Handball
Eulen Ludwigshafen wollen Abwehr stärken
27. 31. 29. 31. 36. 32. Und im Pokal 28 (nach regulärer Spielzeit). Das ist die Anzahl der Gegentore, die die Eulen bislang in dieser Handballsaison kassierten. Das ist nicht das, was sich die Mannschaft vorgestellt hat. „Wir haben Zahlen, an denen wir uns orientieren. Unser Ziel ist klar, die Anzahl der Gegentore zu reduzieren im Vergleich zur letzten Saison“, sagt Abwehrchef Julius Meyer-Siebert.
Julius Meyer-Siebert analysiert
Bei der 29:32-Niederlage gegen den TV Großwallstadt gelang das zunächst nicht. Wie sieht Julius Meyer-Siebert die Entwicklung? „Ich versuche, mich da einzubringen, indem ich mir noch mal angucke und überlege, was nicht so gut lief. Das Thema ist sehr komplex“, erläutert er. „Wir machen viele Dinge sehr gut, dann hapert es aber an der Griffigkeit, es fehlen die letzten Prozent an Griffigkeit und Aggressivität. Wir kommen nicht so in die Fouls. In Großwallstadt kriegen wir viele Tore, die nicht aus dem Positionsangriff kamen. Wir kriegen ganz viele Tempotore und kommen dadurch nicht in unser Abwehrspiel“, erklärt er.
Der 2,06 Meter große Akteur, seit Januar 2022 bei den Eulen, von SC DHfK Leipzig gekommen, beobachtete: „Ganz oft haben wenige Zentimeter gefehlt, da fragt man sich, haben wir zu früh abgeschaltet? Wir wussten, dass sie immer noch versuchen, den Ball durchzustecken. Da fehlt uns auch ein Tick Härte.“ Er führt aus: „Wir haben sehr viel Qualität. Wir reden über taktische Lösungen. Manchmal sind wir aber vielleicht doch irgendwie zu lieb. Wir sind noch sehr jung. Wir haben nicht den klassischen harten Typen in der Abwehr. Bei den Heimspielen kriegen wir es leichter hin, wenn das Publikum noch mehr mitgeht und uns emotional noch einmal pusht.“
„Fast schon zu perfektionistisch“
Dass die Eulen es können, haben sie beim Coup in Lübbecke gezeigt. Julius Meyer-Siebert findet seine Mannschaft fast schon zu perfektionistisch. „Wir wollen es 1a lösen, aber man muss auch mal dazwischen hauen, unangenehmer werden für den Gegner, auch mal eine Zeitstrafe in Kauf nehmen, das Spiel brechen, verändern“, betont er. Komplexes Thema: Die Fehlerzahl im Angriff zu reduzieren bedeutet auch, hinten weniger leichte Tore zu kriegen, sinniert der Abwehrchef.
Seit Meyer-Siebert bei den Eulen ist, spielt er im Innenblock mit Max Haider zusammen. Die beiden kommen gut klar miteinander. „Ich fühle mich sehr wohl mit ihm. Wir sprechen viel miteinander. Aber auch mit den anderen klappt das. Wir hatten jetzt verschiedene Konstellationen, meistens mit Tom Bergner. Wir sind da sehr gut aufgestellt“, unterstreicht er. Weiter geht es am Montag (19.30 Uhr) mit der Partie beim VfL Lübeck-Schwartau.
Trainer glaubt: Eine Frage des Willens
Wie sieht der Trainer seine Abwehr? „Ganz klar zu erkennen: Wir verteidigen in der zweiten Halbzeit gegen Großwallstadt viel aktiver. Ich glaube nicht, dass es zwingend mit der Umstellung des Systems zu tun hat, sondern eher mit der Herangehensweise, mit dem Willen, wie ich Abwehr spielen will“, sagt Johannes Wohlrab. Der Coach lobt die Moral. „Wir haben wieder ein Comeback gestartet. Ziel muss es sein, die Mentalität konstanter auf die Platte bringen, Schritt für Schritt weiterkommen. Die Jungs arbeiten super, wir sind auf dem richtigen Weg. Wir brauchen mehr Konstanz, ich bin überzeugt, dass das langfristig kommen wird.“
Durch das wechselhafte Abwehrverhalten hatten es auch die Torhüter nicht einfach. „Die Haltequoten sind im Moment nicht gut. Insgesamt ist es so, dass wir Würfe aus Positionen und in Sektoren bekommen, die wir eigentlich nicht wollen“, erläuterte Torwarttrainer Patrick Jahnke. Die Abstimmung kann noch besser werden, betont er. Keeper Mats Grupe ist krank, sein Einsatz ist ungewiss.