Bad Dürkheim
Noch neun Tage: Der ehemalige Sanitäter Jürgen von der Au kennt die andere Seite des Fests
Der Ruheständler, der zum Zeitvertreib gern Kellerführungen im Sektschloss Wachenheim moderiert, meint, dass kein Fest in der Pfalz die Mentalität des Pfälzers so widerspiegelt wie der Wurstmarkt. „Das hängt natürlich mit dem Wein zusammen, aber auch mit der unmittelbaren Nähe der Menschen in den Schubkarchständen. Dort treffe ich Leute, die ich das ganze Jahr über nicht gesehen habe“, sagt der Dürkheimer.
Den Wurstmarkt kennt er aus drei Perspektiven. Zunächst sei da die Zeit seiner Jugend gewesen, als er sich mit 13, 14 oder 15 Jahren von der Familie abgenabelt habe und schon allein auf das große Fest gehen durfte. Dann blicke er auch noch gern auf gut 40 Jahre Sanitätsdienst beim Deutschen Roten Kreuz auf der Rettungswache am Wurstmarkt zurück. „Da sieht man den Markt dann auch mal von einer anderen, nicht immer so netten Seite“, berichtet von der Au.
Vierte Phase beginnt
Gern denke er auch an seine über sieben Jahre lange Tätigkeit als Zäpfler im Schubkarchstand Nummer drei. „Das war die Kernerzeit, Wurstmarkt im Arbeitsmodus, was ganz schön an die Kräfte gegangen ist“, erklärt Jürgen von der Au, der die Zeit aber nicht missen möchte und sich an viele schöne Begegnungen mit Freunden und Bekannten erinnert.
„Ich freue mich schon sehr darauf, in diesem Jahr das erste Mal in Ruhe, ohne Last und Verpflichtungen über den Wurstmarkt zu gehen“. Zusammen mit seiner Partnerin wolle er sich dieses Vergnügen keinen einzigen Tag entgehen lassen und die vierte Phase seiner „Wurstmarktkarriere“ genießen. Die einzigen Bedenken, die er habe, sei die räumliche Enge in den Schubkarchständen. „Das wird hoffentlich nicht zum Problem“. Deshalb begrüße er das neue Konzept im Weindorf, weil man kapiert habe, „das Ganze etwas auseinanderzuziehen“. Abschließend sagt er augenzwinkernd, dass er sich die Atmosphäre in den Schubkarchständen auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen wolle.
Der WuMa-Countdown
Auf was sich Wurstmarkt-Fans freuen und wie sie die Zeit bis zur Eröffnung überbrücken, darüber berichten wir ab heute in jeder Ausgabe bis einschließlich 8. September.
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