1. FC KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Julian Niehues vor dem FCK-Spiel gegen St. Pauli: Durchs Stahlbad marschiert

Gegen Freiburg eng am Mann: FCK-Defensivspieler Julian Niehues. Dahinter Maxi Eggestein vom SC.
Gegen Freiburg eng am Mann: FCK-Defensivspieler Julian Niehues. Dahinter Maxi Eggestein vom SC.

Julian Niehues von Fußball-Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern hat turbulente Tage hinter sich. Der junge defensive Mittelfeldmann patzte beim Spiel in Kiel. Danach erlebte er eine Überraschung der angenehmen Art. Nun wartet die nächste heikle Aufgabe.

Es war wie ein kleines Geschenk für den jungen Fußballer. Auf dem Spielberichtsbogen, der als zentrales Element am Sonntag die Startformationen des 1. FC Kaiserslautern und des SC Freiburg aufwies, stand der Name Julian Niehues, verbunden mit dessen Nummer 16, unter den ersten elf Spielern des FCK.

Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Auch der 21 Jahre alte defensive Mittelfeldmann des Zweitliga-Aufsteigers hätte das lange nicht sicher sagen können. In der Woche zuvor hatte er die beiden Gegentore des FCK beim 2:2 in Kiel auf seine Kappe genommen; er war jeweils nicht energisch genug gegen seine Gegenspieler zu Werke gegangen. „Nach dem Kiel-Spiel war ich komplett down, hab’ gedacht, jetzt musst du erst mal eine Weile zugucken“, bekennt Niehues beim Blick zurück. „Aber die Kollegen und das Trainerteam haben mich aufgebaut, ich habe in der Trainingswoche danach Gas gegeben“, sagt der 21-Jährige, der in Kaiserslautern gerade für einige Monate Besuch von seiner noch studierenden Freundin hat. Sie macht in Frankfurt ein Praktikum und ist deshalb näher an der Pfalz als sonst zuvor während des Studiums in Venlo. Auch ihre Unterstützung tat ihm in den schweren Tagen gut.

„Ein starkes Zeichen des Trainers“

Die freudige Überraschung, dass er gegen Freiburg doch randurfte, ist Trainer Dirk Schuster gelungen. „Ja, es war schon ein starkes Zeichen des Trainers, dass er Jule gleich wieder aufgestellt hat“, sagt Niehues’ Teamkollege Hikmet Ciftci (24), der mit dem Ex-Gladbacher um eine Startelfposition als Sechser wetteifert.

Niehues betont: „Es freut mich, dass der Trainer sich trotzdem für mich entschieden hat.“ Der junge Profi ging im Pokal gegen den Bundesligisten erkennbar engagiert zu Werke, rückte seinen Gegnern sehr dicht auf die Pelle. Für die etwas unglückliche 1:2-Niederlage nach Verlängerung konnte „Jule“ gar nichts, er wurde bei 1:0-Führung ausgewechselt. Schuster erkannte bei Niehues wie beim gesamten Team Fortschritte, hob für die Mannschaft eine klare spielerische Fortentwicklung hervor.

FCK und St. Pauli gut gestartet

Die soll im Heimspiel an diesem Sonntag (13.30 Uhr, Sky, Liveblog auf rheinpfalz.de) gegen den ebenso mit vier Punkten aus zwei Spielen gestarteten, ambitionierten FC St. Pauli weitergehen. Ob neben Marlon Ritter, dem 45-Metertraumtor-Schützen gegen Freiburg, auf der Sechserposition Niehues oder diesmal Ciftci spielt, will Schuster noch nicht verraten. Er sieht trotz aktuell leichter Vorteile für Niehues beide „auf Augenhöhe“. Obwohl Niehues mit seinen 1,95 Metern 18 Zentimeter länger ist als Ciftci.

Viele Verkehrsbehinderungen

Für die Partie waren am Freitagmittag knapp 37.000 Tickets verkauft. Gut 2000 St.-Pauli-Fans werden erwartet. Die Polizei rät zu einer frühzeitigen Anreise und rechnet mit Verkehrsbehinderungen – auch weil die Zugstrecken von Neustadt und von Pirmasens nach Kaiserslautern weiter gesperrt sind. Auf der A6 wird gebaut, zum Teil wird der Verkehr umgeleitet. Die Großparkplätze Kaiserslautern-Ost, Uni (Shuttlebusse) und Messeplatz (nur zum Teil offen) werden von der Polizei empfohlen.

Noch zu früh kommt die Partie am Sonntag für den an der Kniescheibe verletzten Lauterer Offensivspieler Ben Zolinski. „Benno“ mache aber Fortschritte und soll in „sieben bis 14 Tagen wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen“, sagt Schuster. Zuletzt nicht im Kader war René Klingenburg. Dass an dem 28-Jährigen Drittligist Aue interessiert sein soll, habe indes auch Schuster nur Medienberichten entnommen, sagte der Trainer. Klingenburg sei von FCK-Seite nicht gesagt worden, er solle sich nach einem anderen Klub umsehen, betont Schuster.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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