Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Staatsmillionen für grünen Wasserstoff aus Ludwigshafen

Das Modell: So soll die Anlage zur Wasserelektrolyse im BASF-Stammwerk in Ludwigshafen einmal aussehen.
Das Modell: So soll die Anlage zur Wasserelektrolyse im BASF-Stammwerk in Ludwigshafen einmal aussehen.

Der Chemiekonzern BASF baut in seinem Stammwerk Ludwigshafen eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Das Land Rheinland-Pfalz und der Bund fördern das Projekt mit bis zu 124,3 Millionen Euro. Der Zuschuss ist laut Bundeswirtschaftsministerium trotz aller Haushaltsdiskussionen sicher.

Für den Chemiekonzern BASF und sein Stammwerk in Ludwigshafen ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 zu verringern. Auch für die Politik war dieser Donnerstag ein freudiger Tag, wie es die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Franziska Brantner (Grüne), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, auf dem BASF-Werksgelände ausdrückten.

Denn durch die feste Förderzusage des Bundeswirtschaftsministeriums und des Landes Rheinland-Pfalz geht die Ende Juni 2022 begonnene Errichtung einer Anlage zur Wasserelektrolyse in die nächste Phase. Mithilfe eines Elektrolyseurs als Zentrum der Anlage plant die BASF, in Ludwigshafen CO2-freien grünen Wasserstoff herzustellen. Die Anlage soll, so der Zeitplan von BASF und Projektpartner Siemens Energy, im ersten Quartal 2025 in Betrieb gehen.

In turbulenten Zeiten

„Wir freuen uns angesichts der Haushaltsdiskussionen, die gerade geführt werden, die Förderzusage bekommen zu haben“, sagte BASF-Standortleiterin und Vorstandsmitglied Melanie Maas-Brunner. „In dieser Zeit ist es ganz wichtig, dass wir Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft vorleben.“

Brantner sagte, sie freue sich, „in Zeiten, in denen es turbulent zugeht, sagen zu können: Das Projekt wird gefördert“. Trotz der Haushaltsdiskussionen im Bund nach dem folgenreichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Aufstockung des Klima- und Transformationsfonds mit ungenutzten Krediten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für unzulässig erklärt hatte, sei die Förderung „safe“ (sicher), wie Brantner der RHEINPFALZ bestätigte. Das Geld komme aus vom Bundestag bewilligten Haushaltsmitteln. Die Zusage sei unterschrieben, und vor dem BVG-Urteil geschlossene Verträge genössen Bestandsschutz, ergänzte die Grünen-Abgeordnete Brantner.

Die Staatssekretärin im Ministerium Robert Habecks übergab auf der Baustelle nahe Werkstor 13 im Beisein der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und von Landesumweltministerin Katrin Eder (Grüne) Arbeitsdirektorin und Forschungsvorständin Maas-Brunner den Förderbescheid.

149 Millionen Euro Gesamtkosten

Bund und Land unterstützen das Projekt mit bis zu 124,3 Millionen Euro. Davon kommen bis zu 37,3 Millionen Euro aus Mainz. Nach RHEINPFALZ-Informationen betragen die Gesamtkosten für den etwa 200 Meter auf 80 Meter großen Bereich auf dem BASF-Gelände 149 Millionen Euro.

Mit der Förderzusage gehe die Errichtung der Wasserstoff-Produktionsanlage in eine neue Phase, sagte Maas-Brunner. Die Anlage im Werk Ludwigshafen wird mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben. Sie soll durch die klimafreundliche Wasserstoff-Erzeugung die Treibhausgasemissionen am Standort in Ludwigshafen um jährlich bis zu 72.000 Tonnen senken. Mit einer Leistung von 54 Megawatt und einer Kapazität von bis zu 8000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr ist der Protonenaustausch-Membran-Elektrolyseur einer der größten seiner Art in Deutschland.

Wichtiges Zeichen für Ludwigshafen

Die Förderzusage sei „ein Meilenstein auf dem Weg zu Netto-Null-CO2-Emissionen und ein Signal für die Leistungsfähigkeit des Standorts Ludwigshafen“, sagte Maas-Brunner. „Es ist auch ein ganz wichtiges Zeichen für unsere Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen: Wir pilotieren hier, wir forschen hier, wir bauen hier für die Zukunft“, sagte sie.

„Grüner Wasserstoff spielt eine ganz zentrale Rolle dabei, die Klimaziele zu erreichen“, sagte Ministerpräsidentin Dreyer. „Die BASF ist weltweiter Vorreiter bei der Dekarbonisierung der Chemieindustrie.“

Dafür hantiert der Weltkonzern mit vielen verschiedenartigen Bausteinen wie Wind- und Solarparks oder der weltweit ersten Demonstrationsanlage für elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen ebenfalls am Verbundstandort Ludwigshafen.

Mit der Wasserelektrolyse leiste die BASF „einen tollen Beitrag zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“ in Europa, Deutschland und Rheinland-Pfalz, sagte Dreyer. Sie betonte die Notwendigkeit, einen „Chemie-Pakt“ zu schließen, an dem man arbeite.

Wasserstoff auch für Busse vorgesehen

Die extrem energieintensive chemische Industrie benötigt große Mengen Wasserstoff, zum Beispiel zur Herstellung von Ammoniak. Der wiederum wird etwa zur Produktion von Düngemittel, Farben und Textilien gebraucht. Die Wasserelektrolyse ist eine Art der Herstellung von Wasserstoff. Dabei wird Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Insbesondere weil der Stromverbrauch dabei hoch ist, soll der Strom zur Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien kommen.

Es ist geplant, dass die BASF grünen Wasserstoff auch für den Verkehr in der Metropolregion bereitstellt, etwa für öffentliche Busse. „Durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft“, sagte Maas-Brunner, „werden wir die ökologische Transformation schaffen.“ Der Weg dorthin indes ist noch weit. Für die Wirtschaft und für die Politik.

Bei der Übergabe des Förderbescheids (von links): die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder, Melanie Maas-Brunner, M
Bei der Übergabe des Förderbescheids (von links): die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder, Melanie Maas-Brunner, Mitglied des BASF-Vorstands, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium.
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