Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Lebensmittel-Verschwendung: Was Verbraucher tun können

5f9cac00887d7642.JPG
Wenn es in der Bio-Tonne derart lecker aussieht, dann kann im Haushalt sicher noch das eine oder andere optimiert werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Menge der Lebensmittelabfälle bis 2030 halbieren. Doch auch Verbraucher tragen hier Verantwortung beim Einkauf und im Haushalt: wichtige Fragen und Antworten.

Wo liegt das Problem?

In Privathaushalten landen dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge pro Jahr und Kopf 55 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Die Hälfte davon ist den Angaben zufolge vermeidbar. Obst und Gemüse machen etwa ein Drittel der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus. Es folgen Gekochtes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte sowie Fisch und Fleisch. Für die Produktion dieser Lebensmittel wurden wertvolle Ressourcen verbraucht. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden laut Ministerium etwa 15.420 Liter Wasser benötigt und 13,3 Kilogramm CO2 ausgestoßen. Für ein Kilo Äpfel sind es immer noch 820 Liter Wasser und 550 Gramm CO2. Wie können Bürger Lebensmittelverschwendung schon beim Einkauf vermeiden? Das Landwirtschaftsministerium gibt dazu einige Tipps: So sollten die Bürger vor dem Einkauf planen und sich einen Einkaufszettel schreiben. Im Supermarkt sollten sie sich Zeit nehmen und nicht hungrig einkaufen. Sonst ist die Gefahr von Spontankäufen groß, die dann doch nicht gegessen werden. Verbraucher sollten sich etwa überlegen, wie viel sie wirklich verbrauchen. Wie werden Lebensmittel richtig gelagert? Obst und Gemüse gehören im Kühlschrank ganz unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, Milchprodukte auf die mittlere, Käse und Speisereste auf die oberste. Eier, Butter und Getränke haben ihren Platz in der Tür. Mit Ausnahme von Obst und Gemüse sollte alles gut verpackt sein. Nicht in den Kühlschrank gehören Brot, Speiseöle, Kartoffeln, Auberginen, Avocados, Tomaten und die meisten Südfrüchte. Kartoffeln und Zwiebeln brauchen einen trockenen, dunklen Ort. Brot bleibt in einer Brotbox oder einem Steinguttopf länger frisch. Käse am besten am Stück kaufen und in ein beschichtetes Papier einschlagen. Äpfel und Tomaten strömen Ethylengas aus, das andere Obst- und Gemüsesorten schneller reifen lässt, sie sollten deshalb separat gelagert werden. Angebrochene Packungen – Mehl, Reis oder Nüsse – in dicht schließende Behälter umfüllen. Geöffnete Konserven umfüllen und schnell verbrauchen. Was tun bei Schimmel? Verbraucher sollten ihre Vorräte regelmäßig kontrollieren und bei Schädlingsbefall (etwa Lebensmittelmotten) entsorgen. Bei Schimmelbildung ist laut Bundeszentrum für Ernährung Vorsicht angesagt: Bei Brot, Joghurt, Marmelade und Käse (Weich- wie Hartkäse) sollte gleich die ganze Packung weggeworfen werden, weil sich der Schimmel schon ausgebreitet haben könnte. Bei Nüssen, Zitrusfrüchten, Beeren, Gemüse mit hohem Wassergehalt wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken oder Zucchini sowie Wurzelgemüse wie Karotten sollten mindestens die befallenen Früchte komplett entsorgt werden. Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum? Lebensmittel sind bei richtiger Lagerung auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum meist noch genießbar. Tragen vorverpackte Lebensmittel die Formulierung „mindestens haltbar bis“, behalten sie bis zu diesem Datum ihre produkttypischen Eigenschaften – vorausgesetzt, sie sind originalverpackt und wurden richtig gelagert. Auch danach sind sie meist noch eine Weile genießbar. Es gilt der Grundsatz: Erst schauen, dann riechen, dann schmecken. Wirkt alles normal, steht dem Genuss in der Regel nichts entgegen. Produkte mit Verbrauchsdatum gehören laut Fachdienst AID nach Ablauf in den Müll. Bei Lebensmitteln, die sehr leicht verderblich sind, muss der Hinweis „zu verbrauchen bis“ angegeben werden, gefolgt von einer Beschreibung der Lagerbedingungen. Als leicht verderbliche Lebensmittel gelten etwa zerkleinertes rohes Fleisch, Geflügel und vorgeschnittene Salate.

x