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Montag, 18. Juli 2016 Drucken

Zweibrücken

Aus Rede- wird Lesezelle

In Mörsbach wird ein Telefonhäuschen zur Bücherbox umgebaut – Kinder und Jugendliche helfen mit

Zusammen mit Julia Igel (Zweite von links) und Till Heim (rechts) gestalten die Kinder mit Sprühfarben und Pinsel eine ehemalige Telefonzelle. ( Foto: Steinmetz)

Unter dem Motto „Zweibrücken liest“ entsteht im Stadtteil Mörsbach eine so genannte Bücherbox. Das ist ein öffentlicher Bücherschrank, in den jeder überzählige Bücher hineinstellen und seinerseits Bücher entnehmen kann. Diese Box entsteht in einem Workshop für Kinder aus Mörsbach und Zweibrücken. Am Wochenende war die Verzierung dran.

 

Für zwölf Kinder aus Mörsbach und Zweibrücken bedeutete dies zwei Tage Graffiti-Workshop. Unter Anleitung des Landauer Graffitikünstlers Till Heim verwandelten sie die nun als Box dienende ehemalige Telefonzelle in ein buntes Aquarium. „Wir hatten verschiedene Themen und eine lange Liste zur Auswahl: Weltraum, Ozean, Sommer. Richtig irre Vorschläge. Die Kinder haben jedes Thema ausgearbeitet und darüber abgestimmt. Am Ende wurde es eine Mischung aus Ozean und Aquarium“, berichtet die Mörsbacherin Julia Igel, die mit Till Heim die Kinder anleitete.

Auch der Rest der Box wird von den Kindern mitgestaltet. „Die Kinder machen so viel wie möglich selbst, von der Verzierung über die Solaranlage bis zur Einrichtung. Sie bekommen also einen Einblick in verschiedene Berufe und Herstellungsverfahren. Indem man die Kinder ins Boot holt, entstehen auch Sympathien für das Projekt, das komplett nachhaltig aufgebaut ist“, so Igel. Am Montag wird die solarbetriebene Beleuchtung montiert. „Da werden die Kinder genau sehen, wie eine solche Anlage aufgebaut ist und was man alles braucht, damit sie funktioniert. Sie werden auch selbst kleine Spielsachen mit Solarantrieb bauen.“

Endgültig montiert wird die Solaranlage dann von einem Techniker der Firma Sonnenplan. Der Jugend-Workshop läuft noch bis Mittwoch, Ende September soll die Box offiziell eröffnet werden. „Am kommenden Mittwoch veranstalten wir eine Büchersammlung, von da an kann man dann bereits Bücher tauschen“, so Igel.

Die Idee für die Bücherbox hatte Julia Igel. In Berlin sind bereits 16 solcher Boxen unter der Führung des Instituts für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur entstanden. Igels Onkel Konrad Kutt ist dabei einer der Koordinatoren. „In Homburg steht auch ein solcher Schrank, der aber in Eigeninitiative aufgestellt wurde. Ich dachte mir, wir machen so etwas ebenfalls, aber richtig“, erzählt Igel. Die Mörsbacher Bücherbox ist Teil des Berliner Projekts „Eine Nachhaltige BücherboXX“.

Der Ortsbeirat Mörsbach, die Stadt Zweibrücken, örtliche Firmen, Dorfvereine und Bürger haben das Projekt unterstützt. Das Fundament stiftete die Firma Dahlhauser, die Schreinerei Grafwerk aus Homburg wird mit den Kindern Regal und Sitzbank bauen. „Selbst die Kleinsten aus dem Kindergarten haben mitgemacht und die Regalrückwand verziert“, so Igel. Im September fertigt die Zweibrücker Berufsbildende Schule die Sponsorentafel, die Firma Kawolus aus Bexbach stiftet die Sponsorenlogos. Die Box steht direkt vor der Mörsbacher Feuerwehr. „Der Standort ist ideal“, freut sich Igel.

|sach

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