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Dienstag, 16. Januar 2018 - 15:58 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Bluttat in Kandel: Staatsanwältin spricht von Mord

Vor dem dm-Markt, in dem das junge Mädchen erstochen wurde, haben viele Menschen Kerzen angezündet.  Foto: IVERSEN

Vor dem dm-Markt, in dem das junge Mädchen erstochen wurde, haben viele Menschen Kerzen angezündet. Foto: IVERSEN

Im Fall der in Kandel von ihrem Ex-Freund getöteten Mia geht die Staatsanwaltschaft Landau von einer „heimtückischen Begehungsweise“ aus und bewertet die Tat als Mord. Das teilten die Staatsanwaltschaft Landau und das Polizeipräsidiums Rheinpfalz am Dienstag mit. Nach den bisherigen Ermittlungen sei davon auszugehen, dass das 15-jährige Mädchen am 27. Dezember am Nachmittag mit zwei Jugendlichen nach Kandel gefahren sei. Am Bahnhof sei die junge Frau kurz vor der Tat dem Beschuldigten begegnet, von dem sie sich einige Wochen zuvor getrennt hatte. Der junge Mann kam als unbegleiteter jugendlicher Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland; sein Asylantrag wurde abgelehnt.

Der Beschuldigte soll das Messer erst kurz vor der Tat im Supermarkt gekauft haben



Der junge Mann soll dem Mädchen gefolgt sein. Dieses suchte zunächst mit ihren beiden Begleitern einen in der Nähe des späteren Tatorts gelegenen Supermarkt auf. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll sich auch der Beschuldigte in den Supermarkt begeben und dort das Tatmesser gekauft haben, teilte die Leitende Staatsanwältin Angelika Möhlig mit. Den bisherigen Ermittlungen zufolge sei weiter davon auszugehen, dass der Beschuldigte dem Mädchen in den Drogeriemarkt folgte, „dort gezielt auf es zuging und unvermittelt mehrfach auf sein Opfer einstach“, heißt es in der Pressemitteilung.

 

 

 

Unmittelbar nach der Tat habe im Raum gestanden, dass dem Angriff ein Streit vorangegangen sein könnte. Dies habe sich nicht bestätigt, schreibt Möhlig. Nach der derzeitigen Sachlage sei davon auszugehen, dass das Opfer nicht mit einem Angriff rechnete. Aufgrund der nun vorliegenden Erkenntnisse geht die Staatsanwaltschaft von Heimtücke aus und bewertet die Tat als Mord. Die Ermittlungen zum Motiv und zu den Hintergründen der Tat dauern an. Es soll geprüft werden, ob zudem das Mord-Merkmal der niedrigen Beweggründe vorliegt. Die Staatsanwaltschaft Landau hat zudem – wie bereits angekündigt – ein Gutachten zur Bestimmung des Alters des Beschuldigten in Auftrag gegeben. Mit dem Eingang des Gutachtens ist in einigen Wochen zu rechnen. (tnc)

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