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Aufbruchstimmung beim VfR Kaiserslautern
Traditionsvereine überleben sich, wenn sie sich nicht immer mal wieder neu erfinden. Ursprünglich war das idyllisch gelegene Waldstadion einmal für 15.000 Zuschauer ausgelegt, Teile der Holztribüne stammen noch aus dem Jahr 1925. Da bleiben Renovierungsarbeiten nicht aus. Der Verein hat die Gunst der Stunde genutzt: „Die Zeit ohne Fußball war ideal dafür“, stellt Vizepräsident Hans-Werner Rheinheimer rückblickend fest. „An einigen Stellen war es wirklich notwendig.“
Stylisher geht’s kaum
Bereits bei der Ankunft auf dem Erbsenberg wird deutlich, dass hier in den letzten Monaten fleißig Hand angelegt wurde. Nicht nur der Parkplatz wurde neu geschottert, auch lädierte Bäume, die zur Gefahr wurden, mussten weichen. Gegenüber der Vereinsgaststätte wurden die in die Jahre gekommenen Tennisplätze in ein Kleinspielfeld für die Fußball-Kids umgewandelt. Inklusive Berieselungsanlage. Auch das Klubhaus selbst ist kaum wiederzuerkennen. Prägnant ist vor allem der in blaues Neonlicht eingetauchte Thekenbereich. Stylisher geht’s kaum.
VfR-Präsident Kubilay Uluc ist stolz auf das Erreichte und lobt das Engagement der Mitglieder: „Fast alles wurde in Eigenleistung erreicht, sonst wäre das gar nicht zu stemmen gewesen.“ Vor allem die Pächterfamilie Schneider habe sich, so die Vereinsspitze, über die Maßen engagiert und nahezu jede freie Minute in Renovierungs- und Verschönerungsmaßnahmen investiert.
Im Westen auch Neues
Auch der Kabinentrakt für die Aktiven neben dem Hartplatz wurde in den letzten Monaten modernisiert und aufgehübscht. Die Flutlichter am Hartplatz sollen bis Ende des Jahres erneuert werden. Aber auch im Westen der Anlage hat sich einiges getan: Das Jugendheim wird derzeit nach einem Wasserschaden renoviert, ein neues Dach soll folgen. Der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene zweite Rasenplatz wurde ebenso wie die Berieselungsanlage erneuert.
Schlagkräftiger Kader
Die Rahmenbedingungen für die insgesamt drei AH-, elf Jugend- und zwei Aktiven-Teams könnten also kaum besser sein vor der so sehnlich erwarteten Saison. Auch die Personalplaner der ersten Mannschaft, die in der Landesliga an den Start geht, haben die letzten Wochen intensiv genutzt, um einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Prominentester Neuzugang ist dabei ein Torwarttrainer: Ex-Profi Mirko Bitzer, beim VfR in der Jugend groß geworden, wechselt mit Sohn Hendrik auf den Erbsenberg.
Abzuwarten bleibt, wie sich der Wechsel von Santos Abreu auf das Spiel des VfR auswirken wird. Der Top-Torjäger trägt ab der neuen Saison ebenso wie Filipe Machado und Markus Habich das Trikot der FCK-Portugiesen. Unter den Neuzugängen sind zahlreiche junge Talente zu finden. Das ist kein Zufall. Der personelle Umbruch geht einher mit einem verstärkten Augenmerk, das auf die Jugend gerichtet sein soll.
Eine gute Rolle spielen
Im Sommer 2018 ist der VfR Kaiserslautern in die Landesliga aufgestiegen. Nach zwei schwierigen Spielzeiten konnte Trainer Christopher Lamprecht im Spätsommer vergangenen Jahres das Ruder herumreißen. In der Landesliga West, Staffel Nord, hat der VfR in seinen sechs ausgetragenen Spielen fünf Siege eingefahren und dabei lediglich drei Gegentore kassiert. Das Ende ist bekannt: Abbruch ohne Wertung. Die Vereinsspitze hält sich (noch) bedeckt: „Unser Ziel ist es, in der Landesliga eine gute Rolle zu spielen“, umreißt VfR-Präsident Uluc das Saisonziel. Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Saison sind auf jeden Fall schon einmal gegeben.
Info
Abgänge: Santos Abreu, Markus Habich, Filipe Machado (alle FCK-Portugiesen), Julian Oestreicher (TuS Göllheim), Diogo Machado (SV Wiesenthalerhof), Lukas Gischke (ASC Neuenheim).
Zugänge: Hendrik Bitzer (Eintracht Trier), Christian Vollmer, Andreas Koch, Alex Walz (alle FV Kindsbach), Philipp Koch (FK Pirmasens), Leon Leidner (FC Speyer 09), Tobias Lauterbach (JFV Fritz-Walter-Jugend).
Trainer: Christopher Lamprecht (36, seit Oktober 2019)