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Mittwoch, 05. September 2018 Drucken

FCK-Ticker

Fans schicken Cornflakes an DFB

Von Stefan Heimerl

"Der soll Cornflakes zählen", sagte Löhmannsröben nach dem Spiel über den Schiedsrichter. (Foto: Keiner)

Jan Löhmannsröben beim Spiel am Sonntag gegen den FSV Zwickau.

Jan Löhmannsröben beim Spiel am Sonntag gegen den FSV Zwickau. (Foto: Kunz)

Die FCK-Fans Peter Hammerschmidt und Matthias Gehring haben nach dem FCK-Spiel in Zwickau dazu aufgerufen, dem DFB Cornflakes zu schicken. Eine Idee, die sich im Internet schnell verbreitet. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärt Hammerschmidt, worum es bei der Aktion geht.

Der FCK-Mittelfeldspieler Jan Löhmannsröben (27) muss bis Montag gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) schriftlich Stellung beziehen zu seinen Aussagen in einem Interview nach dem Auswärtsspiel in Zwickau. Nach einem umstrittenen Elfmeter kurz vor Spielende konnte der FSV Zwickau zum 1:1 Endstand ausgleichen. Direkt nach Abpfiff hatte Löhmannsröben in einem Fernseh-Interview darauf emotional reagiert und sich am Montag danach für die Aussagen entschuldigt. Unter anderem hatte er gesagt, der Schiedsrichter solle lieber Cornflakes zählen gehen. In Fußballkreisen haben die Aussagen schnell die Runde gemacht. Mittlerweile wurde das Video mehr als eine Million mal aufgerufen.

Fan-Aufruf per Facebook

 

Die Tatsache, dass der DFB nun aber gegen Löhmannsröben wegen der Aussagen ermittelt, verärgert die Fan-Szene. Am späten Montagabend hat FCK-Fan Peter Hammerschmidt bei Facebook dazu aufgerufen, dem DFB per Post am kommenden Dienstag Cornflakes-Pakete zu schicken, um ein Zeichen des Protests gegen die eingeleiteten Ermittlungen zu senden. Bis Mittwochabend wurde der Facebook-Eintrag mehr als 400 Mal geteilt. Hammerschmidt, Mitglied im FCK-Fanclub Red Devils Overchurch, habe sogar positive Rückmeldungen aus dem Fan-Umfeld des Karlsruher SC und von Waldhof Mannheim erhalten. Die normalerweise verfeindeten Fan-Gruppen wollen nun an der Aktion teilnehmen.

Der Aufruf von Hammerschmidt

 

 

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"Emotionen sind nicht mehr erwünscht"

Auf RHEINPFALZ-Anfrage erklärt der 31-jährige Hammerschmidt aus Ramstein-Miesenbach seine Intention hinter dem Aufruf. Etwas gegenüber dem Schiedsrichter Beleidigendes könne Hammerschmidt in dem Interview von Löhmannsröben nicht erkennen.  "Die Tatsache, dass der DFB ein Ermittlungsverfahren anstrengt, ist ein Signal, dass der DFB den Kontakt zur Basis weiter verliert". Es ginge ihm darum, darauf aufmerksam zu machen, dass der Fußball Gefahr laufe, emotionslos zu werden, wenn Spieler auf oder neben dem Platz nicht mehr frei reden könnten. "Der DFB versucht das Verhalten der Spieler zu reglementieren, Emotionen sind dann gar nicht mehr erwünscht", sagt Hammerschmidt, der den Aufruf zusammen mit Matthias Gehring gestartet hat.

#emotionensindout #interviewnurnochmitemoji #stellungnahmefürdendfb

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"Es muss Spielern möglich sein, Emotionen zu zeigen"

Offenbar hat Hammerschmidt einen Nerv getroffen. "Jemand hat bei Youtube ein Video online gestellt, wie er 16 Kilo Cornflakes für den Versand vorbereitet", erzählt er. Eine andere Fan-Gruppe werde 72 Packungen per Post an den DFB senden, er persönlich werde auch 18 Packungen verschicken. Positive Rückmeldungen von Ultra-Gruppierungen aus ganz Deutschland habe er bereits erhalten. "Das freut mich, dass die Szene zusammenrückt", sagt er. Von der Aktion erhofft er sich, dass sich Fanclubs unterschiedlicher Fußball-Vereine annähern. Dass der DFB das Ermittlungsverfahren einstellt, erwarte er nicht. Hammerschmidt wünscht sich vom DFB aber, weniger Reglementierungen bei Verhaltensweisen von Spielern. "Es muss den Spielern auch möglich sein, Emotionen zu zeigen." Die Cornflakes-Pakete sollen am kommenden Dienstag verschickt werden, damit sie genau dann eintreffen, wenn DFB-Präsident Reinhard Grindel auch wieder vor Ort sein soll.

 Das Interview mit Löhmannsröben vom Sonntag

Pfalz-Ticker