FCK
Rote Teufel seit sechs Spielen ungeschlagen: Harte Arbeit veredelt den April
Welch wertvoller Erfolg im engen, packenden Abstiegskampf. „Ich bin erst mal auf die Knie gefallen, daran sieht man, wie wichtig dieser Sieg war“, sagte der erneut starke Lauterer Innenverteidiger Marvin Senger nach dem 3:2 (2:1) am Samstag gegen das lange arg harmlose Schlusslicht SpVgg Unterhaching.
Wer Chancenwucher betreibt, wird oft hart bestraft. Das hat der 1. FC Kaiserslautern in dieser für ihn so extrem schwierigen Saison schon einige Male schmerzlich erfahren müssen. Diesmal aber, am Samstag gegen das lange arg harmlose Schlusslicht SpVgg Unterhaching, blieb die drastische Strafe aus. Dafür sorgte ein Foulelfmeter. So schnappte sich FCK-Stürmer Marvin Pourié den Ball und schaffte, was ihm bei seinen vielen Gelegenheiten zuvor nicht gelungen war: Der 30-Jährige brachte den Ball im Tor des starken Hachinger Schlussmann Jo Coppens unter – 3:2 in der 83. Minute; der Siegtreffer. Philipp Hercher – erneut produzierte die vor allem vor der Pause Hälfte ganz starke rechte FCK-Seite mit Hercher und vor ihm Rechtsverteidiger Jean Zimmer ein Tor – brachte die Lauterer 1:0 in Führung (32.).
Hlouseks erstes FCK-Tor seit zehn Jahren
Nach einem Blackout Tim Rieders erzielte Hachings Moritz Heinrich das 1:1 (35.), postwendend traf der 32-jährige Adam Hlousek nach Rieder-Flanke zum 2:1 (36.). Es war Hlouseks erstes Tor für den FCK, seit er bei seinem ersten Gastspiel als Roter Teufel vor zehn Jahren in der Bundesliga am 26. Februar 2011 beim 1:1 gegen den Hamburger SV getroffen hatte. Das von Hachings Moritz Fuchs markierte 2:2 (67.) hatte sich gegen abbauende, mit ihren Gelegenheiten so fahrlässig umgehende Lauterer abgezeichnet.
Und dann also Pourié per Strafstoß; Felix Göttlicher hatte den eingewechselten Elias Huth zu Fall gebracht. Es war das zehnte Saisontor des vom Karlsruher SC ausgeliehenen Stürmers – in der DFB-Statistik wird der Treffer zum 2:2 in Dresden, den man auch als Eigentor werten könnte, bisher weiter mitgezählt. Das ist für Pourié Nebensache. „Jetzt schnell nach Hause“, sagte der 30-Jährige vielmehr. „Meine Frau erwartet das dritte Kind.“
Drei Siege und drei Unentschieden im April
Bei den vielen Möglichkeiten gegen anfangs äußerst zögerliche, fast schon abgestiegene Hachinger, hätte der FCK gar einiges für seine Tordifferenz tun können – auch die könnte am Ende den Unterschied ausmachen. Nach 34 von 38 Spielen stehen die Lauterer vorerst auf einem Nichtabstiegsplatz, der starken Ausbeute im April sei Dank mit dem nun sechsten Spiel in Serie ohne Niederlage bei drei Siegen und drei Unentschieden.
Der FC Bayern II, mit dem zuletzt strauchelnden SV Meppen und Uerdingen der schärfste FCK-Rivale im Kellerkampf, könnte die Lauterer am Montagabend überholen. Allerdings müssten die Münchner dazu gegen Saarbrücken gewinnen, dann stünde für die Roten Teufel Platz 16 – ebenfalls über dem Strich – zu Buche, so ist es Rang 15. Vorbehaltlich des Uerdinger Nachholspiels gegen Dresden.
Schwerstarbeit statt Leichtigkeit
Dass ihn die Partie gegen Unterhaching bei all den vergebenen Chancen noch mehr Nerven gekostet hat als ohnehin erwartet, ist für FCK-Trainer Marco Antwerpen „ganz einfach“ zu begründen: „Viele Dinge gehen einem nicht leicht von der Hand, wenn man unten steht. Leichtigkeit gibt es bei uns im Moment nicht. Aber die Jungs haben sich den Sieg erarbeitet“, sagte der 49-Jährige nach dem vierten Dreier unter seiner Anleitung, angefangen mit dem 2:0 im Derby beim SV Waldhof Mannheim; sieben Siege weist der FCK bisher insgesamt auf.
So geht es weiter mit der harten Arbeit unter Druck. Vier Partien stehen noch aus, die nächste am Dienstag, 4. Mai, bei Aufstiegsanwärter TSV 1860 München. Dann kommt Uerdingen zu einem heißen Kellerduell. Doch zunächst haben die jüngst so fleißigen Roten Teufel am Montag und Dienstag nach und vor harten Wochen zwei Tage frei. „Wir haben seit der Länderspielpause kein Spiel mehr verloren“, sagte der erneut gute Hercher. „Jetzt fahren wir nach München, da wollen wir auch was mitnehmen.“
Und auch der eingewechselte Defensivspieler Luca Jensen freute sich in mehrfacher Hinsicht. Der 23-Jährige kam zu seinem ersten Drittliga-Einsatz in dieser Saison, dem zweiten nach dem 4. Juli 2020. „Es war nervenaufreibend“, sagte der gebürtige Lauterer, „aber mit dem Sieg können wir jetzt mit Schwung in die nächsten Spiele starten.“
