FCK-Kolumne
Böhms Betze: MR7
Dem FCK geht es gut. Das sieht man allein schon daran, dass die Kommentarspalten in den sozialen Netzwerken von stolzen Fans künden, wenn es um den reinen Sport geht. Sich als Lautern-Supporter zu outen, ist cool dieser Tage. Fans posten Fotos von FCK-Aufklebern, die irgendwo in der Republik auf Grenzpfosten pappen – wie jener Zeitgenosse, der in Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands, Urlaub macht. Sie erinnern an Begebenheiten historischen Ausmaßes – wie Michael Schjönbergs Kopfballtor zum 1:0-Sieg bei Bayern München, mit dem am 2. August 1997 der bislang einzigartige Triumphzug vom Aufsteiger zum deutschen Meister begann. Und sie sorgen sich, dass ihre Liebsten anderswo anheuern könnten. Oder anheuern müssen.
Hören, verstehen, erzählen
René Klingenburg etwa. Das Unikum aus dem Ruhrpott stand für die ersten Pflichtspiele nicht im Kader. Schon am Ende der vorigen Drittliga-Saison gehörte er nicht mehr zum Stammpersonal. Da keimt der Verdacht, dass die Einsatzzeiten nach dem Aufstieg noch dünner gesät sein könnten, Klingenburg das erkennt und über einen Umzug nachdenkt. Am Mittwoch tauchte das Gerücht auf, Erzgebirge Aue habe an ihm Interesse. Alarm im Fanlager. „Klinge“ selbst postete bei Instagram: „Sie hören A, verstehen B und erzählen C.“ Klingt das für Sie nach Abschied?
Marlon Ritter wird bleiben. Erst mal. Denn wenn er so weitermacht, dürften seinem Berater irgendwann lukrative Angebote ins Haus flattern. Was für ein Kicker! Ritter springt stets der Lausbub aus dem Gesicht, er ist einfach ein Schlitzohr. Nur so einer zieht aus 50 Metern einfach mal ab – und trifft auch noch. Wer ist eigentlich Cristian Ronaldo? Fragt zumindest ein User bei Twitter. Motto: Wer braucht schon CR7 – wir haben MR7! Wäre vielleicht mal was, daraus eine Marketingidee zu stricken. Und schnellstmöglich den Vertrag zu verlängern. Der läuft 2023 nämlich aus.
„Böhms Betze“ ist die wöchentliche Kolumne von FCK-Reporter Andreas Böhm. Sie erscheint gedruckt exklusiv im Sportteil der RHEINPFALZ am SONNTAG.
