Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Prozess um misshandeltes Ludwigshafener Baby: Wie es dem Jungen inzwischen geht

Wie es dem misshandelten Jungen jetzt geht, hat der Vorsitzende Richter Uwe Gau nun eine Jugendamts-Mitarbeiterin gefragt.
Wie es dem misshandelten Jungen jetzt geht, hat der Vorsitzende Richter Uwe Gau nun eine Jugendamts-Mitarbeiterin gefragt. Archivfoto: Bolte

Dem mutmaßlich von seinen Eltern in Ludwigshafen schwer misshandelten Baby geht es ein knappes Jahr später wieder gut. Das hat eine Jugendamts-Mitarbeiterin am Montag im Frankenthaler Prozess gegen die 26-jährige Mutter und den 24 Jahre alten Vater gesagt. Außerdem berichtete die Sozialpädagogin, wie sie die Familie bei ihren Besuchen erlebte.

Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und sexuellen Missbrauch wirft die Staatsanwaltschaft dem Paar unter anderem vor. Der kleine Junge habe aufgeholt und sich altersgemäß entwickelt, so die Mitarbeiterin des Jugendamts auf Frage des Vorsitzenden Richters Uwe Gau. „Es war nicht absehbar“, dass der Säugling misshandelt wird, sagte die Sozialpädagogin, die die Familie seit Mitte September betreut und in diesen vier Wochen sechsmal besucht hatte. Allerdings habe es Defizite bei den Eltern gegeben. So habe die 26-Jährige mehrfach gesagt, dass sie keine emotionale Bindung zum Baby habe. Beide hätten sich anscheinend mehr für andere Dinge interessiert, und es habe Streit drüber gegeben, wer sich um das Kind kümmert.

Was die Mutter im Krankenhaus sagte

„Ich hatte das Gefühl, bei der Mutter geht es in die richtige Richtung“, sagte die Sozialpädagogin über ihren letzten Hausbesuch am 11. Oktober. Am 15. Oktober wurde das Baby mit schweren Verletzungen in eine Klinik eingeliefert. „Wir haben unser Kind nicht misshandelt, vielleicht haben wir nicht alles richtig gemacht, aber wir haben es nicht besser gewusst“, habe die 26-Jährige im Krankenhaus gesagt, so die Betreuerin. Ihrem Partner habe die Frau vorgeworfen: „Dir war das Saufen mit Deinen Kumpels ja wichtiger als Dein Sohn.“ Auch habe sie mehrfach zu ihm gesagt: „Wenn etwas war, dann sage es.“ „Das war nicht authentisch“, so die Sozialpädagogin. Vor Gericht hat die 26-Jährige gesagt, dass ihr Partner das Kind misshandelt habe.

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