Handball
Wild entschlossene Deutsche beim Sieg gegen Slowenien
Die deutschen Handballer haben am Samstag einen riesen Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen im Sommer in Tokio gemacht. Mit einem furiosen Auftritt in der ersten Halbzeit distanzierte das Team Slowenien 36:27 (22:12). Zum Abschluss des Turniers wartet am Sonntag (15.45 Uhr, ZDF) Algerien. Die ersten beiden Mannschaften der Gruppe sind bei den Olympischen Spielen ab 23. Juli dabei. Das Ticket liegt bereit ...
Aufputschmittel
Ein Last-Minute-Tor als legales Aufputschmittel: Einen Tag nach Marcel Schillers Treffer zum sehr glücklichen 25:25 gegen Schweden am ersten Tag der Qualifikation trumpfte die deutsche Mannschaft endlich mal wieder so richtig auf. Wie lange hat man so einen ersten Durchgang nicht gesehen wie den am Samstag in der Max-Schmeling-Halle? Lange ...
Großartiger Wolff
Diesmal lief alles nach Plan. Die Abwehr stand bärenstark, Torhüter Andreas Wolff hielt großartig. Unmittelbar vor der Pause sprach Bundestrainer Alfred Gislason am Spielfeldrand kurz mit Wolff, umarmte ihn. Wolff kam für den angeschlagenen Johannes Bitter zurück in den Kader, bei der Partie gegen Vize-Weltmeister Schweden war der Keeper von KS Kielce außen vor. Das war zwischen dem Bundestrainer und dem Torhüter so abgesprochen. Ein bisschen gepokert war das ja schon ...
„Ich habe vor der Partie schlecht geschlafen. Der Druck war groß, aber die Mannschaft hat überragend reagiert. Das war super und genau das, was ich mir erhofft hatte. Es sind große Brocken der Last von mir gefallen“, berichtete Gislason.
Leichte Tore
Zwangsläufig kamen die Deutschen wegen ihrer starken Defensive so zu den allseits beliebten leichten Toren via Gegenstoß. Nur Kreisläufer Blaz Blagotinesk bereitete dem Innenblock Hendrik Pekeler und Johannes Golla anfangs Probleme, später stellte sich das Duo auf die Anspiele zu dem großgewachsenen Akteur ein. Dass Johannes Golla durchspielt, war so eigentlich nicht vorgesehen, aber Patrick Wiencek blieb auf der Bank, weil es so gut klappte.
Der Spielverlauf kam den Deutschen zupass, nach zehn Minuten mussten die Slowenen ihren Kontrahenten davonziehen lassen. Von Minute zu Minute wuchs das Selbstvertrauen, die deutschen Spieler nutzten ihre Torchancen mit einer wilden, ja: brutalen Entschlossenheit. Die Deutschen hielten den Druck hoch, zogen ihre Angriffe durch. Die beiden slowenischen Torhüter Klemen Ferlin und Urban Lesjak parierten zunächst kaum einen Ball.
Im Flow
„Es war eine richtig gute Abwehrleistung mit zwei richtig guten Torhütern, die es uns erleichtert haben, ein gutes Tempospiel aufzuziehen, viele leichte Tore in der zweiten Welle zu erzielen. Mit dem Sieg fällt schon ein großer Druck ab, das ist schon richtig. Wir haben gesagt, wir müssen mal wieder richtig in einen Flow reinkommen“, erläuterte der Halblinke Julius Kühn. Als Linksaußen begann Marcel Schiller, der seine Nominierung rechtfertigte. Der Flügelspieler von Frisch Auf Göppingen war ein Aktivposten, erzielte sieben Tore. Kapitän Uwe Gensheimer kam erst gegen Ende in die Partie.
Noch ein Endspiel
Nach der Pause verwaltete die deutsche Mannschaft den Vorsprung, nach 45 Minuten war einfach die Luft aus dem Spiel. Alfred Gislason wechselte munter durch, es blieb ein ungefährdeter Sieg, auch wenn von der 45. bis zur 55. Minute kein Tor gelang. „Heute kam alles zusammen, um so ein perfektes Spiel abzuliefern, gerade in der ersten Halbzeit. Die Abwehr hat super funktioniert. Wir sind sehr zufrieden, dass wir die Qualifikation in der eigenen Hand haben. 100 Prozent Fokus auf Algerien, damit wir nicht rechnen müssen“, betonte Rechtsaußen Timo Kastening. Und Johannes Golla meinte: „Es ist auch gegen Algerien noch ein Endspiel, wir müssen gewinnen, um ganz sicher zu sein. Wir haben es geschafft, die Chance offen zu halten.“
Am Ende konnte sich auch Torhüter Silvio Heinevetter in seinem 200. Länderspiel auszeichnen.
SO SPIELTEN SIE
Deutschland: Wolff, Heinevetter - Häfner (2), Weber (2), Kühn (6) - Kastening (5/1), Schiller (7) - Pekeler (3) - Weinhold (3), Golla (4), Heymann (3), Wiede, Knorr, Gensheimer (1/1), Groetzki
Slowenien: Ferlin, Lesjak - Dolenec (3), Zarabec, Potocnik - Janc (3), Mazej (1) - Blagotinesek (5) - Gaber (1), Marguc (2), Cingesar (2), Ovnicek (3), Skube (3), Gajic (4/3)
Spielfilm: 3:3 (5.), 8:5 (11.), 11:6 (15.), 16:9 (21.), 21:11 (28.), 26:15 (37.), 30:18 (44.), 31:22 (51.), 33:25 (56.) - Siebenmeter: 4/2 - 4/3 - Zeitstrafen: 3/4 - Beste Spieler: Schiller, Wolff, Kastening - Blagotinesk, Gajic - Schiedsrichter: Lopez/Ramirez (Spanien).
Ein Kommentar zu den deutschen Handballern