Germersheim
Ein großer Platz für kranke Tiere
„Katzen nach links, Hunde nach rechts!“ Martina van Suntum zeigt Gästen des Richtfestes, wie der Ablauf in der neuen Tierklinik sein kann, wenn nächstes Jahr im Mai alles fertig ist. Das zweigeschossige Gebäude an der Hexenbrücke wird dann gemeinsam mit dem Neubau der Feuerwehr den „neuen Stadteingang“ von Germersheim markieren. Besonders die bogenförmige Pfosten-Riegelfassade werde ein attraktiver Blickfang, sind die Planer vom federführenden Büro Freyler Industriebau (Karlsruhe) überzeugt.
Zuletzt wurden die Arbeiten am Rohbau abgeschlossen, ein Großteil der Fenster ist bereits montiert, mit der Dachabdichtung wurde begonnen. In den kommenden Wochen folgt der Innenausbau. Auf insgesamt circa 1400 Quadratmetern entstehen im Erdgeschoss für Kunden mit ihren tierischen Patienten zugängliche Räume.
Physiotherapie für Haustiere
An diesen Empfangsbereich schließt sich der Operationstrakt an mit jeweils separaten Bereichen für Hunde, Katzen und Heimtiere, Zahnklinik mit Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, HNO, Onkologie, Augen- sowie Weichteil- und orthopädische Chirurgie. Zudem werde es einen eigenen Physiotherapiebereich geben, hieß es bei der Vorstellung des Projektes.
Auf etwa 800 Quadratmetern sind im Obergeschoss Seminarräume, Büro- und Sozialbereiche eingeplant. Zwei Dach-Terrassen stehen den zurzeit 40 Mitarbeitern – darunter zwölf Tierärzte – für ihre Pausen zur Verfügung. „Wir wollen mit der Dachbegrünung, Photovoltaik und der Begrünung der Anlage möglichst ein gemeinsames Bild mit der nebenan entstehenden Anlage der Feuerwehr schaffen“, beschreibt Arnulf Klasen seine Vorstellungen vom Äußeren der neuen Klinik.
Alte Klinik ohne Platzreserve
Die alte Tierklinik liegt mitten in einem Wohngebiet in der Germersheimer Konrad-Adenauer-Straße und kann dort nicht erweitert werden. Was mit ihr nach dem Umzug passiert, ist laut van Suntum noch offen. Vielleicht eine Praxis oder eine Dependance der neuen Klinik. Mit dem Neubau auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück an der Hexenbrücke werden jedenfalls die Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten deutlich ausgebaut.
„Zugleich können wir so auch weiterhin einen bestmöglichen medizinischen Standard garantieren“, erläutert Arnulf Klasen, der die Tierklinik 1985 gemeinsam mit seiner Frau Martina van Suntum – beide promovierte Tierärzte – gegründet hat. Mit dem Neubau legen die beiden allerdings die Verantwortung für die Praxis in die Hände ihrer Söhne Jan und Linus Klasen, ebenfalls beide Tierärzte. „Im Praxisalltag arbeiten wir aber weiterhin aktiv mit“, ergänzt van Suntum.
Stationäre Abteilung
Der Schwerpunkt der Praxis liegt auf der Behandlung von Katzen, Hunden und Heimtieren über alle Bereiche der Tiermedizin hinweg, selbst MRT- und CT-Untersuchungen werden angeboten. Der Neubau wird zudem eine stationäre Abteilung zur Betreuung schwer erkrankter Tiere sowie eine Quarantänestation beherbergen.
„Die Aufenthaltsqualität war Familie van Suntum/Klasen ein zentrales Anliegen“, berichtet Martin Leopold von Freyler Industriebau. „Die Praxis versteht sich als Partner für Mensch und Tier. Die neuen großzügigen Räume sollten diese Philosophie widerspiegeln.“ Das Gebäude gilt als energetisch und ökologisch vorbildlich: Es wird nach KfW 55 Standard gebaut, das heißt, es benötigt nur 55 Prozent der Energie eines konventionellen Neubaus. Ist in den kommenden Jahren eine Erweiterung gewünscht, lasse es sich zudem aufstocken, so Leopold.