Münchweiler an der Alsenz
Ausflugsziel vorm Aus? Verwirrspiel um die Hohlsteinhütte
Kaum hatte die RHEINPFALZ Anfang März über die Auflösung des Pfälzerwald-Vereins im südwestpfälzischen Münchweiler berichtet, war die Verunsicherung bei Besuchern der Hohlsteinhütte im Donnersbergkreis groß. Was denn passiert sei, warum die beliebte Hütte verkauft werden müsse? Fragen, die vor allem Dieter Moll entgegen schlugen. Moll war lange Jahre Vorsitzender der PWV-Ortsgruppe in Münchweiler, ist bis heute zweiter Vorsitzender – und gilt als guter Geist der so beliebten Hütte.
Verwechslung auf Distanz
Dass nun allerlei Fragen besorgter Ausflügler und Wanderfreunde auf den früheren Leitenden Kripobeamten hereinprasselten, lag aber nicht etwa an einer Falschmeldung der RHEINPFALZ. Wer im Verzeichnis des Pfälzerwaldvereins nach Münchweiler sucht, wird gleich doppelt fündig: Neben dem Verein in Münchweiler an der Alsenz, der mächtig stolz auf seine Hohlsteinhütte ist, gibt es – knapp 60 Kilometer entfernt – die Fritz-Claus-Hütte. Die gehörte der PWV-Ortsgruppe Münchweiler an der Rodalb. Inzwischen hat sich die Ortsgruppe aufgelöst, weil niemand mehr im Vorstand hatte Verantwortung tragen wollen. Die Fritz-Claus-Hütte ist mittlerweile verkauft.
Dass die beiden Hütten verwechselt wurden, nur weil die beiden Dörfer gleiche Namen tragen, sei bis dato noch nicht vorgekommen, sagt Moll. Das könnte auch daran liegen, dass der 70-Jährige bereits vorbeugend den PWV-Gesamtvorstand gebeten hatte, bei Pressemitteilungen doch bitte auf die Konkretisierung der Ortsangaben zu achten. Alsenz im Norden, Rodalb im Süden. Schon weiß (fast) jeder Bescheid.
Die Kunde vom vermeintlichen Aus der Hohlsteinhütte hatte nicht zuletzt deshalb höchste Verwunderung nach sich gezogen, als dort die Besucherzahlen schon seit Jahren stetig steigen. Von April bis Oktober heißen Moll und seine Mitstreiter an Sonn- und Feiertagen Besucher aus allen Himmelsrichtungen willkommen.
Anmarsch nur zu Fuß
Dafür, dass die Ortsgruppe Münchweiler/Alsenz seit ihrer Gründung 1970 nie existenziell bedroht war, gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist die Lage der Hütte. Dass sie nur zu Fuß erreichbar ist, sei ein klarer Vorteil: „So wurden wir nie von Leuten überschwemmt, die einfach nur in Stöckelschuhen Kaffeetrinken wollen“, erzählt Dieter Moll – übrigens ein gebürtiger Saarländer – schmunzelnd. Den Wanderfreunden liegt weit mehr daran, dass sich Wanderer und auch die Münchweilerer selbst dort wohlfühlen. Dem Verein wird’s gedankt: Aktuell zählt die Ortsgruppe knapp 300 Mitglieder. Das ist immens.
„Von Überalterung reden wir nicht bei uns. Wir haben ältere Mitglieder, aber auch viele jüngere und Familien“, sagt Moll. Mitgliederwerbung habe im Vorstand hohe Priorität. Viel Werbung brauche es angesichts der Hütte und ihrer Lage jedoch nicht.
Gerne mit Besuchern im Gespräch
Wenn die Hütte gerade mal nicht brennt, weil sie vor Gästen zu platzen droht, nutzen die Ehrenamtlichen die Gelegenheit, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Wir reden mit den Leuten, die uns besuchen“, betont Moll.
Und es komme gut an, dass der Verein bereit sei, die Einnahmen auch wieder in die Hütte zu stecken. Das jüngste Projekt richtet sich nun speziell an die kleinen Gäste.
Seit Beginn dieser Saison findet sich neben der Hohlsteinhütte ein Baumhaus, das die Mitglieder mit Materialien aus dem Wald rundherum errichtet haben. Finanziert wurde das Vorhaben im Rahmen des Leader-Förderprogramms. Mit dem Holzhaus ist ein Ort geschaffen worden, der es Kindern ermöglicht, auch außerhalb der Hütten-Öffnungszeiten spielerisch den Pfälzerwald kennenzulernen.
Das Verwirrspiel ist vorüber. Moll hat nur sagen müssen, dass die Fahne vor der Hütte auf dem Hügel – weithin sichtbar – weiter munter wehen wird. Schon waren Einheimische und Stammgäste beruhigt. Damit wissen sie Bescheid. Denn in Münchweiler (an der Alsenz) gilt an der PWV-Hütte seit jeher das Motto: „Wenn die Fahne hängt, wird ausgeschenkt.“
Dass das Konzept Pfälzerwald-Verein durchaus auch für junge Menschen attraktiv ist, beweisen drei Beispiele, in denen Ortsgruppen erfolgreich gerettet wurden.
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