Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler starten mit Sieg: Erst Emotionen, dann Bestätigung

„Beide haben sehr hart und gut defensiv gespielt“, sagte Adler-Trainer Bill Stewart. Mannheims Thomas Larkin zeigt, wie es geht.
»Beide haben sehr hart und gut defensiv gespielt«, sagte Adler-Trainer Bill Stewart. Mannheims Thomas Larkin zeigt, wie es geht.

Mit dem 3:1 beim ERC Ingolstadt haben die Adler Mannheim den ersten Schritt in Richtung Finale um die deutsche Meisterschaft gemacht. Mehr aber auch nicht.

„Spiel eins ist das emotionale Spiel“, sagte Bill Stewart, Cheftrainer der Adler Mannheim, unmittelbar nach dem Schlusspfiff. 3:1 (0:0, 0:1, 3:0) hatte sein Team gerade im ersten Spiel der Play-off-Halbfinalserie beim ERC Ingolstadt gewonnen. Es ist ein erster kleiner Schritt Richtung Finale, der zweite soll am Sonntag, 16.30 Uhr, in der wahrscheinlich ausverkauften SAP-Arena folgen. Immerhin gab die erste Partie einen Fingerzeig auf den weiteren Rundenverlauf.

Tatsächlich legten beide Mannschaften alles darauf an, die Partie mit einem guten Gefühl zu beenden. Harte Checks, viel Defensivarbeit, beeindruckende Unterzahlformationen und erstaunlich abgeklärte Torhüter, wobei Mannheims 20-jähriger Arno Tiefensee immerhin schon über die nahezu komplette Viertelfinalserie Erfahrung sammeln konnte, während es für Ingolstadts Kevin Reich (27), der für den angeschlagenen Stammtorhüter Michael Garteig spielte, erst der zweite Play-off-Einsatz von Beginn war. Der erste liegt auch schon ein Jahr zurück. Beide machten ihre Sache sehr gut, wenngleich Reich bei der Vorentscheidung durch Lean Bergmann (58.) keine allzu glückliche Figur abgab.

Ursächlich für die Spielwende war jedoch ein schlechter Wechsel der Gastgeber, die dabei Bergmann auf der Außenbahn allein ließen, was auch den Schützen selbst überraschte. „Ich hatte relativ viel Platz auf der Seite und dachte, ich bring einfach mal den Puck vors Tor“, sagte Bergmann über die letztlich spielentscheidende Situation. Bei Tor Nummer drei durch Stefan Loibl (59.) hatte Ingolstadt Reich schon zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen.

Besser aus der Kabine kommen

Es war die Schlussphase, in der die Adler nach und nach das Kommando übernahmen, durch Ryan MacInnis (52.) auch den Ausgleich geschafft hatten – auf hervorragende Vorarbeit von Taro Jentzsch. Die Gastgeber hatten bis dahin ein wenig mehr vom Spiel, lagen aber durch den Treffer von Tye McGinn (21.) nur mit einem Tor vorne, weil die Adler-Verteidigung weder in Unterzahl und schon gar nicht mit gleich vielen Spielern auf dem Eis viele Gelegenheiten zuließ. Und der Rest war Sache von Tiefensee. „Es war nicht viel Platz auf dem Eis. Beide haben sehr hart und gut defensiv gespielt“, sagte Stewart.

Die Spieler sahen das ähnlich, auch wenn Korbinian Holzer und David Wolf routiniert genug sind, den Auftaktsieg nicht allzu hochzuhängen: „Das spielt nur eine Rolle, bis ich wieder im Bus sitze“, beschrieb Holzer die Stimmungslage. Viel wichtiger sei es, die Dinge zu verbessern, die in Ingolstadt nicht so gut geklappt haben. „Wir müssen einen Tick besser aus der Kabine kommen als uns das heute gelungen ist“, sagte Wolf. Denn wichtiger als die Vergangenheit ist in den Play-offs immer die Zukunft. Und die wird für die Adler schwer genug, denn obwohl die Mannheimer alle vier Auswärtsspiele in dieser Runde gewonnen haben: in der SAP-Arena gelang bisher erst ein Sieg. „Wir müssen schauen, dass wir auch zuhause eine Festung haben“, forderte Holzer. Bill Stewart fand dafür seine eigene Formulierung: „Spiel eins ist das emotionale. Spiel zwei ist die Bestätigung.“

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