Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Rhein-Neckar Löwen und der Abend der vergebenen Möglichkeiten

Warf vier Tore: Jannik Kohlbacher. Rechts hinter ihm: Christian Zeitz. Links Doruk Pehlivan, ganz hinten Trainer Frank Carstens.
Warf vier Tore: Jannik Kohlbacher. Rechts hinter ihm: Christian Zeitz. Links Doruk Pehlivan, ganz hinten Trainer Frank Carstens.

Vier Spiele in acht Tagen – die Rhein-Neckar Löwen haben von Samstag bis Sonntag ein strammes Programm. Die erste Aufgabe in der Bundesliga löste das Team mit Ach und Krach. Gegen den TSV GWD Minden gab es einen 29:27 (14:14)-Sieg.

Der Erfolg stand erst spät fest, Mait Patrail war es, der das 28:26 und das 29:27 erzielte. Möglich war dies, weil sich Torhüter Andreas Palicka nach der Pause steigerte. „Der Kampf war da in der zweiten Halbzeit, das Engagement, sonst hätten wir auch keine Chance gehabt. Wir verwerfen so viele Bälle, dass es schwierig wird“, sagte Trainer Martin Schwalb.

Es war der Abend der vergebenen Chancen, es war der Abend der „Fahrkarten“. Unglaublich, wie viele Möglichkeiten die Löwen ausließen. Die Mannschaft blieb sich treu, im Moment fehlt ihr die Leichtigkeit. Bei 10:7 hatten die Löwen sich ein kleines Polster erarbeitet – und verspielten es in drei Minuten wieder. Ähnliche Situation beim 23:21, da scheiterte Ymir Gislason am überragenden Torhüter Malte Semisch, der wie beim 26:26 Ende Februar großartig hielt.

Schmid: Haben wieder einen Kampf gewonnen

„Wir haben uns selber in die schwierige Situation reingebracht, wir haben zu viele einfache Tore bekommen. Um das Positive herauszuheben: Wir haben wieder einen Kampf gewonnen, diese Siege sind für uns total wichtig, weil es nicht einfach von der Hand geht“, meinte Regisseur Andy Schmid, mit elf Toren auffälligster Feldspieler.

Martin Schwalb probierte es im Rückraum mit vielen Formationen, in der zweiten Halbzeit wurde die Variante mit dem siebten Feldspieler zur Erfolgsformel. Albin Lagergren wirkte fahrig, Sorgenkind Lukas Nilsson spielte nach seiner Einwechslung ein paar Minuten gut, warf schnell zwei Tore, leistete sich dann prompt einen Abspielfehler und ein Stürmerfoul, musste wieder auf die Bank. Bei Minden überzeugte der künftige Löwe Juri Knorr. „Das Spiel zeigt, dass wir mithalten können, aber leider noch nicht den letzten Punch setzen können. Es war ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich war zum ersten Mal in der Halle. Das war schon sehr imposant, auch ohne Zuschauer“, betonte der Spielmacher.

Sorgen um Groetzki

Sorgen machen sich die Löwen um Patrick Groetzki, der nach einem Foul von Justus Richtzenhain umknickte und mit einem Schrei zunächst am Boden liegen blieb. Groetzki humpelte, probierte es hinter der Bande, kam aber nicht zurück.

Die Löwen brauchen ihren Rechtsaußen, denn schon am Dienstag steht das Achtelfinal-Rückspiel in der European League gegen RK Nexe Nasice im SNP-Dome an, im Hinspiel siegten die Löwen 27:25, am Donnerstag folgt die Aufgabe bei MT Melsungen, am Ostersonntag geht es zur HSG Wetzlar.

„Jetzt gehen wir in eine schwierige Woche, wir versuchen das Maximale herauszuholen, dann setzen wir uns mal hin und trinken einen Radler und relaxen“, meinte Andy Schmid, der den Fokus zunächst auf die Europa League legte. Die Löwen wollen partout ins Viertelfinale. Und Andy Schmid will den SNP-Dome in Heidelberg – die nun zweite Heimat der Löwen – standesgemäß einweihen ...

So spielten sie

Rhein-Neckar Löwen: Palicka, Katsigiannis - Lagergren (1), Schmid (11/6), Ahouansou (1) - Groetzki (1), Tollbring (1) - Kohlbacher (4) - Nielsen, Patrail (3), Gislason (1), Lagarde, Gensheimer (1), Nilsson (2), Kirkelökke (3)

TSV GWD Minden: Semisch, Lichtlein - Rambo (2), Knorr (7), Pehlivan (4) - Gulliksen (5), Korte (3/2) - Richtzenhain (2) - Thiele, Zeitz (3), Janke, Schluroff (1)

Spielfilm: 3:4 (8.), 6:6 (13.), 10:7 (17.), 11:11 (22.), 13:14 (27.), 14:14 (Hz.), 17:16 (36.), 18:20 (44.), 24:22 (50.), 25:25 (55.), 29:27 (Endstand) - Siebenmeter: 7/6 - 2/2 - Zeitstrafen: 2/2 - Rote Karte: Richtzenhain (53. grobes Foulspiel) - Beste Spieler: Schmid, Palicka, Patrail - Semisch, Knorr, Gulliksen - Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Eigersweiher)

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