Pferdesport
Unerwarteter Triumph für Dürkheimer Voltigierer bei Landesmeisterschaft
Eigentlich besteht die Dürkheimer M-Gruppe aus acht Voltigiererinnen. Doch weil sich zwei von ihnen gerade mit dem Coronavirus infiziert hatten, ging es nur zu sechst nach Heidesheim. Die beiden Fehlenden waren Stützen des Teams, da sie bei den Dreier-Blöcken, wenn drei Voltigierer gleichzeitig auf dem Pferd turnen, tragende Rollen haben.
„Wir hatten heute Leute auf dem Pferd, die die Dreier stehen, die das sonst nicht tun“, erzählte Konstantin Merk aus dem Trainerteam der Dürkheimer und räumte ein, dass er kurzzeitig „Angst hatte, dass wir gar nicht starten können“. Bei den Pflichtübungen am Samstagmorgen legte das Team vor, verschaffte sich einen schönen Vorsprung. „Die Pflicht war ordentlich“, befand Mira Thiel.
Erfolgreiche Pfälzer
Die erste Kür am Samstagnachmittag lief nicht ganz so gut. „Wir hatten das in der Zusammensetzung vielleicht zwei-, dreimal trainiert“, räumte Thiel ein. Weil der zweite Kürumlauf am Sonntag besser war und der ebenfalls corona-geschwächte Hauptkonkurrent Fortuna Saarburg zwar vorne lag, aber den Rückstand nur verkürzen konnte, ging der Titel an die Dürkheimerinnen, die auf Skyfall turnten. „Ich konnte es gar nicht glauben“, sagte Merk und lachte.
Es war nicht der einzige Landesmeister-Titel, der in die Pfalz ging. Die Herxheimer Sportsoldatin Hannah Steverding wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und sicherte sich den zweiten rheinland-pfälzischen Seniorentitel ihrer Karriere. Den ersten gewann sie 2019, seither gab es corona-bedingt keine Landesmeisterschaft mehr. Richtig zufrieden war sie allerdings nicht. „Ich hatte die Kür in einer veränderten Reihenfolge gezeigt, wegen der Zeit habe ich den Flickflack weggelassen“, erzählte die 23-jährige Championatskaderathletin.
Auf Paradepferd zum Sieg
Vor der Fahrt nach Heidesheim hatte es eine kurzfristige Planänderung gegeben. Weil sich Nachwuchspferd Danzarino leicht verletzt hatte, startete Steverding mit ihrem Paradepferd Royal Flash an der Longe von Sophie Kuhn. Der Blick der Herxheimerin richtet sich jetzt in Richtung deutsche Meisterschaft, die Ende August in Verden ausgetragen wird. „Wir haben noch einige Baustellen. Dort wollen wir zeigen, dass alles rund läuft“, ergänzte Steverding.
Die dritte Meisterschärpe ging an das Bad Dürkheimer Junioren-Doppel Lara Veth und Laura Kowalczyk, die von Konstantin Merk auf Context vorgestellt wurden. Die beiden starteten ohne Konkurrenz, auch das eine Folge von Corona-Fällen in der Woche vor der Meisterschaft, die einige Starts verhinderten. „Es ist ihr erstes gemeinsames Jahr“, bemerkte Merk, der mit der Leistung der beiden Juniorinnen zufrieden war.