1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kriselnder FCK blickt auf die Relegation: Hoffen auf teuflischen Beistand

Glücklos, formlos: Terrence Boyd (Mitte) setzt zum Kopfball an. Links Hendrick Zuck.
Glücklos, formlos: Terrence Boyd (Mitte) setzt zum Kopfball an. Links Hendrick Zuck.

Kommt alles so, wie es kommen soll? Der schicksalsergebene Terrence Boyd sucht nach dem 0:2 des Fußball-Drittliga-Dritten 1. FC Kaiserslautern in Köln in dieser Vorstellung Trost. Der Trainer der siegreichen Viktoria motiviert seine Elf mit der eigenen Historie.

Olaf Janßen hatte im Austausch mit Vize-Präsident Franz Wunderlich wohl die richtige Geschichte ausgesucht, mit der er die Mannschaft von Viktoria Köln vor dem so wichtigen Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern aufzubauen versuchte. Es war eine Geschichte aus dem Jahr 1999. Der Trainer war Profi bei Bundesligist Eintracht Frankfurt und traf am letzten Spieltag auf – die Roten Teufel. Es stand schlecht um die Hessen, doch sie gewannen die sagenumwobene Partie 5:1 und realisierten spektakulär den Klassenverbleib. „Es war der größte Moment meiner Karriere“, sagte Janßen am Sonntag, „ein Moment, den man nicht vergisst. Der Moment ist in mir drin. Ich habe den Spielern gesagt, dass wir daran denken sollen.“ Der Kniff funktionierte, die Viktoria siegte 2:0 und rettete sich vor dem Abstieg. „Wir hatten keine Angst, zu verlieren“, sagte Janßen.

Mut- und kraftlos zur dritten Schlappe in Serie

Im Unterschied zum FCK. Derart mut- und kraftlos, wie die Elf des Tabellendritten eine Hälfte lang über den Platz trabte, musste ihr das Herz in die Hose gerutscht sein. „Indiskutabel“ nannte Geschäftsführer Thomas Hengen den Auftritt, die Steigerung nach dem Seitenwechsel zerstob ohne Erfolg. Zurück blieben Enttäuschung und Ratlosigkeit bei Spielern, Verantwortlichen und Tausenden Anhängern, die den FCK in die Domstadt begleitet hatten.

Statt die tags zuvor unterlegene Braunschweiger Eintracht vor deren Saisonfinale zu überflügeln, blieb die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen zum dritten Mal in Folge den Beleg ihrer Qualität schuldig. Nach einer abgesehen vom Start sehr gelungenen Saison mit einer Fülle an defensiven Bestmarken wackelt das Kaiserslauterer Fußball-Gebilde wie eine abbruchreife Bude.

Die Stabilität ist wie weggeblasen

Dahin die Stabilität, dahin das Selbstvertrauen. „Es ist ernüchternd, es ist traurig“, resümierte Stürmer Terrence Boyd und ergänzte schicksalsergeben: „Vielleicht kommt alles so, wie es kommen soll.“ Nun, sagte Boyd, treffe der FCK mit Dynamo Dresden auf eine Mannschaft, die länger als drei Spiele nicht erfolgreich gewesen sei – noch kein einziges Mal in diesem Jahr, um konkret zu sein. „Die haben etwas zu verlieren, die wollen ihren Platz in der Zweiten Liga behalten. Wir können jetzt nur noch gewinnen, und das ist das einzig Positive.“

Charakter beweisen, Selbstvertrauen zeigen, das Herz der Fans mit auf dem Platz haben, das ist es, was Boyd nun von sich und seinen Kollegen fordert. Relegation sei „wie Derby, wie Pokalcharakter, es geht einfach um alles. Das hat nichts mit Tabelle zu tun. Vielleicht hilft uns jetzt nicht der Fußball-Gott, sondern der Fußball-Teufel, dass wir das nötige Spielglück haben.“

„Zwei Spiele, in denen alles passieren kann“

Abwehrchef Kevin Kraus sagte: „Es kommen zwei Spiele, in denen alles passieren kann. Wir müssen uns bewusst sein, was man da alles erreichen kann.“ Kraus kommt die knapp zweiwöchige Pause nicht zupass: „Ich würde am liebsten übermorgen gegen Dynamo spielen und so schnell wie möglich wieder auf dem Rasen stehen.“

FCK-Server teilweise überlastet

Für das Relegations-Heimspiel am Freitag, 20. Mai, um 20.30 Uhr gegen Dresden hat der FCK gestern den Kartenvorverkauf für Dauerkarteninhaber (die Dauerkarten sind gültig, es können zusätzlich Einzeltickets gekauft werden) und für Mitglieder gestartet. Zeitweise waren die Server ob der großen Nachfrage überlastet. Nach Dresden geht ein Kontingent von 5000 Tickets für das Hinspiel im Fritz-Walter-Stadion.

Das Rückspiel in Sachsen steigt am Dienstag, 24. Mai, ebenfalls um 20.30 Uhr.

Beim FCK muss viel passieren bis zu diesen entscheidenden Partien – es wird fleißig nach der Methode gesucht, wie denn der Schalter nach drei Niederlagen in Serie zur allerungünstigsten Zeit, im Saison-Endspurt, noch umzulegen sein könnte.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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