Nachruf
Bildhauer Karl Seiter gestorben
Seine Schwester Ulrike erinnert sich, dass ihr Bruder schon früh zu kritzeln angefangen habe. „Die Obsession, in jeder Lebenslage zu zeichnen, hat er wohl lebenslang beibehalten.“ Als Schüler wird Seiter für seine künstlerischen Leistungen der Otto-Dill-Preis verliehen. Mit 21 Jahren beginnt er, an der Akademie in Berlin Kunst zu studieren. Doch mit der Großstadt kann er sich nicht anfreunden. Er wechselt nach Karlsruhe zur Akademie der Bildenden Künste. Nach seinem Studium beginnt er als Bühnenbildner und Freischaffender Künstler. Ab 1981 ist er 32 Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kaiserslautern.
Geprägt wird er von Künstler Gernot Rumpf, den er sehr verehrte. Rumpf erinnert sich in diesen Tagen an Seiter im Gespräch mit Brust: „Er hatte bildhauerisch, malerisch und pädagogisch eine große Begabung. Mir gefielen seine Reliefs und gelungenen Porträts. Er war immer in der Natur unterwegs, entdeckte neue Farben, Farbharmonien. Und das Nachmischen ist ihm supergut gelungen; vermutlich hat er etwas von seinem Vater abgeguckt, dem malenden Förster.“
Beispiel für Seiters Kunst im öffentlichen Raum sind der Geschichts- und Brauchtumsbrunnen in Deidesheim, in Schifferstadt die Edith-Stein-Stele vor der Laurentiuskirche und in Haßloch die Brunnenanlage vor der Kreissparkasse.
Weggefährten betonen den freundlichen, rücksichtsvollen und einfühlsamen Charakter. Seine Frau Cynthia hebt zusätzlich seine liebevolle Art, seine nicht endende Neugier und Regsamkeit hervor.