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Samstag, 08. September 2018 - 19:00 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Filmfestival Ludwigshafen: Murot-„Tatort“ gewinnt Hauptpreis

Der Kommissar mit dem verschmitzten Lächeln. Im neuen Tatort, der auch in Ludwigshafen gezeigt wurde, hat Murot (Ulrich Tukur) nicht so viel zu Lachen, die Zuschauer dafür umso mehr. Foto: dpa

Der Kommissar mit dem verschmitzten Lächeln. Im neuen Tatort, der auch in Ludwigshafen gezeigt wurde, hat Murot (Ulrich Tukur) nicht so viel zu Lachen, die Zuschauer dafür umso mehr. Foto: dpa

Mit einer dicken Überraschung endete die Verleihung der Hauptpreise beim 14. Festival des deutschen Films auf der Parkinsel in Ludwigshafen: Erstmals in der Festivalgeschichte hat ein Fernsehkrimi den Hauptpreis gewonnen, „Tatort: Murot und das Murmeltier“ von Dietrich Brüggemann.

 

Die dreiköpfige Jury entschied sich für den tatsächlich sehr gelungenen Zeitschleifen-„Tatort“, gerade weil er das Genre aushebelt: „Dietrich Brüggemann hat die Geschichte in voller künstlerischer Freiheit für einen Fernsehfilm adaptiert, in dem der Ermittler Murot Schluss macht mit der endlosen Mordmaschinerie des Kriminalgenres. Er kämpft für ein Ende ohne Tote, ein Tatort to end all Tatorts“, heißt es in der Jurybegründung.

 

Zusätzlich vergaben die Jurorinnen zwei besondere Auszeichnungen an die Filme „Styx“ und „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“.

Festivalleiter Kötz freut sich über 115.000 Besucher



Das gute Wetter hat der 14. Festivalausgabe eine Rekordbesucherzahl beschert: Festivalleiter Michael Kötz konnte sich über 115.000 Besucher freuen. „Eine wunderbare Steigerung“, so Kötz, der damit auch das Defizit aus dem Vorjahr, als knapp 100.000 Besucher gezählt wurden, ausgleichen kann. Im alten Rekordsommer 2016 waren 112.000 gekommen, allerdings gab es damals noch kein drittes Kinozelt wie dieses Jahr und das diesmal sehr gut angenommene Open-Air-Programm war 2016 dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Es ist also noch Luft nach oben.

 

 

 

 

Publikumspreis geht an „303“ von Hans Weingartner

Das Publikum lag bei seinem Filmgeschmack auf einer Linie mit Festivalleiter Michael Kötz, der Hans Weingartners romantisches Roadmovie „303“ so schätzte, dass er dafür extra den neuen Regiepreis erfunden hat, wie er am Freitagabend bei der Auszeichnung Weingartners sagte. Nun folgte also auch der Publikumspreis „Rheingold“ für den kapitalismuskritischen Film.

Hans Weingartner nutzte seine Regiepreis-Dankrede als kleine „Predigt“, wie er sagte, trat für eine mutigere Filmförderung und mehr Gemeinschaftssinn ein: „Empathie ist die Grundlage von allem.“ In Zeiten, in denen Grenzen wieder aufgebaut würden und der Kapitalismus wüte, gelte es, „unsere Menschlichkeit nicht zu verlieren“, die auf unserer Fähigkeit zur Kooperation beruhe. Der 47-Jährige rief dazu auf, nicht nur zu produzieren und zu konsumieren, sondern auch an die Ressourcen und das einfache Glück zu denken: „Wir haben diese wunderbare Welt – und was machen wir daraus?“

Sonntag wird der Goldene Nils der RHEINPFALZ-Kinderjury verliehen

Der Preisregen endet dann Sonntagmittag: Um 12.30 Uhr wird der Goldene Nils verliehen, die Auszeichnung der RHEINPFALZ-Kinderjury für den besten Kinderfilm des Festivals, der im Anschluss auch zu sehen ist. |ütz

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