FCK
Thomas Hengen schlägt Alarm: „So gehen wir finanziell kaputt“
Drei Tage vor der Partie, am Freitag, stand fest: Statt der erst drei Tage zuvor, am Dienstag, per Ausnahme von Stadt und Land genehmigten 20.000 Zuschauer sind nur 5000 Besucher im Fritz-Walter-Stadion zugelassen. Grund: Die Inzidenz in der Stadt Kaiserslautern lag drei Tage in Folge (Mittwoch, Donnerstag, Freitag) über dem kritischen Wert 35. Daher haben ab dem übernächsten Tag, ab Sonntag, schärfere Anti-Corona-Maßnahmen gegolten; die Ausnahmegenehmigung war dahin. So sind für das Spiel auf dem „Betze“ nur die in der Corona-Bekämpfungsverordnung für Großveranstaltungen mit Hygienekonzept festgelegten 5000 Besucher zulässig.
FCK macht am Montag rund 300.000 Euro weniger Umsatz
Für den FCK, für den das inklusive Catering einen Minderumsatz von knapp 300.000 Euro bedeutet, „wirtschaftlich kaum darstellbar“, sagt Hengen im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wenn wir kostendeckend rauskommen, haben wir es gut gemacht.“ Deutlich mehr als die Hälfte der Einnahmen aus dem Gladbach-Spiel müsse der FCK ohnehin abgeben – an Gegner Mönchengladbach (der mit der Zuschauer-Reduzierung am „Betze“ auch weniger umsetzt angesichts der zu teilenden DFB-Pokal-Einnahmen) sowie an die übrigen sieben Verbandspokal-Viertelfinalisten aus der vorigen Saison. Das war der Deal, dass der FCK trotz des abgebrochenen Wettbewerbs als dann Quasi-Landespokalsieger am DFB-Pokal teilnehmen darf.
„Das Frustrierende ist auch, dass wir uns auf das ARD-Livespiel am Montag gefreut haben“, sagt FCK-Ticketing-Leiter und Prokurist Marcus Böse der RHEINPFALZ, „und jetzt hätten wir besser schon am Samstag gespielt – vor wohl knapp 20.000.“ Die Verkaufszahlen bis Freitag, als dann alles gestoppt und vieles rückgängig gemacht werden musste, gaben das her. Wegen der schon seit Mittwoch höheren Inzidenzen früh vom Worst Case 5000 auszugehen, sei „organisatorisch nicht möglich“ gewesen, sagt Böse, „wir mussten ja Personal für Ordnungs- und Sicherheitsdienst einteilen und unsere Caterer informieren.“
Das Personal muss der FCK so oder so bezahlen
Das Personal ist jetzt gebucht, und der FCK muss es folglich bezahlen. „So können wir für die nächsten Heimspiele nicht weitermachen“, sagt Hengen, „wir brauchen Verlässlichkeit. So gehen wir finanziell kaputt. Wir hatten schon vor dem Spiel am 24. Juli gegen Braunschweig das Hin und Her.“
Hengen fordert höheres Tempo von der Politik
Hengen will sich schnell „mit Politikern von Stadt und Land an einen Tisch setzen; natürlich wollen wir Corona bekämpfen, aber wir brauchen innerhalb eines Wettbewerbs wie DFB-Pokal oder Dritte Liga gleiche Bedingungen. Wir dürfen nur zehn Prozent unserer Kapazität nutzen; in anderen, kleineren Stadien dürfen 50 Prozent genutzt werden. In einigen Stadien dürfen sogar Stehplätze verkauft werden.“
„Gerne 5000 3G- plus zusätzlich 2G-Zuschauer“
Hengen sagt: „Von uns aus gerne 5000 3G- plus noch ausschließlich 2G-Zuschauer (nur geimpft, genesen; keine nur Getesteten) bis Jahresende. Aber es kann nicht sein, dass wir für unser Hygienekonzept allseits gelobt werden und nichts davon haben. Da muss sich was bewegen. Denn: Wir betreiben ein Stadion, das permanent Geld kostet. Aber aktuell können wir fast wie keine Einnahmen generieren.“
FCK prüft juristische Schritte
Daher prüfe der FCK juristische Schritte, sagt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler im RHEINPFALZ-Gespräch. Dem FCK gehe es dabei zudem in erheblichem Maße um seine Fans – „nicht zuletzt sorgen sie für die Unterstützung unseres Teams im Stadion“.
Zur Sache I
Ein Gedanke bei manchen Klubs: Nur Geimpfte und Genesene ins Stadion
Ein Gedanke bei einigen Klubs derzeit zum Beispiel: nur Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen, keine nur Getesteten. Der FCK darf heute nur zehn Prozent des Fassungsvermögens der WM-Arena nutzen. Beim SV Waldhof – Inzidenz in Mannheim am Sonntag 29,0 – durften 50 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden. 12.151 Zuschauer sahen den 2:0 (0:0)-Erstrunden-Pokalcoup des Drittligisten gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt.
Zur Sache II
Sonderimpfaktion auch für Nicht-Stadiongänger
Lange vor dem Pokalspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Borussia Mönchengladbach (Montag, 20.45 Uhr) gibt es für alle Interessierten auch ohne Eintrittskarten und ohne Anmeldung eine Sonderimpfaktion unter anderem des Deutschen Roten Kreuzes mit dem FCK. Von 14 Uhr bis 21 Uhr können sich am Montag alle ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen (von zwölf bis 18 nur in Begleitung der Eltern). Die Impfstation (nur Erstimpfungen respektive ab 18 Jahren auch Johnson & Johnson) befindet sich vor dem Stadion auf dem Kunstrasenplatz drei/Ecke Süd/Ost. Infos: www.fck.de
