Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Schwalb: Es gab Gründe, den Vertrag nicht zu verlängern

Martin Schwalb.
Martin Schwalb.

Martin Schwalb war TV-Experte und Vizepräsident beim HSV Hamburg, als ihn im Februar 2020 der Ruf von den Rhein-Neckar Löwen ereilte. Danach kam die Corona-Pandemie, der Saison-Abbruch und eine weitere Spielzeit mit Höhen und Tiefen. Am Sonntag (15.30 Uhr) endet mit dem Heimspiel gegen den THW Kiel endet seine Zeit beim Handball-Bundesligisten, mittlerweile ist er hinter Klaus Gärtner ins zweite Glied versetzt worden. Knapp zwei Jahre bei den Rhein-Neckar Löwen gehen am Sonntag zu Ende.

Im Rückblick: Hat sich der Schritt zurück auf den Trainerstuhl gelohnt?
Aber auf jeden Fall. Ich würde diese Entscheidung wieder so treffen. Ich habe es sehr genossen, mit dieser Mannschaft und für diesen Klub arbeiten zu dürfen. Natürlich waren die Umstände nicht ideal wegen der Corona-Pandemie. Natürlich haben die Zuschauer uns allen gefehlt, auch mir. Aber es war richtig, die Offerte von den Löwen anzunehmen, es hat sich gelohnt.

Dennoch haben Sie sich entschlossen, den Vertrag nicht zu verlängern …
Dafür gab es einige Gründe. Es war richtig, so zu entscheiden.

Die Saison ist nicht optimal verlaufen.
Was heißt schon nicht optimal. Auch in Kiel und Flensburg ist die Saison nicht optimal verlaufen. Wir haben tolle Spiele gezeigt und auch große Siege gefeiert. Wir haben in Magdeburg, Berlin, Erlangen und Leipzig gewonnen. Man darf aber die Augen nicht davor verschließen, dass wir auch schwächere Leistungen gezeigt haben. Wir hatten unsere Probleme, was angesichts der Situation nicht ungewöhnlich ist. Wir befinden uns in einem Umbruch, hinzu kamen die vielen Verletzungen. Alleine im Tor hat es uns knüppeldick erwischt. Ich glaube, in der Geschichte der Bundesliga hat noch kein Klub im Laufe einer Spielzeit so viele Torhüter eingesetzt wie wir. Es waren sechs Stück.

Viele haben nicht verstanden, dass Sie während der Saison in die zweite Reihe versetzt wurden, wie sind Sie damit umgegangen? War das eine Degradierung?
Nein, so habe ich das nicht gesehen. Es geht um den Klub und nicht um einzelne Personen. Es war und ist die richtige Entscheidung, Klaus in die Rolle des verantwortlichen Trainers zu bringen, weil er diese Funktion in der kommenden Saison ausfüllen wird. Ich bin sicher, dass er sehr davon profitiert, jetzt schon Erfahrungen gesammelt zu haben. Ich finde, er ist bereits an der Aufgabe gewachsen. Für mich war es die Möglichkeit, alles aus einer anderen Perspektive betrachten zu können. Für den Charakter ist es zudem eine Gelegenheit, zu zeigen, dass man mit so etwas umgehen kann.

Nach der Saison geht es zurück nach Hamburg, wo Sie seit Jahren leben. Der HSV ist gerade in die Bundesliga aufgestiegen, Sie waren dort zuletzt Vizepräsident, wie geht es weiter?
Das wird sich zeigen, es geht erst einmal darum, die Saison ordentlich zu beenden. Ich habe Kontakt zum HSV, weil dort Freunde von mir am Werk sind. Wir werden sicher darüber sprechen, wie es dort weitergeht, aber die Zeit ist noch nicht gekommen.

Zum Abschluss: Könnte es nach dieser Saison eine Genugtuung sein, mit einem Sieg über den THW Kiel die Meisterschaft zu entscheiden?
Ich verspüre keine Genugtuung, wenn jemand anderes verliert. Für uns geht es nur darum, nach diesem Jahr einen tollen Abschluss zu haben. Wir spielen in unserer Halle, vor unseren Zuschauern, auch wenn nur wenige dabei sein können. Wir wollen das Spiel für uns gewinnen.

x