, als Pächter der Badeanlage feiern sie Premiere. Mitte Juli ist quasi Halbzeit der Saison. Schon bereut, dass sie das Strandbad übernommen haben? Zeller grinst. „Nein“, antwortet er bestimmt. Früher seien Strandbad und Minigolf-Anlage aus einer Hand betreut worden, das sei nun wieder so. „Das ist auch sinnvoll“, erklärt er.
Vor der Saison gab es einiges zu tun im Strandbad. Zeller berichtet von 20 Containern Abfall, die zunächst entsorgt werden mussten. Dann habe man sich die Außenanlage vorgenommen, gemäht, geputzt, neu bepflanzt. Alle Steinfliesen rund um die Kabinen wurden mit dem Dampfstrahler intensiv bearbeitet. Stundenlang. Wie das vorher aussah? „Kommen Sie bitte mal mit“, sagt Zeller und steigt die Stufen hoch, quasi zur Dachterrasse über dem Kabinentrakt. Dort, auf dem Boden, auf den Steinen, ist exakt zu sehen, bis wohin das Wasser aus den Düsen des Strahlers bisher seine Arbeit verrichtet hat: auf der einen Seite hellgrau anmutende Platten, auf der anderen tiefschwarze. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. „Das hat Wochen gedauert, bis wir alles sauber hatten“, blickt Zeller zurück. „Und wir sind noch nicht fertig“, sagt er und deutet auf den Mitarbeiter, der gerade den Schlauch des Hochdruckstrahlers entrollt.
Türkis dominiert
Fertig sind dagegen die Umkleiden und Duschen, die teilweise neu gefliest wurden. Wieder instand gesetzt ist die Solar-Anlage, die die Duschen mit Strom und folglich mit warmem Wasser versorgt. „Am Ende der Saison sehen wir, ob der Strom aus der Anlage reicht.“ Aber keine Sorge: Kalt duschen muss niemand am Gelterswoog, der nicht unbedingt will. Wer den Blick schweifen lässt, dem fällt das kräftige Türkis als dominierende Farbe auf. „Ich kann nicht sagen, wie viel Liter wir davon verarbeitet haben“, sagt Zeller. Es seien aber schon „eine Menge“ gewesen.
Die Sonne klettert höher am Himmel, die Temperaturen steigen. Zeller deutet auf den hinteren Bereich des Gelterswoogs. „Dort hinten geht dann heute Abend die Sonne unter. Das ist herrlich.“ Seit Mitte Mai hat das Strandbad unter neuer Regie wieder geöffnet, die beiden Inhaber bauen auf Stammkundschaft, haben aber beobachtet, dass auch Gäste von weiter her kommen. Stuttgart, auch aus dem benachbarten Frankreich seien schon Gäste angereist – auch für mehr als einen Tag. „Wir haben ein Hotel, einen Campingplatz und Ferienwohnungen“, verweist Zeller auf die nahen, vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten. Und warum ist der Gelterswoog so beliebt? Schließlich haben ihn die RHEINPFALZ-Leser auf Platz sechs gewählt der Top Ten der Dinge, die man unbedingt gemacht haben sollte in der Stadt? Zeller: „Ein Paradies für Jung und Alt, in dem jeder Spaß haben kann.“