Kaufhäuser
Die großen deutschen Warenhäuser – eine kleine Chronologie
Kaufhof
Urzelle ist ein 25 Quadratmeter großes Geschäft, das Leonhard Tietz 1879 in Stralsund eröffnete. 1930 startete das erste Haus in der Pfalz, in Ludwigshafen. Die Nationalsozialisten hatten das Warenhaus 1933 enteignet und, um den Namen des jüdischen Gründers Tietz zu verschleiern, in Kaufhof umbenannt.
Die Kaufhof Warenhaus AG betrieb vor der Fusion mit Metro 140 Geschäfte mit 21.500 Mitarbeitern. Zum Konzern gehörten weitere Handelsgeschäfte, etwa Horten, die Billig-Vertriebslinie Kaufhalle (2000 an das italienische Unternehmen Oviesse verkauft), Multistore, Media Markt, Saturn, der Pfälzer Schuhfachmarkt Reno, Oppermann sowie Hawesko (Hanseatisches Wein- und Sektkontor). Nach dem Verkauf von Metro kam Kaufhof zur kanadischen HBC-Group, schließlich zu Signa.
Horten
1936 gründete Helmut Horten, der bei Tietz seine Ausbildung absolvierte, das gleichnamige Warenhausunternehmen. Viele Geschäfte gehörten zuvor jüdischen Kaufleuten, die die Nazis enteignet hatten. 1974 kaufte Horten die SB-Warenhäuser des Hamburger Otto-Konzerns. Mitte der 1990er-Jahre betrieb Horten 51 Filialen und beschäftigte 25.000 Mitarbeiter.
Hertie
Das Akronym verweist auf
Karstadt
Zwei Jahre nach Leonhard Tietz, 1881, eröffnete Rudolf Karstadt in Wismar sein erstes Geschäft. 1974 erwarb Karstadt eine Mehrheitsbeteiligung am Versandhändler Neckermann, den Karstadt zehn Jahre später schluckte. 1994 übernahm Karstadt den damals zweitgrößten deutschen Warenhauskonzern Hertie. 1999 fusionierte Karstadt mit dem zweiten großen Versandhändler zur Karstadt-Quelle AG. Zu Karstadt gehörten damals 79 Warenhäuser, zwei Schnäppchencenter (eines davon in Ludwigshafen), 28 Sporthäuser sowie die Sinn-Leffers-Modehäuser und die Fachhandelskette Runners Point. Der später in Arcandor umbenannte Konzern schlitterte 2009 in die Insolvenz. Für Quelle das Aus, Karstadt wurde zunächst an den Milliardär Nicolas Berggruen verkauft, schließlich an die Signa-Gruppe des Österreichers René Benko.