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Sonntag, 12. August 2018 Drucken

FCK

So spielen Absteiger

Marvin Ajani beflügelte Halle. Links Florian Pick – überfordert wie das Gros seiner Lauterer Kollegen.

Marvin Ajani beflügelte Halle. Links Florian Pick – überfordert wie das Gros seiner Lauterer Kollegen. ( Foto: Kunz)

Der 1. FC Kaiserslautern versagt spielerisch und kämpferisch. Mit der 0:2 (0:1)-Schlappe beim Halleschen FC

sind die Lauterer noch gut bedient. Mit zwei Standards – Elfmeter und Freistoß – tütet der HFC drei verdiente Punkte ein.

„Ich habe gesagt, in dieser Liga darf keiner mehr wollen als wir. Heute hat einer mehr gewollt. Das war gar nichts!“ Florian Dick, der Kapitän des 1. FC Kaiserslautern, suchte nach der Blamage im Erdgas-Sportpark nach Worten. Erklärungen fand er keine. Er mühte sich, ging aber mit unter. „Das war nicht der 1. FC Kaiserslautern, den wir uns vorstellen“, gestand Kevin Kraus, neben Torhüter Jan-Ole Sievers der einzige Lauterer, der gute Form nachwies. So herzlos und kopflos wie der FCK gestern auftrat, spielen Absteiger! Halle, ermutigt durch den 3:0-Derbysieg in Jena, legte sofort mit hohem Tempo und schneidigem Zweikampfverhalten los. Die Lauterer hielten nur bei Rudelbildungen dagegen, spielten ansonsten Versteck. Einen ersten Distanz-Hammer von Björn Jopek parierte Sievers (3. Minute). Einer von vielen Schwachpunkten die linke Lauterer Seite: Florian Pick, für Hendrick Zuck in der Mannschaft, der daheim blieb, weil sein erstes Kind gestern erwartet wurde, war defensiv ein Sicherheitsrisiko und fand offensiv – abgesehen von einer Flanke ins Niemandsland – ebenso wie Christoph Hemlein auf rechts nicht statt. Picks Hintermann Janek Sternberg geriet mit ins Schwimmen, wurde zum Fehlerteufel, über die rechte Seite riss Marvin Ajani Lauterns Deckung immer wieder auf. Nach einem Foul von Özgür Özdemir an Ajani verwandelte der herausragend spielende Baxter Bentley Bahn den Elfmeter zum 1:0 (13.). „Ich denke schon, dass es Elfmeter war“, räumte Özdemir angesichts seines ungeschickten Einsatzes ein.

Der FCK war anfällig auf beiden Seiten, da der flinke Marvin Manu Dick schlecht aussehen ließ. Glück für die zweikampfschwachen Lauterer, dass Bahns Freistoß nach Dick-Foul an Manu das Ziel verfehlte (32.) und Mathias Fetsch seine Chance ausließ, als sich Kraus bei einem Flugball verschätzte (36.). Der Spielaufbau des FCK: fehlerbehaftet und im Zeitlupentempo. Vor allem Gino Fechner, der nach der Pause besser wurde, aber auch Mads Albaek entpuppten sich mit ihren vielen Fehlpässen als Kombinationsbremsen. „Speziell die erste Halbzeit war eine ganz große Katastrophe“, sagte Albaek. „Keiner hat den Kopf richtig oben gehabt, um den Ball richtig zu spielen, andererseits haben nach vorne aber auch die Anspielstationen gefehlt. Wir hatten zu wenig Bewegung im Spiel, waren in den Zweikämpfen nicht gut.“

Drei Chancen hatten die Lauterer: Timmy Thiele, ganz schwach, scheiterte nach Albaek-Flanke (24.), Lukas Spalvis, keinen Deut besser, setzte einen Kopfball nach Dick-Freistoß übers Tor (26.) und scheiterte nach einer Hemlein-Eingabe knapp (39.).

Nach der Pause stand die Lauterer Defensive besser – Ausnahme Sternberg. Nach vorne ging nichts beim FCK. Halle machte fünf Minuten vor dem Ende nach Bahn-Freistoß durch einen sehenswerten Kopfball von Sebastian Mai alles klar.

„Es war ein hochverdienter Sieg für Halle“, sagte FCK-Trainer Michael Frontzeck. „Meine Mannschaft und ich sind jetzt seit zehn Wochen zusammen, wir sind erst gut reingekommen. Aber es ist Teil einer Entwicklung, dass du Nackenschläge hinnehmen musst. Ich habe drei, vier Spieler, die in Halle Normalform abgerufen haben, das ist zu wenig.“ FCK-Sportvorstand Martin Bader betonte angesichts von nun zwei Niederlagen in Serie nach einem Sieg und einem Remis: „Wir hatten uns den Start anders vorgestellt, ist ja klar. Wir haben es nicht geschafft, Halle, eine gute Drittliga-Mannschaft, zum Stehen zu bringen. Jetzt haben wir zwei anstrengende Wochen vor uns mit dem Pokalspiel am Samstag gegen Hoffenheim und dann mit dem Derby eine Woche später gegen Karlsruhe.“

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