1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK in der Zweiten Liga! Es ist geschafft!

Schön: Lauterer Jubel nach dem 1:0.
Schön: Lauterer Jubel nach dem 1:0.

Der 1. FC Kaiserslautern kehrt nach vier Jahren in die Zweite Bundesliga zurück. Der Dauerläufer der Roten Teufel erlöst die Fans.

Rot-weißer Jubel im gelben Tränenmeer: Der 1. FC Kaiserslautern spielt in der Saison 2022/23 in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Der FCK gewann das Relegationsrückspiel beim Zweitliga-16. Dynamo Dresden mit 2:0 (0:0). Daniel Hanslik erzielte den ersten Treffer nach knapp einer Stunde, Philipp Hercher legte nach.

„Was für ein Team, was für Fans. Das ist so heftig“, sagte Terrence Boyd unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Er jubelte es mehr – als dass er es sagte. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und unglaublich glücklich. Es ist nicht unverdient, dass wir in die Zweite Liga aufgestiegen sind. Ein Glückwunsch auch an das ehemalige Trainerteam, das den Grundstein für diesen Erfolg gelegt hat“, sagte Dirk Schuster. Der Schachzug der FCK-Bosse, den Trainer vor den Relegationsduellen zu wechseln, war aufgegangen.

Dynamo muss umbauen

Dynamo-Coach Guerino Capretti musste in der entscheidenden Partie beide Sechser ersetzen und dann gar noch einen. Sowohl der Ex-Lauterer Paul Will als auch Michael Akoto waren nach ihren im Hinspiel erlittenen Verletzungen nicht einsatzfähig. Neben Yannick Stark, der in Kaiserslautern nach seiner Einwechslung für Will eine gute Partie ablieferte, spielte Julius Kade. Allerdings musste Stark ähnlich früh angeschlagen vom Feld wie am Freitag Will. Für Stark kam der gebürtige Kaiserslauterer Oliver Batista Meier, der aus der FCK-Jugend stammt. Zudem rückte Robin Becker für Guram Giorbelidze in die das FCK-System spiegelnde, mit Vierer- statt Dreierkette agierende Dynamo-Startelf.

Die wurde von ihren lautstarken Fans im Rudolf-Harbig-Stadion kräftig nach vorne gepeitscht. So gab Angreifer Christoph Daferner den ersten Warnschuss ab (4.), auf der Gegenseite wurde Terrence Boyds Versuch geblockt (11.). Beide Teams suchten ihr Heil vom Anpfiff weg in der Offensive.

Viel Pyrotechnik vor Anpfiff

FCK-Trainer Dirk Schuster stellte zweimal um. Für Julian Niehues beorderte er Hikmet Ciftci in die Anfangsformation. Hercher rückte für Kenny Prince Redondo in die Startelf. Die wurde in Dresden von rund 3000 FCK-Fans begrüßt – mit der deutlichen Aufforderung „Auswärtssieg“. Rund 650 Lauterer Anhänger hatten vor der Partie Stress – ihr Sonderzug hatte etwas Verspätung. Als sie rechtzeitig vor Anpfiff im Stadion waren, breiteten die FCK-Fans ein Riesenbanner in Wimpelform aus, der Dreiecksform des Gästeblocks angepasst.

Mit etwas Verspätung begann auch das Spiel – FCK-Anhänger zündeten reichlich Pyrotechnik, ein Feuerwerkskörper flog gar auf die Dresdner Tribünenseite mitten zwischen die Besucher dort. Gefährliches Spiel mit wohl teurem Nachspiel.

Königsdörffer sorgt für Gefahr

Ransford Königsdörffer sorgte für Gefahr, als er Lauterns Abwehrchef Kevin Kraus austanzte, doch der Abschluss des Dynamo-Stürmers geriet zu schwach: kein Problem für FCK-Torwart Matheo Raab (15.). Der agile, spielfreudige Königsdörffer war es auch, der die beste Chance der ersten Hälfte besaß, sein Schuss ließ das Netz zappeln – an der Außenseite des Tores (45.). Immer wieder stellte Königsdörffer die Lauterer Abwehr mit schnellen Drehungen vor Probleme. Dynamo zeigte sich vor allem offensiv im Vergleich zum Hinspiel verbessert, der FCK war zunächst nicht zwingend genug. Ein abgefälschter Schuss von Mittelfeldmann Mike Wunderlich brachte im ersten Abschnitt noch am meisten Gefahr (18.).

Hanslik fasst sich ein Herz

Der FCK stand stabil und war gleich nach der Pause besser im Spiel als Dynamo. Einen Boyd-Kopfball nach Ecke Hendrick Zucks parierte Torwart Kevin Broll (58.). Dann fasste sich der stets fleißige Dauerläufer Hanslik ein Herz. Kurz nach seinem Tor warf er sich zudem geistesgegenwärtig in einen Dresdner Angriff (63.). Später parierte Raab einen Freistoß Batista Meiers (72.) und war auch danach aufmerksam (78.).

Boyd verpasste gegen müde Dresdner leichtfertig das 2:0 (83.). Aber das nahm ihm an diesem Abend niemand übel – auch weil Philipp Hercher in der Nachspielzeit zum 2:0 traf.

Es folgte ein „Feuerwerk“ der unschönen Art der Dynamo-Anhänger, so dass die Partie viele Minuten unterbrochen blieb. Nachdem die Raketen, die aufs Spielfeld geflogen waren, abgebrannt waren, gab es noch drei Minuten Zuschlag, ehe die FCK-Feierlichkeiten in Dresden starteten.

So spielten sie

Dynamo Dresden: Broll - Becker (80. Drchal), Sollbauer, Knipping, Löwe - Stark (30. Batista Meier), Kade - Diawusie (46. Vlachodimos), Weihrauch (68. Borrello), Königsdörffer - Daferner

1. FC Kaiserslautern: Raab (Note 2) - Zimmer (3), Kraus (2), Tomiak (2,5), Zuck (3; 69. Schad/-) - Ciftci (2; 73. Niehues/-), Ritter (2) - Hercher (2,5), Wunderlich (2,5; 69. Redondo/-), Hanslik (1,5; 88. Stehle/-) - Boyd (3)

Tore: 0:1 Hanslik (59.), 0:2 Hercher (90.+2) - Gelbe Karten: Becker, Batista Meier - Hanslik, Ciftci, Tomiak - Beste Spieler: Daferner, Löwe, Königsdörffer - Ciftci, Ritter, Hanslik, Kraus - Zuschauer: 30.530 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Siebert (Berlin).

Schön: Philipp Hercher trifft zum 2:0.
Schön: Philipp Hercher trifft zum 2:0.
Unschön: „Feuerwerk“ der Dresdner Fans nach dem 0:2.
Unschön: »Feuerwerk« der Dresdner Fans nach dem 0:2.

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