Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Gladbach will kein lustiges Abenteuer erleben

Jonas Hofmann (vorn), der hier seinen Treffer zum 2:1 feiert, und die Borussia hinterließen schon bei Inter Mailand einen guten
Jonas Hofmann (vorn), der hier seinen Treffer zum 2:1 feiert, und die Borussia hinterließen schon bei Inter Mailand einen guten Eindruck.

Die kleine Serie in der Bundesliga und der überraschende Punktgewinn bei Inter Mailand machen Mut. Vor dem zweiten Top-Spiel in der Champions League gegen Real Madrid am Dienstag (21 Uhr/Sky) ist der Glaube, auch gegen die Königlichen etwas holen zu können, bei Borussia Mönchengladbach durchaus da. Das liegt besonders auch an einem Spieler.

Zum Start in die neue Woche gab es für die Gladbacher erst mal eine kleine Überraschung: Eden Hazard, seit seinem 100 Millionen Euro schweren Wechsel vom FC Chelsea zu Real Madrid im Sommer 2019 von rekordverdächtigen sieben Verletzungen heimgesucht, trat gestern die Reise aus der spanischen Metropole an den Niederrhein an. Zuletzt stand der Kapitän der belgischen Nationalmannschaft Anfang August auf dem Platz. Wobei Reals Cheftrainer Zinedine Zidane bereits vor einigen Tagen über Hazard sagte: „Er ist weiter als wir dachten.“

In Mailand beeindruckt

Weiter zu sein als viele glaubten, das bewies in der Vorwoche auch die „Fohlen“-Elf – bei ihrem Einstieg in die Königsklasse in Mailand. Allein der späte Treffer von Inter-Stürmer Romelu Lukaku vereitelte beim 2:2 den perfekten Start des Klubs in den Wettbewerb. „Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Gruppe mithalten können“, sagt Mittelfeldspieler Jonas Hofmann – und betont vor dem Kräftemessen mit Real-Größen wie Sergio Ramos, Toni Kroos, Luka Modric oder Karim Benzema: „Das wird auf jeden Fall ein Highlight, aber es soll für uns kein lustiges Abenteuer werden. Wir wollen zeigen, was wir können – und haben in Mailand schon ein Ausrufezeichen gesetzt. Das wollen wir jetzt bestätigen.“

Im Uefa-Pokal ging Real im Spätherbst 1985 bei den Gladbachern, die damals in Düsseldorf spielten, mal mit 1:5 unter, drehte das Blatt durch ein 4:0 im Rückspiel aber noch und zog ins Viertelfinale ein. Dreieinhalb Jahrzehnte später haben die Madrilenen ihren kleinen sportlichen Durchhänger mit dem 3:1 beim FC Barcelona gerade frisch beendet. In der Champions League betreten sie nach der überraschenden Startpleite gegen Schachtjor Donezk (2:3) allerdings fürs Erste mit einem Punkt Rückstand auf die Borussia den Rasen.

Jonas Hofmanns Lauf lässt hoffen

Dort treffen sie auf ein Team, das in dieser Saison auf fremdem Boden bislang besser zurecht kam als im eigenen Stadion – und in dem Ex-Dortmunder Hofmann einen Akteur mit einem momentan besonders guten Lauf in seinen Reihen hat. Vor drei Wochen feierte der 28-Jährige ein gelungenes Debüt in der DFB-Auswahl, und auch im Verein zeigte er zuletzt stabile Leistungen auf hohem Niveau.

In der Liga kommt Hofmann nach fünf Runden bereits auf zwei Tore und vier Assists, ist Gladbachs bester Scorer. „Ich habe mit dem Trainer besprochen, dass ich mehr Verantwortung tragen soll – und das auch möchte“, erklärt der gebürtige Heidelberger sein derzeitiges Leistungshoch. So dass Teamkollege Matthias Ginter gestern nun fröhlich erklärten durfte: „Ich kenne Jonas schon aus Dortmund und habe mich mit ihm immer gut verstanden. Ich freue mich sehr, dass er jetzt auch bei der Nationalmannschaft dabei war. Er schlägt auch sehr gute Standards – wir sind sehr froh, dass er in so einer Topform ist.“

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