Biathlon RHEINPFALZ Plus Artikel Der Norweger Johannes Thingnes Bö ist der Dominator beim Weltcup in Hochfilzen

Derzeit die unumstrittene Nummer 1 im Männer-Biathlon: Johannes Thingnes Bö.
Derzeit die unumstrittene Nummer 1 im Männer-Biathlon: Johannes Thingnes Bö.

Johannes Thingnes Bö lässt der Konkurrenz keine Chance. Im Sprint und in der Verfolgung ist er beim Weltcup in Hochfilzen nicht zu schlagen. Dazu sichert er der Staffel aus Norwegen den Sieg. Dagegen kommen die deutschen Skijäger noch nicht so richtig in Form.

Schon 50 Meter vor dem Zielstrich streckte er seine rechte Faust nach oben. Auch der dritte Sieg im dritten Wettbewerb auf der zweiten Weltcup-Station war ihm nicht zu nehmen. Johannes Thingnes Bö ist derzeit nicht zu bremsen. Im gestrigen 12,5-Kilometer-Verfolgungswettbewerb ließ der Norweger erneut nichts anbrennen, obwohl er erstmals an diesem Wochenende zwei Mal in die Strafrunde musste. Nach 33:50,7 Minuten verwies er seinen Landsmann Sturla Laegreid Holm sowie den Franzosen Emilien Jacquelin auf die Plätze.

Für das beste Resultat aus Sicht des Deutschen Skiverbandes (DSV) sorgte Benedikt Doll als 18. Es war für die deutschen Biathleten ein rabenschwarzer Abschluss in Tirol. Dagegen machte Johannes Thingnes Bö im Pillerseetal dort weiter, wo er in den finnischen Wäldern von Kontiolahti aufgehört hatte. Auf über 1000 Meter Höhe im hohen Norden Europas hatte der jüngere der beiden Bö-Brüder mit den Siegen im Sprint und in der Verfolgung ein Ausrufezeichen gesetzt.

Lichtblick Justus Strelow

Der viermalige Olympiasieger von Peking ist derzeit das Maß aller Dinge. Von seiner Extraklasse sind die deutschen Skijäger, die weiter mitten im Umbruch stecken, noch ein Stück entfernt. Trotzdem gibt es einen kleinen Lichtblick: Justus Strelow, mit 25 Jahren der Jüngste im Sechser-Kader von Bundestrainer Mark Kirchner, zeigte, dass ihm die Zukunft gehört. Zum zweiten Mal führte er als Startläufer das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) in diesem Winter auf das Podest. Trotz einer Strafrunde und fünf Nachladern reichte es für das Quartett mit Justus Strelow, Johannes Kühn, Roman Rees und Benedikt Doll nach dem zweiten Rang in der Vorwoche diesmal zum dritten Platz.

Zuvor hatte der Weltcup-Debütant im Sprint nach einer fehlerfreien Schießleistung und einem Rückstand von 1:14 Minuten auf Superstar Johannes Thingnes Bö mit Platz neun überrascht. „Ich wusste, dass nach der Fünf-Kilometer-Schleife die Beine brennen und wackelig werden“, sagte Strelow. Dass es trotz der guten Schießleistung im Sprint nicht für eine Podestplatzierung reichte, begründete der Sachse so: „In der letzten Runde ist mir ein bisschen das Gas ausgegangen“. Der Höhenunterschied zum ersten Weltcup dürfte da auch eine Rolle gespielt habe. „Wir waren in Finnland fast einen Monat auf Meereshöhe. Jetzt auf 1000 Metern, das ist zwar noch keine große Höhe, aber der Unterschied macht sich schon bemerkbar, da brennt die Lunge noch ein bisschen mehr als in Finnland“, sagte Strelow und zeigte großen Respekt vor Bö.

Treffsicherheit fehlt

Einen kleinen Schritt nach vorne hat der Sachse aus Dippoldiswalde in der Nähe von Altenberg trotzdem getan. Die Norm für die WM im Februar in Oberhof hat er geschafft. Darüber muss sich Denise Herrmann-Wick keine Gedanken machen. Die Olympiasiegerin im Einzel, die in Hochfilzen im Sprint ihren achten Weltcup-Erfolg feierte und in der Verfolgung nach drei Schießfehlern mit Platz fünf einen Podestplatz verpasste, ist derzeit noch die einzige ihrer Generation, die aktuell ganz vorne mitmischen kann. Gestern verpasste sie bei widrigen Bedingungen und leichtem Schneefall die zweite Podestplatzierung mit der Staffel in diesem Winter.

Hinter dem siegreichen Quartett aus Frankreich, das die derzeit Weltcup-Führende Julia Simon als Erste vor Schweden und Italien über den Zielstrich führte, landete die DSV-Staffel mit Anna Weidel, Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Herrmann-Wick nur auf Platz vier. Mit vier Nachladern in den beiden Schießeinlagen fehlte ihr wie in der Verfolgung erneut die nötige Treffsicherheit. Zum Weltcup-Auftakt in Kontiolahti war das DSV-Team noch auf Rang zwei gelandet.

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