Motorsport
Tourenwagenserie DTM lebt weiter
Nach dem Ausstieg von Aston Martin und Audi war lange Zeit nicht klar, ob und wie es mit der DTM (Deutsche Tourenwagen-Masters) weitergehen kann. Nach zähen Gesprächen konnte DTM-Chef Gerhard Berger am vergangenen Wochenende am Nürburgring einen Erfolg vermelden. „Die Zukunft der DTM ist gesichert“, sagte der Ex-Formel-1-Fahrer. Seiner Einschätzung nach konnte ein gutes Paket geschnürt werden. „Vor allem bin ich den beiden Herstellern Audi und BMW sehr dankbar, dass sie mir ermöglichen, die traditionelle DTM-Plattform weiter in die Zukunft zu führen.“ Stellvertretend für seine Kollegen äußerte sich Titelverteidiger René Rast: „Das ist eine tolle Nachricht für alle DTM-Fans, für uns Fahrer und die Teams.“
Statt der teuren Rennwagen nach Class-one-Reglement, das zusammen mit der japanischen Super-GT-Serie entwickelt worden war, werden künftig GT3-Rennwagen eingesetzt. Das sind Fahrzeuge auf Basis eines Audi R8, Bentley Continental, BMW M6, Lamborghini Huracan, Mercedes GT3 oder Porsche 911. „Zur DNA der DTM gehört, dass möglichst viele Hersteller gegeneinander fahren“, sagte Berger, „die Tür ist weit offen für alle Hersteller.“ Der Vorteil: Diese Autos kommen in mehreren Rennserien zum Einsatz. Unter anderem auch im ADAC GT Masters. Dieses wird, wie der Automobilclub und der Deutsche Motorsport-Bund (DMSB) am Samstagvormittag bekanntgegeben haben, künftig als „Internationale Deutsche GT-Meisterschaft“ ausgeschrieben.
Audi und BMW wollen weiter unterstützen
Allerdings werden in der DTM die Fahrzeuge künftig nicht mehr von einem Hersteller eingesetzt, sondern von privaten Teams. So wie im ADAC GT Masters. Berger denkt an aktuelle Werksrennställe wie Abt, Phoenix oder Rosberg, natürlich auch an ART und WRT, die bereits in dieser Saison privat vier Fahrzeuge einsetzen. Interesse sollen auch Teams bekundet haben, die bislang im GT Masters engagiert waren.
Sowohl Audi als auch BMW wollen interessierte Teams auch künftig unterstützen – aber zu anderen Konditionen als bislang. „Die Teams müssen organisieren, wie sie eine Teilnahme finanzieren können. Wir müssen sehen, wie wir sie unterstützen können, damit Autos in der Startaufstellung stehen. Aber es ist weit entfernt von einer Werksunterstützung“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Sein BMW-Kollege Jens Marquardt erklärt das Procedere: „Die Teams kommen auf uns zu und sagen: Dieses Programm würden wir gerne fahren, wie kann uns BMW unterstützen? Bei der Technik und mit Fahrern.“
Obwohl Berger noch keine Details zum technischen Reglement, er nennt es GT-Pro, verkünden kann, sagt er über die neue Serie, die er mit seiner Firma BMS organisiert: „Die DTM wird die beste GT-Sprint-Rennserie der Welt sein, deshalb werden die besten Fahrer in diese DTM kommen.“
Diejenigen, die jetzt schon dabei sind, freuen sich über die Fortsetzung. „Es wird in der DTM geiler Sport geboten, und ich hoffe, dass es mit den GT-Autos so funktioniert wie mit den DTM-Autos“, sagt Timo Glock.
Sponsoren standen auch vor Corona nicht Schlange
Ungeklärt ist allerdings noch, wie sich die privaten Teams finanzieren werden. Schon jetzt prangen auf den Autos entweder die Logos von Tochterfirmen der Hersteller oder die von Zulieferern. Potenzielle Sponsoren standen schon vor der Corona-Pandemie nicht Schlange. Ein überzeugendes Argument bei der Akquise von Partnern könnte sein, dass die flächendeckende Übertragung der Rennen durch Sat1 ist weiter gesichert ist.
Ursprünglich war es auch Bergers Wunsch, dass die Fahrzeuge mehr als die momentanen 520 bis 550 PS haben. Doch die Autohersteller wollen kein zusätzliches Geld in Entwicklungsarbeiten investieren. Das betrifft zum Beispiel die Kupplung, die bei einem stehenden Start, wie er in der DTM praktiziert wird, heftig belastet wird. Deshalb wird es auf einen fliegenden Start des Rennens hinauslaufen.