Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Raiffeisenbank Freinsheim vor Fusion mit VR-Bank Speyer

Die Raiffeisenbank Freinsheim beschäftigt 22 Mitarbeiter.
Die Raiffeisenbank Freinsheim beschäftigt 22 Mitarbeiter.

Die Raiffeisenbank Freinsheim will mit der Vereinigten VR-Bank Kur- und Rheinpfalz mit Sitz in Speyer fusionieren. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Freinsheimer, Otto Holzwarth, am Dienstag bestätigt.

Rudolf Müller, der Vorstandssprecher der Vereinigten VR-Bank Kur- und Rheinpfalz, hatte die Nachricht am Montagabend bei der virtuellen Vertreterversammlung des Speyerer Hauses verkündet: „Wir haben im Oktober mit dem Aufsichtsrat und Vorstand der Raiffeisenbank Freinsheim eine gemeinsame Vereinbarung zur Verschmelzung im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen.“ 2019 war die damalige Speyerer Volksbank mit der Lambsheimer RV-Bank fusioniert. Daraus ist ein Institut mit mehr als fünf Milliarden Bilanzsumme entstanden. Hinzukommen soll nun ein weitaus kleinerer Partner: Die Freinsheimer Raiffeisenbank weist eine Bilanzsumme von 135 Millionen Euro aus und beschäftigt 22 Mitarbeiter in den vier Geschäftsstellen Freinsheim, Rödersheim-Gronau, Friedelsheim und Grünstadt.

Mehr Zeit für Kunden und Mitglieder

Wirtschaftlich sei sein Institut gesund, betonte Otto Holzwarth im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Allerdings machten dem kleinen Haus vor allem die anhaltende Niedrigzinsphase sowie die zunehmenden regulatorischen Anforderungen der Bankenaufsicht zu schaffen. „Je kleiner ein Haus ist, desto schwieriger ist es, diesen Anforderungen gerecht zu werden“, erklärte Holzwarth. Sowohl bei den Mitarbeitern als auch beim Vorstand sei es in den vergangenen Jahren „in Richtung der Belastungsgrenze gegangen“. Die Digitalisierung sei eine weitere Herausforderung für sein Institut. „Wir hatten in den vergangenen Jahren immer weniger Zeit für unsere Mitglieder und Kunden. Aber mit Regulatorik verdienen wir kein Geld“, unterstrich Holzwarth.

Durch die Fusion erhofft sich der Vorstand, dass sich das wieder ändert. „Schließlich haben wir als genossenschaftliches Institut den Auftrag, für Mitglieder und Kunden da zu sein.“ Von der Fusion verspricht er sich auch neue Leistungen für die Kunden sowie Unterstützung bei der Digitalisierung. Vor allem mit der ehemaligen Lambsheimer RV-Bank sieht Holzwarth Anknüpfungspunkte: „Wir sind ähnlich strukturiert.“ Die Mitarbeiter sollen laut Holzwarth alle übernommen werden, auch die Geschäftsstellen sollen nach jetzigem Stand der Planungen erhalten bleiben.

„Ergänzt Geschäftsgebiet“

Dem Speyerer Institut gefällt laut Müller am neuen Wunschpartner, dass er „kerngesund“ sei. Außerdem ergänze er „sehr schön unser westliches Geschäftsgebiet“, so Müller mit Verweis auf die drei Filialen im Kreis Bad Dürkheim. Einem Verschmelzungsvertrag müssen die Vertreterversammlung der Speyerer sowie die Generalversammlung der Freinsheimer zustimmen.

Müller ging auch nochmals auf die strategische Allianz mit der Bad Dürkheimer VR Bank Mittelhaardt ein: Sie baue die „gute Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn an der Mittelhaardt aus“ und ermögliche eine „tiefere Annäherung“ – spätere Fusion nicht ausgeschlossen.

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