Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel 4:0 gegen Morlautern: FKP in jeder Hinsicht besser

Gefährliche FKP-Angreifer: Tobias Jänicke (rechts), Schütze des 2:0, beobachtet den zum 3:0 erfolgreichen Marc Ehrhart (am Ball)
Gefährliche FKP-Angreifer: Tobias Jänicke (rechts), Schütze des 2:0, beobachtet den zum 3:0 erfolgreichen Marc Ehrhart (am Ball). Am Boden David Schehl, daneben Pedro Dombaxi.

Der klar überlegene FK Pirmasens gewinnt das Westpfalz-Derby der Oberliga gegen den SV Morlautern mit 4:0. Ein Spieler beschenkt sich zu seinem Geburtstag selbst.

So feiern Fußballer gerne Geburtstag. Tobias Jänicke, der am Samstag 35 wurde, schoss an seinem Ehrentag beim 4:0 (1:0) seines FK Pirmasens in der Fußball-Oberliga gegen den SV Morlautern das 2:0 und bereitete das dritte Tor vor.

Geduldige Pirmasenser

„Das war unsere beste Leistung, seit ich hier bin“, sagte Jänicke, der nach 14 Jahren als Profifußballer im Winter nach Pirmasens gekommen war und seither in vier Oberligaspielen vier Tore erzielte und zwei direkte Torvorlagen lieferte. Der Ex-Saarbrücker, früher für Hansa Rostock und Dynamo Dresden in der Zweiten Liga am Ball, hat nicht unwesentlichen Anteil daran, dass der vor der Winterpause schwächelnde FKP wieder voll in dem spannenden Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz ist. Der Routinier hob die Geduld hervor, mit der sein Team auf dem schwer bespielbaren Rasen Angriff um Angriff aufzog und auch nach sieben vergebenen Torchancen bis zur 40. Minute „nicht die Nerven verlor“. SVM-Keeper Bakary Sanyang hatte vor 517 Zuschauern mehrfach hervorragend pariert.

Dann war es aber soweit: Dennis Krob setzte sich auf der rechten Seite prächtig durch und passte zu Luka Dimitrijevic, der den Ball zum überfälligen 1:0 über die Linie drückte. Knapp zwei Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da gelang Jänicke nach Zuspiel von Krob das 2:0. Als dann der Morlauterer David Schehl wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah (55.), war das Westpfalz-Derby im Grunde schon entschieden. Nach Jänickes Freistoßflanke erhöhte Marc Ehrhart auf 3:0 (62.). Er hatte als Rechtsaußen dieses Mal den Vorzug vor Tim Hecker erhalten, weil er „sehr, sehr gut trainiert“ habe, wie FKP-Trainer Martin Gries erläuterte. Einen schönen Angriffszug über Dimitrijevic und den eingewechselten Sergen Tok schloss der starke Krob mit dem 4:0 (89.) ab.

„Nicht überbewerten“

Die nun vier Siege in Serie will Ehrhart „nicht überbewerten, weil die Gegner alle aus der unteren Tabellenhälfte waren“. Fakt sei aber, dass Pirmasens inzwischen „spielerisch viel besser als vor der Winterpause“ ist und das auch auf einem Platz unter Beweis stellte, der „nicht der beste“ sei. Trainer Gries sieht die merkliche Leistungssteigerung als Ergebnis einer „Mordsarbeit in den jetzt zehn Wochen nach der Winterpause“. FKP-Kapitän David Becker schaute wegen eines „kleinen Faserrisses“ im Oberschenkel nur zu. Offen, ob er zum Match am nächsten Samstag in Mechtersheim wieder zur Verfügung steht.

Beckers Stellvertreter, Yannick Grieß, trank nach dem Derby natürlich noch ein Bierchen mit seinem Spezi, Morlauterns Angreifer und Ex-FKP-Spieler Felix Bürger, der sich am Samstag nicht so recht in Szene setzen konnte. „Es war mit unser Plan, ihm keinen Platz zu lassen, weil er für diese Klasse einer der besten Spieler auf seiner Position ist“, sagte Grieß und freute sich darüber, dass sein seit der Winterpause so abwehrstarkes Team Morlautern nicht eine Torchance gestattete.

„Pirmasens war in allen Belangen eine Klasse stärker als wir und hat hochverdient gewonnen“, stellte Morlauterns Mittelfeldspieler Florian Bicking fest. Seine Mannschaft habe auch „mit den Platzverhältnissen und der ungewohnten Platzgröße“ zu kämpfen gehabt.

Arminia siegt gegen Bitburg spät

Dank eines späten Treffers von Torjäger Matteo Monetta hat der abstiegsgefährdete FC Arminia Ludwigshafen den Tabellenletzten FC Bitburg mühevoll mit 1:0 (0:0) bezwungen.

Für die Gastgeber stand viel auf dem Spiel, entsprechend nervös und fahrig agierte der FCA. Dennoch hatte die Arminia in der ersten Hälfte ein Chancenplus, aber Nico Pantano (14.), Steffen Straub (27.) und Sebastian Lindner (45.+2) ließen die besten Gelegenheiten aus. Die Gäste besaßen bis zum Wechsel nur eine klare Möglichkeit für den gut frei gespielten Joshua Bierbrauer, doch Torwart Urban und Verteidiger Robert Langer klärten gemeinsam (22.).

Im zweiten Abschnitt drückten zunächst die Platzherren. Nach einer Stunde wurde Bitburg mutiger und torgefährlicher. Faton Sulejmani hatte bei einem Konter Urban schon ausgespielt, doch seinen Schuss aus gut 35 Metern auf das leere Tor klärte Daniel Fichtner kurz vor der Linie (73.). Monetta verwertete eine scharfe Flanke des eingewechselten Tim Amberger zum Siegtor (83.). Der Stürmer hatte mit der letzten Aktion das 2:0 auf dem Fuß (90.+4), aber Sulejmani verhinderte den Treffer.

Schwache FCK-Reserve verliert

Die U21 des 1. FC Kaiserslautern hat in der Oberliga nicht an den starken Auftritt des 3:0-Sieges bei Rot-Weiß Koblenz anknüpfen können. Gegen das abstiegsbedrohte Cosmos Koblenz kassierte die Mannschaft von Trainer Alexander Bugera eine 0:1 (0:0)-Heimniederlage.

Die 100 Zuschauer auf dem Fröhnerhof sahen eine ausgeglichene erste Halbzeit, in der der FCK genau zwei gute Torchancen durch Jacob Collmann (17.) und Irfan Catovic (38.) hatte. Auf der Gegenseite hatte der FCK Glück, dass Cosmos-Angreifer Hokon Christian Sossah den Ball aus 14 Metern neben das Tor setzte.

Auch nach der Pause fiel dem FCK gegen die aggressiv verteidigenden Gäste nicht viel ein. Dagegen kam Cosmos nach einer Stunde stärker auf. FCK-Keeper Ante Eljuga rettete gegen Sossah (60.), fünf Minuten später traf Sossah den Pfosten. Die Gäste wirkten zielstrebiger und trafen. Nach einer Ecke zog Tufan Kelleci von der Strafraumgrenze ab, der Ball wurde noch abgefälscht –1:0 für Cosmos, zugleich der Endstand. Zu allem Überfluss sah FCK-Abwehrspieler Drini Miftari in der Nachspielzeit Gelb-Rot. „Eine völlig verdiente Niederlage“, stellte FCK-Trainer Bugera fest.wsm

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