Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen verlieren in Lübeck: „Schotten dicht“ sieht anders aus

Julius Meyer-Siebert trifft für die Eulen.
Julius Meyer-Siebert trifft für die Eulen.

In der Art und Weise, wie sie spielten, war es vielleicht eine Wiedergutmachung für die schwachen ersten Hälften zuletzt in Hagen und Großwallstadt. Aber nach Punkten nicht. Die Eulen Ludwigshafen unterlagen beim Tabellennachbarn VfL Lübeck-Schwartau.

Mit 28:31 (15:14) unterlag die Truppe von Trainer Johannes Wohlrab in Schleswig-Holstein und hat nun mit 6:8 ein negatives Punktekonto. Dabei begannen die Eulen in der mit 1545 gefüllten Lübecker Hansehalle gut. Alexander Falk konnte nach leichter Knieblessur unter der Woche wieder auflaufen, der zuletzt kränkelnde Torwart Mats Grupe saß ebenso auf der Bank wie der neue Eulen-Rechtsaußen Theo Straub. Der junge Mann von den Rhein-Neckar Löwen II trug allerdings noch das Trikot mit der Nummer 23 und dem Namen „Durak“ auf dem Rücken. Zu mehr hatte es auf die Schnelle nach der Verpflichtung mit Zweitspielrecht diese Woche noch nicht gereicht.

Eine starke erste Hälfte lieferte der Eulen-Halbrechte Jannek Klein ab, unweit seiner alten Heimat Schülp bei Rendsburg, etwas westlich von Kiel. Von da waren rund 30 Freunde und Verwandte gekommen, die den Fanblock der Gäste mit füllten. Die 6:0-Deckung der Lübecker Tiger bekam den Linkshänder zunächst nicht in den Griff, seine Durchbrüche nach außen waren mehrmals von Erfolg gekrönt. Klein kam vor der Pause auf vier Treffer.

Gastgeber stellen sich auf die Eulen ein

Erst nach einer Auszeit von VfL-Trainer David Röhrig in der 16. Minute fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Sie interpretierten ihre Abwehr danach offensiver – das, was Julius Meyer-Siebert auf der anderen Seite vom Anpfiff weg auch weit vorne gemacht hatte. Auch das lösten die Lübecker nun etwas cleverer, mit langen Pässen auf die Außenspieler und einem sehenswerten Kempa-Trick von Vojtech Patzel auf Janik Schrader. Oder der ganz starke Patzel (am Ende acht Tore) setzte sich im Eins-gegen-Eins selbst durch und traf aus dem Rückraum.

So holte das VfL-Team einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand (7:10, 20.) bis zur Pause wieder auf. Auch der Torwartwechsel von Nils Conrad auf Paul Dreyer hatte dabei geholfen. Und so gingen die Lübecker dann sogar mit einem 15:14 in die Kabine, weil die Eulen ihr zwischenzeitliches Sieben-gegen-Sechs da nicht gut zu Ende spielten, Fehlpässe produzierten und auch einen Treffer ins leere Tor kassierten.

„Kopf einschalten“

„Ein bisschen konzentrierter im Abschluss, den Pass auf die Außenspieler schwieriger gestalten“, hatte Eulen-Coach Johannes Wohlrab in seiner Auszeit nach 25 Minuten gefordert. „Kopf einschalten, konzentrierter und disziplinierter arbeiten, mit Mut Richtung Tor“, gab er seinen Spieler in der nächsten Auszeit, bereits nach 35 Minuten, mit. Damit wollte er auch den Lauf der Gastgeber unterbrechen, die die Führung schnell auf 18:14 ausgebaut hatten. In der Folge waren die Eulen zwar immer wieder mit einem Feldspieler mehr und hohem Tempo erfolgreich, sie scheiterten aber auch häufig an Keeper Paul Dreyer.

So schaffte Tom Bergner frei vom Kreis nicht den 25:26-Anschlusstreffer – und die Eulen kassierten hier, wie mehrfach, erneut einen Treffer ins leere Tor. Und weil VfL-Torwart Dreyer immer wieder die Hände an die Eulen-Würfe bekam (15 Paraden), konnten die Eulen dem Spiel letztlich keine entscheidende Wende mehr geben. Der Wille war erkennbar da, aber es ging nichts mehr. Erneut kassierten die Gäste mit 31 Gegentoren wieder mehr als 30. „Schotten dicht“ sieht anders aus.

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