Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen gewinnen ein wildes Spiel

Mex Raguse tankt sich durch. Der Halblinke der Eulen warf sechs Tore.
Mex Raguse tankt sich durch. Der Halblinke der Eulen warf sechs Tore.

Drei Tage nach der Niederlage beim TV Hüttenberg schlagen die Eulen Ludwigshafen den TSV Bayer Dormagen mit 30:27. Sie erarbeiten am Dienstagabend einen komfortablen Vorsprung, dann wird es noch mal spannend.

Seit 2017 spielt Maximilian Haider nun schon für die Eulen Ludwigshafen, so einen seltsamen Start in die Partie hatte der Kapitän noch nie. Bereits in der achten Minute sah er nach einem harten Foul an Lucas Rehfus die Rote Karte – nachdem er Sekunden zuvor das 4:2 erzielt hatte. Das war auch deshalb schlecht für die Eulen, da mit dem erkrankten Kasper Manfeldt Hansen schon ein Kreisläufer nicht zur Verfügung stand. Tom Bergner war nun noch der einzige nominelle Kreisläufer der Mannschaft. Er machte seine Sache gut. „Respekt vor der Mannschaft. Die Jungs haben gut gekämpft. Auch wenn am Ende der Englischen Woche ein Kräfteverschleiß zu spüren war. Ich wäre gerne länger auf dem Parkett gestanden“, sagte Haider.

Von 13:13 zum 17:13

Es war vor 1717 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle ein wildes Zweitliga-Spiel. Die Eulen mühten sich im Positionsangriff, trafen – und die Gäste konterten postwendend. Das sehr schnelle Gegenstoß-Spiel von Bayer Dormagen bereite den Eulen viele Probleme. Aber ab der 24. Minuten konnte sich die Heimmannschaft absetzen. Von 13:13 ging es auf 17:13. Die eingewechselten Flügelspieler trafen – Kian Schwarzer von außen und per Siebenmeter sowie der starke Theo Straub. „Wir haben nach der Halbzeit gleich für klare Verhältnisse gesorgt. Leider haben wir zu viele Tore durch Tempogegenstöße bekommen“, erläuterte Straub.

Kian Schwarzer legte sofort mit Wiederbeginn zum 18:13 nach, die Eulen waren auf Kurs. Dormagen schien das hohe Tempo nicht halten zu können, Fehler schlichen sich ein, Ungenauigkeiten beim Wurf. Nach etwas mehr als 40 Minuten führten die Eulen mit neun Treffern.

Vaterfreuden des Torwarts

Das Tor hütete diesmal Ziga Urbic. Der Keeper hatte am Samstag in Hüttenberg gefehlt, weil er mit Frau Tina auf die Geburt ihres ersten Kindes wartete. Am Montag war es soweit: Hana wurde um 11.49 Uhr im Ludwigshafener Marienkrankenhaus geboren. Hana beflügelte sichtlich.

Die offensive Abwehr der Gäste bekam den Eulen nicht. Nun schluderten sie – was vielleicht auch daran lag, dass das Spiel beim TV Hüttenberg, die 30:35-Niederlage, erst drei Tage zurücklag. Die zwei Spiele kosteten Kraft. Dormagen holte Tor um Tor auf. Beim Stand von 25:22 zeigte Urbic eine wichtige Parade, er hielt Dormagen auf Distanz. Die Eulen bissen sich durch und sie landeten den nächsten Heimsieg. Nach der Partie gab es „Ziga“-Sprechchöre.

Gefallen hat es Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Tolle Stimmung, tolle Fans. Und zum Glück haben die Eulen Ende der ersten Halbzeit ein paar Tore vorgelegt“, sagte der Ehrengast. Ein neues Wort hat sie auch gelernt, betonte Malu Dreyer: „Hebt se.“ Haltet sie! Und das gelang ja. Trotz allem.

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