Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Handarbeitstreff im Naturfreundehaus

Bunte Wolle wartet auf Verarbeitung.
Bunte Wolle wartet auf Verarbeitung.

Nadelklappern in netter Runde: Die Dürkheimerin Renate Rettich und Tina Matzerath aus Forst haben in Bad Dürkheim einen Handarbeitstreff initiiert. Er soll künftig jeden ersten Samstag im Monat im Naturfreundehaus Grethen-Hausen stattfinden. Neben dem Spaß am gemeinsamen „Knoddeln“ soll dabei der Nachhaltigkeitsgedanke an erster Stelle stehen.

Gerne Handarbeiten gemacht hat Renate Rettich schon immer. Beim Stricken von Socken und Pullis und beim Quilten aufwendiger Patchwork-Arbeiten findet die Lehrerin Ruhe und Entspannung. „Es ist wie eine Zwangsmeditation“, weiß die 55-Jährige zu berichten. „Es macht in der Gruppe am meisten Spaß.“

Bereits an ihrem früheren Wohnort Kirchheim hatte Rettich einen Stricktreff gegründet und dabei festgestellt, dass viele Socken stricken wollen, aber nicht so recht wissen, wie das geht. Als sie nach Bad Dürkheim kam, sei ihr zuerst aufgefallen, dass es hier kein Wollgeschäft gibt, wo Handarbeitsfreunde in Sachen Material und Know-how eine Anlaufstelle haben. So habe sie mit ihrer Freundin Tina Matzerath, die bei den Naturfreunden aktiv ist, beschlossen, selbst einen Handarbeitstreff zu initiieren.

Künftig wollen die beiden „Woll-Süchtigen“ (O-Ton) an jedem ersten Samstagnachmittag im Monat im Naturfreundehaus Grethen-Hausen ab 15 Uhr Gleichgesinnte um sich scharen. Ob häkeln, stricken, sticken, spinnen, weben oder quilten, jeder sei willkommen, unabhängig von Lebensentwurf, Alter und Geschlecht.

Beim Selbermachen oder Weiterverarbeiten von Bestehendem (Upcycling) könne man sparen und die Umwelt schonen. Selbstgemachte Sachen seien in der Regel langlebiger und ihre Herstellung klimaneutral und ohne Ausbeutung, was das Hobby nachhaltig mache. Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken im Vordergrund stehen die gegenseitige Hilfe, etwa bei kryptischen Anleitungen, und der Austausch von Ideen.

„Viele fangen wieder an, wenn die Kinder groß“

Handarbeit erlebt seit Jahren einen Boom, gleichzeitig sind Handarbeitsbiografien oft unterbrochen: „Viele fangen wieder an, wenn die Kinder groß sind oder man in Rente geht“, weiß Rettich. Sie selbst habe, wie sie sagt, „immer mehrere Projekte auf der Nadel“. Die Bandbreite reicht vom Pulli bis zur Decke. In Sachen Quilten und Stricken ist Rettich Spezialistin, während Matzerath die „Häkelkönigin“ sei. Beide bekommen mitunter Stoff- oder Wollreste aus ihrem Umfeld zum Weiterverarbeiten. Material, das zur kreativen Weiterverarbeitung inspiriere. So ließen sich aus Omas Aussteuer-Bettlaken Tischdecken, Kissen und Stuhlhussen machen. Alte Handtücher können zu Hundekissen werden und selbst aus kleinen Wollresten ließen sich auf dem Webbrett nach Wikingerart schöne Borten weben. So entstünden über das Jahr individuelle Geschenke mit Zeit und Herz und für jede Gelegenheit.

Nach einem Probelauf im Dezember soll der Handarbeitstreff ab 7. Januar monatlich im kleinen Haus des Naturfreundehauses neben dem Grillplatz stattfinden. Es gibt dort kostenfreie Parkplätze. Wer möchte, kann die Bewirtung vor Ort in Anspruch nehmen, und auch sozialisierte Hunde seien willkommen. Jeder soll „sein Knoddel mitbringen“ und die eigene Fingerfertigkeit ausprobieren, wünschen sich die Initiatorinnen. Auch Anfänger seien willkommen: „Herkommen, gucken, ausprobieren.“

Info

Der nächste Handarbeitstreff, unterstützt durch das Klimabündnis Dürkheim der Naturfreunde, findet am 7. Januar 2023, 15 Uhr im Naturfreundehaus Grethen-Hausen, Kleines Haus am Grillplatz, Großes Eppental 212, statt. Nähere Informationen dazu gibt es bei Renate Rettich per E-Mail an renate.rettich67@gmail.com.

Das Ergebnis sind kleine Wollkunstkunstwerke.
Das Ergebnis sind kleine Wollkunstkunstwerke.
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