Frankenthal
Stadtklinik organisiert Patientenaufnahme neu
Wer sich bisher in der Stadtklinik Frankenthal einer geplanten Operation unterziehen wollte, der musste erst einmal einen Marathon durchs Haus hinter sich bringen. Von der Patientenaufnahme, die alle Verwaltungsformalitäten erledigt, in die Chirurgie, weiter zur Anästhesie, wo die Aufnahme im Sekretariat neben den eigentlichen Aufgaben mitgemacht worden sei, und schließlich zur Anmeldung auf der Station. Weil dabei in der Regel nicht klar gewesen sei, wann der Patient letztlich genau wo ist, seien häufig an allen Stationen Wartezeiten angefallen, berichten Yann Asbeck, Chef der Chirurgie, und sein Kollege Frank Schulz aus der Anästhesie. War dann beispielsweise noch ein Ultraschall am Herz notwendig, drohte noch eine weitere Warteschleife.
Immer mal wieder hätten sich gerade ältere Patienten auf den Wegen durch das Krankenhaus verlaufen – oder ein Patient habe gedacht, er sei fertig und verschwand mit den OP-Unterlagen nach Hause, berichtet Saskia Buhler, die als Pflegekraft aus dem Bereich Aufnahme gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexandra Küfner die neue elektive – also für geplante Eingriffe gedachte – Patientenaufnahme betreut.
Verbesserung für Patienten
Dass von einem ersten Gespräch bis zum Start des elektiven Aufnahmezentrums nur ganze sechs Wochen vergingen, sei zu einem großen Teil das Verdienst der beiden, betonen Schulz und Asbeck. „Ein solches Maß an Teamarbeit ist nicht selbstverständlich“, betont Schulz, der seit Januar an der Stadtklinik arbeitet. Um eine Verbesserung für Patienten zu erreichen, seien die beiden Pflegekräfte direkt bereit gewesen, die organisatorische Mehrarbeit zu stemmen. „Es gibt weniger Wartezeiten“, das hört Buhler tatsächlich recht häufig seit Start der engeren Zusammenarbeit im Juni.
„Wartezeiten kann man nie ganz vermeiden, aber die Unsicherheit: Bin ich vergessen worden? schon“, sagt Asbeck. Statt jeder in seinem Bereich sitzen nun Chirurg, Narkosearzt und Pflegekraft gemeinsam auf einer Etage im ersten Obergeschoss, wo auch der Wartebereich für die Patienten ist. Etwa 200 Operationen im Monat leistet der Bereich. Durch die Umorganisation habe sich auch die Patientensicherheit erhöht, ist Asbeck überzeugt, weil die Unterlagen am Ende der Gespräche und Voruntersuchungen noch einmal zentral gecheckt werden und eine Pflegekraft den Überblick hat. Fehlt beispielsweise ein Laborwert, könne das direkt nachgeholt werden. Bei Rückfragen gebe es feste Ansprechpartner. Zwar habe sich die Arbeit besonders für die Pflegekräfte verdichtet, aber „wir haben dafür Zeitverluste minimiert und an anderer Stelle Entlastung für die eigentlichen Aufgaben geschaffen“, sagt Schulz.
Gynäkologie soll mit ins Boot
Dass sich ihre Idee einer zentralen Aufnahme so schnell umsetzen ließ, hat Schulz und Asbeck selbst überrascht. Nicht zuletzt hätten die Kollegen aus der Inneren Medizin das Projekt unterstützt, indem sie Räume und diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung stellten. Dieser hohe Wille zur Interdisziplinarität sei nicht normal, sagen beide Chefärzte aus Erfahrung an anderen Häusern. Der Erfolg der Zusammenarbeit scheint sich indes herumzusprechen. Angedacht sei bereits, die Gynäkologie ebenfalls mit einzubinden.