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Samstag, 12. Januar 2019 Drucken

Kaiserslautern

Kaiserslautern: Einzelhandel in Bewegung

Von Claudia Schneider

Im „K in Lautern“ gibt es einige Mieterwechsel. Die Kaffeehaus-Kette Starbucks soll kommen.

Im „K in Lautern“ gibt es einige Mieterwechsel. Die Kaffeehaus-Kette Starbucks soll kommen. (Foto: View)

Im ehemaligen Claussen-Gebäude ist Bewegung: Deichmann zieht in die Einkaufsmall, Marc Cain baut seine Boutique um.

Im ehemaligen Claussen-Gebäude ist Bewegung: Deichmann zieht in die Einkaufsmall, Marc Cain baut seine Boutique um. (Foto: View)

Im früheren Present-Shop siedelt sich das Diakoniewerk Zoar an.

Im früheren Present-Shop siedelt sich das Diakoniewerk Zoar an. (Foto: View)

WMF schließt im April, Juwelier Kraemer hat zugemacht. Im „K in Lautern“ gibt es Wechsel. Starbucks soll kommen. Citymanager Hanno Scherer sieht die Probleme. Sagt aber auch: „Wir sind noch top.“ Er wünscht sich einen Abendmarkt und plant ein Einzelhändler-Frühstück.

Abwanderung in die Mall

Keine gute Nachricht für die City ist der Umzug von Schuh Deichmann von der Ecke Markt- und Eisenbahnstraße im März ins „K in Lautern“. „Das ist das, was wir befürchtet haben, dass Geschäfte in die Mall abwandern“, sagt Citymanager Hanno Scherer. Matthias Bier, der mit seinem Bruder Michael die gleichnamige Immobilienfirma leitet, muss sich im ehemaligen Claussen-Gebäude nach neuen Mietern umsehen. Er betont: „Wir haben mehrere Interessenten.“ Er sieht die Entwicklung an der Ecke gar nicht negativ. „Nach einigen Mieterwechseln und zeitweisen Leerständen haben sich interessante neue Firmen angesiedelt. Etwa Sissi und Franz im früheren Mc Donald’s, individuelle Cafés und Restaurants.“ Allerdings seien die Anforderungen der Mieter an die Flächen gestiegen. „Das erfordert mehr Flexibilität, wir müssen Flächen ändern und umbauen. Veränderungen bieten aber auch eine Chance für Neues.“ Mit Rewe im früheren C&A-Gebäude werde mehr Frequenz kommen. Ein gutes Signal: Marc Cain habe den Mietvertrag um fünf Jahre verlängert und baue um.

Auch im Einkaufszentrum „K in Lautern“ ist Bewegung. Center-Managerin Sabine Friedrich: „Das Weihnachtsgeschäft war super, die Frequenz besser als in den Vorjahren.“ Derzeit gebe es fünf Leerstände, das sei bei über 100 Läden nicht viel. Es werde nachbesetzt. Im Untergeschoss kommt für My Shoes der Mieter Deichmann, für Pink Deko siedelt sich Home 25 an. Im Erdgeschoss am Eingang fällt die Schließung des Kosmetik-Ladens Kiko ins Auge. „Die haben bundesweit geschlossen“, so Friedrich. Eine Nachvermietung komme. Nach RHEINPFALZ-Informationen zieht die Kaffeehaus-Kette Starbucks ein, was Friedrich nicht bestätigen will.

Einkaufsverhalten im Wandel durch Online-Handel

Dass ein Laden wie WMF in 1A-Lage in der Fackelstraße im April schließt, bereitet Citymanager Scherer Kopfzerbrechen. Gegenüber der RHEINPFALZ hatte WMF erklärt: „Wir überprüfen unsere Filialen regelmäßig hinsichtlich Wirtschaftlichkeit aufgrund von Lage und Frequenz. In Kaiserslautern haben wir uns entschlossen, den Mietvertrag nach fünf Jahren nicht weiterzuführen.“ Scherer findet, dass die Fackelstraße durch die Einkaufsmall gewonnen hat. Wenn es zu Schließungen komme, habe das teilweise mit einem veränderten Einkaufsverhalten durch den Online-Handel zu tun. Und nach wie vor gebe es zu viel Verkaufsfläche auf der grünen Wiese.

Elke Franzreb, Leiterin des Referats Stadtentwicklung, sieht das ähnlich. „Im Vergleich zu anderen Städten haben wir noch eine überschaubare Leerstandssituation. Die Mall als Magnet ist an der richtigen Stelle.“ Dennoch müsse darüber nachgedacht werden, an einigen Ecken in der Innenstadt Handelsflächen zugunsten von Dienstleistern oder Wohnen zurückzufahren. Vorstellen kann sie sich Praxen und Büros in Erdgeschosszonen.

Dutypay ersetzt Café Bremer

Der Wandel hat bereits eingesetzt. Im ehemaligen Café Bremer hat sich das Unternehmen Dutypay niedergelassen. Dort, wo in der Eisenbahnstraße der Present Shop war, zieht das Diakoniewerk Zoar auf drei Etagen unter dem Label „Z – Der Kreativladen“ mit Werkstätten und Laden ein. Der Umbau läuft.

Das A und O ist für Citymanager Scherer, die Innenstadt attraktiv zu halten, Leute anzulocken. „Ich muss Wünsche wecken, so passieren Impulskäufe.“ Gebraucht werde noch mehr gehobene Gastronomie, sagt er. Einmal in der Woche einen Abendmarkt auf dem Stiftsplatz – das würde er gut finden. Was die Stadtfeste angeht, sei Kaiserslautern schon sehr gut aufgestellt. In der Schneider- und Eisenbahnstraße schwebt Scherer noch etwas Neues vor: einmal im Jahr ein Straßenfest, wo sich die Geschäfte präsentieren, Caterer Leckereien servieren.

Viele Filialen in Kaiserslautern

Er will diese Achse als Modemeile etablieren. „Wir haben da tolle Läden, Marc Cain, Françoise, Mythos, Guys and Dolls, Otto Kern, Hosen Wolf und Haas, das müssen wir mehr herausstellen.“ Allein deshalb schon, weil der Filialisierungsgrad in Kaiserslautern mit 85 Prozent hoch sei. Für die Attraktivität der City spreche die hohe Zentralität. „Über 60 Prozent der Käufer ziehen wir von außerhalb an. Die kommen wegen hochwertiger Angebote.“

Auf die Frage, ob ein Leerstandsmanagement gebraucht wird, antwortet Scherer: „Mir ist wichtiger, dass die, die wir haben, erhalten bleiben.“ Deshalb wolle er ab Februar jeden Monat ein Einzelhandels-Frühstück anbieten, um mit den Geschäftsleuten ins Gespräch zu kommen. Am Herzen liegt Scherer, dass sich Quartiersgemeinschaften finden und über Nutzungsänderungen in der Fußgängerzone nachgedacht wird. „Der Mix muss stimmen.“

Die City muss noch schöner werden, weiß Scherer. Ein Anfang sei mit Glanzmispeln in Kübeln in der Schneider- und Eisenbahnstraße gemacht. Blumenampeln und neue Beete seien geplant.

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