Bad Dürkheim
Bürgermeisterwahl: Natalie Bauernschmitt will mit Verwaltungserfahrung punkten (mit Video)
Die Neugier auf das, was hinter Rathaustüren für die Bürger getan wird, packte Natalie Bauernschmitt bereits im Teenie-Alter. „Als Schülerin im Kaiserslauterer Burggymnasium bin ich jeden Tag am Rathaus vorbeigelaufen und habe mich gefragt, wie dieses Konstrukt funktioniert“, erzählt die heute 33-Jährige. Bei einem Praktikum kam sie der Sache schon näher und während ihres dualen Verwaltungsstudiums an der Hochschule in Mayen und im Rathaus in Mainz ging sie der Sache ganz auf den Grund.
Gereicht hat das der damaligen Sachbearbeiterin im Jugendamt jedoch nicht. Sie packte noch ein berufsbegleitendes Masterstudium für Führungskräfte in der Verwaltung obendrauf. „Ich war schon immer sehr wissbegierig“, erzählt Bauernschmitt, die im Alter von 23 Jahren Ausbildungsleiterin für über 100 Nachwuchskräfte in der Personalabteilung der Mainzer Verwaltung wurde.
Eine Politikerin der Grünen als Mentorin
Aber auch die politische Seite gewann in dieser Zeit ihr Interesse. Denn inzwischen war sie der CDU beigetreten. Durch ein Mentoringprogramm des Mainzer Frauenministeriums bekam sie 2012 die damalige Mainzer Umweltdezernentin und jetzige Landesministerin Katrin Eder (Grüne) als Mentorin zugewiesen. „Ich habe sie zwei Jahre lang bei Terminen begleitet und bekam richtig Hochachtung vor so einem Amt“, erzählt Bauernschmitt, deren politisches Engagement sie bislang bis zur Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten der Stadt Alzey führte. Für dieses Amt wurde sie 2019 von der CDU vorgeschlagen und vom Stadtrat auch gewählt.
In Alzey wohnt sie mit ihrem Mann, den sie während des Studiums kennenlernte, in einer Doppelhaushälfte. Beide haben einen vierjährigen Sohn. „Die Wahl unseres Wohnorts fiel 2012 auf Alzey, weil es in der Mitte zwischen Mainz und Freinsheim liegt“, erklärt Bauernschmitt. Denn ihr Mann war während seines dualen Studiums im Ordnungsamt der VG Freinsheim beschäftigt. Inzwischen ist er ebenfalls in Mainz tätig: im Bundesamt für Logistik und Mobilität auf dem Lerchenberg.
Philippinische Wurzeln
In der Mainzer Verwaltung ist Bauernschmitt jetzt Geschäftsführerin des Stadtrats. Sie nimmt an Sitzungen teil, bereitet die Einladungen und Sitzungsunterlagen vor oder berät den Oberbürgermeister in kommunalrechtlichen Fragen. Dass sie selbst nun für ein Bürgermeisteramt kandidiert, habe sie nicht geplant. Für das Angebot ihrer Parteikollegen aus Bad Dürkheim habe sie sich zunächst ein paar Tage Bedenkzeit eingeräumt. Ausschlaggebend für ihre Zusage seien nicht nur ihr Bauchgefühl, sondern auch die Rückendeckung durch ihren Mann sowie der positive Eindruck von der örtlichen CDU gewesen.
Sehr gefreut hat sich auch ihre Patentante Nancy Walcher, die im Dürkheimer Wellsring wohnt und die ihre Nichte im Wahlkampf gerne unterstützt. Die Nichte ist ein Fan der Schmuckstücke, die ihre Tante anfertigt. „Ich helfe ihr gerne in ihrem Schmuckstand auf dem Wurstmarkt“, verrät die 33-Jährige. Walcher stammt wie ihre Schwester, Bauernschmitts vor zehn Jahren verstorbene Mutter, von den Philippinen. Auf diese Wurzeln ist Bauernschmitt sehr stolz. Sie pflegt auch gerne den Kontakt zu ihrer philippinischen Großfamilie, die sie schon besucht hat. Ihr 65 Jahre alter Vater lebt in Kaiserslautern.
Haustürgespräche im Mittelpunkt
Sohn Alois nimmt sie gerne mit zu Terminen in der Kurstadt. „Natürlich werde ich darauf angesprochen, wie ich das alles mit der Familie hinbekomme“, erzählt sie. Aber auch den CDU-Wählern sei klar, dass das klassische Rollenbild der Frau der Vergangenheit angehöre. So habe es sich auch als richtige Entscheidung herausgestellt, ihr Kind schon ab einem Jahr in die Kita zu bringen. „Ich hätte ihm das alles zu Hause gar nicht bieten können. Es hat ihm gut getan“, sagt Bauernschmitt, die deshalb gute Betreuungsmöglichkeiten sehr schätzt. Schwerpunkt ihres Wahlkampfs sind Haustürgespräche. Die Unterhaltungen hätten ihr auch geholfen, die Themen für ihren Wahlkampf zu formulieren.