Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Montag, 13. Mai 2019 Drucken

Donnersbergkreis

Diskussion um Hausbau-Pläne

BOLANDEN: Im Ortsteil Weierhof will ein Investor drei Mehrfamilienhäuser bauen. Allerdings müssten dafür bereits bestehende Gebäude abgerissen werden. Außerdem hätte das Ganze Folgen für die beliebte Gaststätte „Zum Chefche“.

Von Dieter Kaffenberger

Dieses etwas ältere Bild zeigt das „Chefche“ im Vordergrund. Die Gebäudeteile, die rechts direkt anschließen, sollen abgerissen werden.

Dieses etwas ältere Bild zeigt das „Chefche“ im Vordergrund. Die Gebäudeteile, die rechts direkt anschließen, sollen abgerissen werden. ( Foto: Stepan)

Ein privater Investor will das Anwesen „Im See 3“ auf dem Weierhof mit einer Gesamtfläche von rund 5300 Quadratmetern von den „Donnersberger Konzepten“, einer Immobilienfirma der Sparkasse, kaufen. Auf dem Grundstück befindet sich die Gaststätte „Zum Chefche“ sowie weitere Gebäude.

Außer der Gaststätte selbst sollen alle Gebäude abgerissen werden, danach ist der Neubau von drei Mehrfamilienwohnhäusern vorgesehen. Pro Wohnhaus sind fünf bis sechs Wohneinheiten geplant, die wie Reihenhäuser nebeneinander angeordnet sind. Eine solche Einheit soll aus einem Erdgeschoss und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss bestehen. In den Erdgeschossen könnten auch eine kleine gewerbliche Einheiten, zum Beispiel Versicherungsbüros, entstehen. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Wohnpark Weierhof – Teil 1“, der die zum damaligen Zeitpunkt vorhandene Bebauung als Bestand festgesetzt hat.

Christian Hennecke und Anja Hennecke-Honigman vom Architekturbüro „Culturbridge Architects“ in Grünstadt stellten den Planentwurf in der jüngsten Sitzung des Bolander Gemeinderates vor, der Investor war ebenfalls anwesend. Im Rahmen dieser Vorstellung wurde klar, dass es kritische Punkte gibt, in denen die geplante Neubebauung vom Bebauungsplan abweicht. So gibt es durch die Wohngebäude an drei Stellen Überschreitungen des Baufensters, die zwischen 2,5 Metern und 4,5 Metern liegen. Außerdem soll bei der Neubebauung von der ursprünglich geltenden „geschlossenen Bebauung“ (Gebäude werden ohne Grenzabstand errichtet) abgewichen werden, damit die Neubebauung nicht zu massiv wird. Ferner wird durch die zurückgesetzten Staffelgeschosse (anstelle eines ausgebauten Dachgeschosses) die durch den Bebauungsplan festgesetzte Kniestockhöhe von einem Meter überschritten.

Diese Art der Planung hat im Rat zu einer intensiven Diskussion geführt, denn bisher wurden bei sämtlichen Bauvorhaben Überschreitungen der Baufenster grundsätzlich abgelehnt, weil man keinen Präzedenzfall schaffen wollte. Genau das wäre aber hier der Fall – und er könnte als Maßstab bei anderen Vorhaben dienen. Da das Areal bereits an drei Seiten von mehrgeschossigen Wohnhäusern umgeben ist, würde die geplante Bebauung hier zu einer weiteren Verdichtung beitragen.

Es wurden auch Bedenken laut, dass es für die beliebte Gaststätte „Zum Chefche“ um die Existenz gehen könnte: Sie würde durch den Abriss ihren Innenhof mit Teich sowie Nebengebäude verlieren, was abgesehen von den Umsatzeinbußen in der Abriss- und Bauphase zu einem wirtschaftlichen Problem werden könnte.

Es gab zudem Verbesserungsvorschläge. Zum Beispiel Reduzierung der Anzahl der Wohneinheiten, damit keine Baufensterüberschreitungen mehr notwendig wären sowie Vergrößerung des Abstandes der Wohnhäuser zur Gaststätte. Deutlich wurde, dass es dem Rat äußerst wichtig ist, dass die Gaststätte auf jeden Fall überleben muss.

Eine Entscheidung wurde nicht gefällt, sondern es wurde einstimmig beschlossen, dass die Architekturfirma dem neugewählten Rat in der nächsten Sitzung eine Wiedervorlage mit eingearbeiteten Verbesserungsvorschlägen präsentieren soll. Dies wurde von den Architekten akzeptiert, die sich verabschiedeten mit: „Wir werden unsere Hausaufgaben machen!“

Pfalz-Ticker